G20-Treffen in Mexiko Deutschland bleibt bei Schulden-Hilfen hart

Während im Bundestag die Abstimmung über das zweite Griechenland-Paket ins Haus steht, machen die G20-Partner Druck. Sie verlangen mehr Anstrengungen von Europa. Anders könne es keine IWF-Mittelaufstockung geben.
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Die G20-Gruppe fordert beim Treffen in Mexiko von Europa mehr Anstrengungen. Quelle: Reuters

Die G20-Gruppe fordert beim Treffen in Mexiko von Europa mehr Anstrengungen.

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Mexico City/BerlinMit dem Bundestagsbeschluss zum Griechenland-Paket vor Augen gibt Deutschland im Streit um noch mehr Hilfen in der Schuldenkrise kein Signal des Einlenkens. Industriestaaten und Schwellenländer setzten die Europäer am Wochenende beim G20-Treffen in Mexiko unter Druck und machten höhere Beiträge der Euro-Staaten zur Voraussetzung für ein Einspringen des Internationalen Währungsfonds. Weltbank-Chef Robert Zoellick hält auch die neuen Kredite für Athen nur für eine Überbrückung in der größten Not. Es komme darauf an, dass Staaten wie Italien und Spanien erfolgreich aus dem Schuldensumpf kämen, sagte er vor Beginn der Beratungen der Finanzminister und Notenbankchefs am Samstag in Mexiko-Stadt.

„Alle nennen als Vorbedingung, dass zuerst Europa größere Anstrengungen unternehmen muss“, sagte der südkoreanische Notenbankchef Kim Choong Soo. „Was wir nicht wollen, ist, dass der IWF ein Ersatz - und er kann dafür wirklich kein Ersatz sein - für einen stärkeren Impuls aus Europa wird“, betonte US-Finanzminister Timothy Geithner im Fernsehsender CNBC. Das Verlangen stößt im Kreis der Europäer durchaus auf Gehör: „Die meisten Euro-Staaten sind inzwischen bereit, sich zu bewegen“, sagte ein Vertreter der Währungsgemeinschaft. „Aber ich fürchte, dass Deutschland mehr Zeit braucht, um einer Aufstockung zuzustimmen, vor allem, um besser mit dem Bundestag klarzukommen.“ Deutsche Regierungsvertreter wiesen die Forderung zurück: „Das ist nicht sinnvoll, es schadet eher“, hieß es. Der Anreiz zu Reform und Einsparungen dürfe nicht verloren gehen. So sieht es auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann: Ohne Haushaltsdisziplin könnten Vertrauen und Stabilität nicht zurückgewonnen werden, sagte er in Mexiko. Es sei am Wochenende nicht mit Entscheidungen über mehr Hilfen zu rechnen.

In der Koalition in Berlin festigt sich dem Magazin „Focus“ zufolge die Bereitschaft, die im bisherigen Hilfsfonds EFSF übrigen 250 Milliarden Euro zur Aufstockung des künftigen Topfs ESM zu nutzen. Deutschland pocht bislang allerdings darauf, dass der Gesamtbetrag der Hilfen nicht die Grenze von 500 Milliarden Euro überschreiten darf. In Kreisen des Kanzleramts und im Bundesfinanzministerium hieß es, daran habe sich nichts geändert.

Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag in Brüssel prüfen, ob die ESM-Mittel reichen. Wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schloss auch Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker eine dritte Runde aus Hilfen für Griechenland nicht aus.

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66 Kommentare zu "G20-Treffen in Mexiko: Deutschland bleibt bei Schuldenhilfen vorerst hart"

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  • @EinBuerger
    Wir haben doch einen Verfassungschutz, der hat hier einen klaren Auftrag, den es zu erfüllen gilt - wenn er nicht den Auftrag eben von diesen "Leuten" bekäme.

  • Kann mir einer die Logik erklären, wie das mit "neuen" härteren Regeln für Defizitsünder gemeint ist? Ungarn ist verwarnt worden und jetzt werden denen Förderungen gekürzt. Griechenland, Portugal und ähnliche, sind schon viel weiter über den Jordan und dann bekommen die aber nicht mehr Strafe, sondern Hilfe. Also "leichte" Sünden werden bestraft, für große gibts Belohnung? Oder versteh ich da was überhaupt nicht?

