Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gabriel Felbermayr Sorgen um Konjunktur: IfW-Präsident warnt vor Überdramatisierung

Felbermayr sieht keine nachhaltig negative Entwicklung der Wirtschaft. Allerdings wächst die Wirtschaft im laufenden Jahr um 0,7 Prozent – halb so stark wie 2018.
Kommentieren
Der  IfW-Präsident warnt vor Überdramatisierung. Quelle: dpa
IfW-Chef Gabriel Felbermayr

Der IfW-Präsident warnt vor Überdramatisierung.

(Foto: dpa)

KielTrotz der eingetrübten Konjunktur sieht der Ökonom Gabriel Felbermayr aktuell nur ein geringes Rezessionsrisiko in Deutschland. „Ich sehe kein Risiko einer Rezession im Sinne einer nachhaltig negativen Entwicklung der Wirtschaft“, sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) der Deutschen Presse-Agentur.

Auch bestehe momentan angesichts der boomenden Bauwirtschaft und einer lebhaften Dienstleistungskonjunktur keine Gefahr einer technischen Rezession, also dem Rückgang der Wirtschaftsleistung über mindestens zwei Quartale. „Man sollte die jetzige Situation nicht überdramatisieren.“

Allerdings sei die Zahl der Unsicherheitsfaktoren für die Prognosen so hoch wie lange nicht, räumte Felbermayr ein. „Wenn der Brexit schiefgeht, wenn der harte Handelsstreit mit den Amerikanern eskaliert, wir noch einen trockenen Sommer kriegen, dann haben wir möglicherweise tatsächlich eine Rezession und vielleicht sogar mehr als nur eine technische.“

Profitieren würde die deutsche Wirtschaft nach Ansicht des Ökonomen dagegen von einem Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China. „Wenn die Unsicherheit verschwindet und China wieder kräftiger wächst, würde das auch uns helfen“, sagte er.

Zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) etwa erwartet für 2019 nur ein Wachstum von 0,7 Prozent – halb so stark wie 2018. Im ersten Quartal ist die deutsche Wirtschaft nach einem Schwächeanfall im vergangenen Jahr wieder in Fahrt gekommen. Sie wuchs laut Statistischen Bundesamt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Entscheidend für die künftige Entwicklung sei aber die Bereitschaft, Wachstumsimpulse zu setzen, etwa durch eine Reform des Bildungssystems, eine Vertiefung des EU-Binnenmarktes und einer Stärkung im internationalen Standortwettbewerb. „Die deutsche Politik hat es selbst in der Hand“, sagte Felbermayr. Fraglich sei, ob es in der „labilen Lage“ der großen Koalition genug Interesse gebe, „statt sozialpolitischen Geschenken echte Wachstumspolitik zu betreiben“.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Gabriel Felbermayr - Sorgen um Konjunktur: IfW-Präsident warnt vor Überdramatisierung

0 Kommentare zu "Gabriel Felbermayr: Sorgen um Konjunktur: IfW-Präsident warnt vor Überdramatisierung"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.