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Gaia-X Karliczek will mit europäischer Cloud Macht der Digital-Konzerne aufbrechen

Bundesminister Altmaier will mit Gaia X ein Experimentierfeld für KI-Anwendungen schaffen.
Update: 27.10.2019 - 10:58 Uhr 1 Kommentar
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung: Datenmacht der Digitalkonzerne brechen. Quelle: dpa
Anja Karliczek

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung: Datenmacht der Digitalkonzerne brechen.

(Foto: dpa)

Berlin Kurz vor dem Digitalgipfel der Bundesregierung hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) das Engagement der deutschen Wirtschaft beim Aufbau der europäischen Gaia-X begrüßt. „Ich bin froh, dass sich auf dem Digitalgipfel nun viele Unternehmen zum Aufbau von Gaia-X bekennen werden. Das ist ein Zeichen des Selbstbewusstseins und der Hinwendung zur Zukunft, die auch für die Sicherung der Arbeitsplätze wichtig ist“, sagte Karliczek dem Handelsblatt. Damit zeigten die deutschen und europäischen Unternehmen, dass sie bereit seien, „im digitalen Zeitalter weiter vorne dabei sein wollen, ohne in Abhängigkeit von Großunternehmen oder Staaten zu geraten“.

Am Dienstag will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Gaia-X auf dem Digitalgipfel in Dortmund präsentieren. In einem Strategiepapier, das dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, Gaia-X solle die Entwicklung von KI vorantreiben und „Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Gesellschaft gleichermaßen Souveränität und Nutzen bieten“.

Altmaier hat das Projekt in den vergangenen Monaten mit Vertretern von Siemens, Deutscher Bank, Deutscher Telekom und IG-Metall erarbeitet. Auch Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) war involviert. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

Altmaiers Ministerium habe „in den vergangenen Wochen gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus der Wirtschaft die ersten Schritte hin zu einer vernetzten Dateninfrastruktur für Deutschland und Europa erarbeitet“, hieß es aus dem Ministerium. In dem Papier wird eine vernetzte Dateninfrastruktur als „Wiege eines vitalen, europäischen Ökosystems“ bezeichnet, „in dem Daten sicher und vertrauensvoll verfügbar gemacht, zusammengeführt und geteilt werden können“.

Die CDU-Ministerin Karliczek bezeichnete Gaia-X als ist eines der wichtigsten Digital-Projekte, um die Spitzenposition der deutschen und europäischen Wirtschaft international zu verteidigen. „Mit Gaia-X wird ein sicherer europäischer Raum für die Datenspeicherung geschaffen werden. Das ist dringend notwendig“, sagte sie. „Denn die Macht über die Daten in Europa soll nicht mehr in den Händen einiger weniger Konzerne anderswo liegen“. Mit dem Datencloud-Projekt würden in Europa sichere Straßen in der digitalen Welt gebaut. „Das ist für die weitere Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung.“

Altmaier verspricht sich von seinen Plänen für die europäische Datencloud Gaia-X Vorteile für Jungunternehmer. „Jetzt geht es darum, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass unsere Unternehmen und insbesondere auch Start-ups ihre Stärken konsequent nutzen können, um erfolgreiche eigene Geschäftsmodelle in Deutschland und Europa zu schaffen und global wettbewerbsfähig zu sein“, schreibt der Minister in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

Dafür sei der Aufbau einer „europäischen, souveränen und vernetzten Dateninfrastruktur“ notwendig, um digitale Ökosysteme und Plattformen zu ermöglichen. „Datensouveränität und Datenverfügbarkeit sind der Schlüssel für digitale Innovationen und das Fundament für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wie auch Europas“, betonte Altmaier. „Dies gilt insbesondere auch für Start-ups, gerade wenn sie im Bereich der KI unterwegs sind.“

An dem Projekt sind Anwender und Anbieter aus der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheitswesen, Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen beteiligt. Es sieht die Vernetzung dezentraler Infrastrukturdienste „zu einem homogenen, nutzerfreundlichen System vor“, heißt es in dem Papier. Es soll auch „Marktteilnehmern außerhalb Europas“ offen stehen, sofern sie „unsere Ziele der Datensouveränität und Datenverfügbarkeit“ teilen.

Der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften Acatech, Karl-Heinz Streibich, begrüßte die Altmaier-Initiative als „absolut richtig“. „Wenn wir technologisch souverän sein und einseitige Abhängigkeiten vermeiden wollen, dann müssen wir jetzt vorangehen“, sagte Streibich dem Handelsblatt. Streibich, der den Minister beim Gaia-X-Projekt berät, warnte zugleich, wenn es nicht gelinge in der digitalen Welt souverän zu sein, „dann könnten wir unsere selbstbestimmte und führende wirtschaftliche Rolle in der Welt nicht halten“. „Langfristig würde das unseren Wohlstand gefährden.“

Mehr: Die Regierung alleine kann die Probleme deutscher Cloud-Anbieter nicht lösen. Deshalb sollten diese in Zukunft selber mit hohem Datenschutz punkten.

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1 Kommentar zu "Gaia-X: Karliczek will mit europäischer Cloud Macht der Digital-Konzerne aufbrechen"

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  • Au Backe.

    Siemens: Baut zwar Waschmaschinen und Atomkraftwerke, hat sich aber in den letzten Jahrzehnten im Bereich IT eigentlich keinen Namen mehr gemacht.

    Deutsche Bank: Bekannt vor allem für Korruption, Steuerhinterziehung und das Auslösen der letzten Finanzkrise – es wäre nicht das erste mal, dass deren Aktionen den deutschen Staat Miliarden kosten.

    Teutsche Telekom: Von Internet sollten die etwas verstehen, immerhin. Software aus dem Hause Telekom ist in der Regel von "homogenen, nutzerfreundlichen Systemen" eher weit entfernt.

    IG-Metall: Bitte was? Abgesehen davon, dass die Gewerkschaften insgesammt nicht gerade als Speerspitze der Innovation bekannt sind: Cloudtechnologie und Künstliche Intelligenz waren ja bisher eher nicht das Ressort der IG-Metall, aber vielleicht kann man ja den einen oder anderen Stalgießer zum Administrator von Hoverfügbarkeitssystemen umschulen. Ist das die Idee?

    Und dann das Ganze noch unter Führung der CDU – Der wahrscheinlich internetfernsten Partei Deutschlands, deren Ideen (nicht Kompetenzen) zur Digitalisierung sich vor allem um Zensur (von der Leyen) und Überwachung (Vorratsdatenspeicherung) drehen.

    Und dieses Konsortium möchte nun mit Staatsgeldern Unternehmen die Google Konkurrenz machen?
    Das klappt bestimmt.