  • Es ist gar nicht so abwegig das Merkel an allem Schuld ist . Diese Frau hat eine Politische Wüste bereitet, und es ist leider so das Sie überall ihre Finger im Spiel hat. Ob direkt durch Anweisung oder indirekt durch Strohmänner. Diese Frau kontrolliert alle Bereiche und wittert überall Abtrünnige, die auf Spur gebracht werden müssen. Da hat Margritt 117888 gar nicht so unrecht.
    Ich weis nicht ob es dienlich ist , sich so anzufechten. Habt ihr keine Friseure.

  • Die Griechen müssen umerzogen werden, Steuern zahlen zu wollen. Das ist das eigentlich Problem dort ! Es ist der Charakter der Südländer.

    Griechenland soll bis 2020 auf einen Schuldenstand von annähernd 120 Prozent der Wirtschaftsleistung kommen. Das ist doch ein Phantasie-Gebäude ! Denn die Wirtschaft sackt immer weiter zusammen und Steuern will keiner zahlen.

    Und die deutschen Steuerbeamten sind dort bestimmt nicht gern gesehen und müssen Erziehungsarbeit leisten. Eine Sissifus-Arbeit mit angelegter schussicherer Weste am Besten. HOFFNUNGSLOSES FASS OHNE BODEN.

  • Genug mit Anstrengung
    Alle wollen nur immer mehr billiges Geld. Auf unsere Kosten. Es muss endlich Schluss sein mit der Geldverschieberei. Wir brauchen es selbst. Und jeder Staat muss für seine Schulden selbst haften!

  • AM ENDE HEISST ES DANN WIR KONNTEN DOCH NICHTS DAVON WISSEN ODER DAVON HABEN WIR NICHTS GEWUSST! WIE DAMALS ALLE NICHT WUSSTEN WOHIN DIE REISE IN DEN WAGGONS GING.

    LEIDER LERNT DER MENSCH NIE DAZU BZW. HÄLT ES NUR KURZ AN, ABER DER TIERISCHE TRIEB, FRESSEN ODER GEFRESSEN WERDEN KANN AUCH IN EINER DEMOKRATIE ODER DURCH DIE EU VERHINDERT WERDEN!

  • Sieht man einmal von der angesichts des Ernstes der Lage (am Montag werden weitere deutsche Steuermilliarden verschleudert) eher marginal anmutenden "MARGRIT-Diskussion" in diesem Forum ab, so ist doch die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren ausdrücklich gegen weitere GRE-"Rettungsmaßnahmen". Neben der Äußerung in Foren sollte man aber mal baldmöglichst nach "Buendnis-Buergerwille" googeln und seiner so klar zum Ausdruck gebrachten Meinung auch dort Nachdruck verleihen.

  • @dummkopf-
    sie sollten mal nachdenken...worauf sie wirklich stolz sein können- was haben sie vorzuweisen- ausser den Zufall, "deutsch" geboren zu sein?
    Ich bin lediglich stolz,-besser zufrieden, ein zivilisierter Staatsbürger zu sein, nicht auf irgendwelche Abwege gekommen bin, mein Überleben-Einkommen und Auskommen- mit eigener Leistung bewerkstelligen konnte und kann. Dazu tüchtige gesunde Kinder, die alle mit 2 Beinen im leben stehen und ihr leben meistern.
    Was kann man mehr vom Leben erwarten. Wer braucht schon Milliarden- nur ein krankes Hirn. Stolz "Deutscher"zu sein, was soll das. Wäre ich in Griechenland geboren, wäre ich Grieche. Dann hätte ich eben dort gelebt, oder als Grieche hier .Stolz kann man nur auf eigene Leistung sein. Dass man nicht in Armut hineingeboren wurde, darüber kann man glücklich sein, sich freuen,dafür dankbar sein.

  • Man muß sich das nichteinmal mehr vorstellenen: vergaste Menschen in den Ofen zu schieben.
    Da kann man doch nur stolz drauf sein.
    Heute machen sie das ganz viel einfacher: sie palavern darüber, wer da in die Scheiße geritten werden soll.

    Nichts haben sie gelernt.

    Rein garnichts!

  • Adolf Hitler als Markenprodukt.
    Dafür geht man vermutlich schon mal "säubern".
    Ich bin Stolz ein Deutscher zu sein.
    Ich bin Stolz auf Deutschland.

    So reden sie, anempfingslos was im "Prachtlager" Auschwitz geschehen war.

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