Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ganztagsbetreuung Zwei Milliarden Euro für die Grundschüler

Union und SPD planen einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Nun haben die Parteien ein Sondervermögen dafür beschlossen.
Kommentieren
Die Ganztagsbetreuung soll täglich acht Stunden umfassen, fünf Tage die Woche, für die Klassen eins bis vier, bei vier Wochen Ferienschließzeiten pro Jahr Quelle: imago images / Panthermedia
Grundschüler

Die Ganztagsbetreuung soll täglich acht Stunden umfassen, fünf Tage die Woche, für die Klassen eins bis vier, bei vier Wochen Ferienschließzeiten pro Jahr

(Foto: imago images / Panthermedia)

Berlin Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Errichtung eines Sondervermögens zum Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler beschlossen. Mit zwei Milliarden Euro bis 2021 will der Bund die nötigen Bauinvestitionen der Länder unterstützen. „Es geht um mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nach dem Kabinettsbeschluss. Eltern und Wirtschaft erwarteten dies von der Regierung.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag versprochen, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder zu schaffen. Das neue Gesetz sei „ein wichtiger Baustein“ zur Umsetzung dieses Auftrags, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Zuletzt hatten sich Bund und Länder bereits auf Eckpunkte geeinigt. Demnach soll die Ganztagsbetreuung täglich acht Stunden umfassen, fünf Tage die Woche, für die Klassen eins bis vier, bei vier Wochen Ferienschließzeiten pro Jahr. Giffey geht davon aus, dass bis zu einer Million zusätzliche Ganztagsplätze an den Schulen geschaffen werden müssen.

Laut der Familienministerin existiert derzeit eine große „Spannbreite“ beim Ganztagsangebot an den bundesweit rund 15.000 Grundschulen: von 20 Prozent Betreuungsquote in Baden-Württemberg bis zu 90 Prozent in Hamburg. Insgesamt wünschten im Schnitt 75 Prozent der Eltern eine Betreuung. 50 Prozent der Grundschulkinder – also rund 1,4 Millionen – seien bereits in einer Ganztagsbetreuung.

Die nun bereitgestellten zwei Milliarden Euro können von den Ländern erst abgerufen werden, wenn das dazugehörige Finanzhilfegesetz sowie das Gesetz für den Rechtsanspruch in Kraft getreten sind. Die Entwürfe dafür will die Regierung im kommenden Jahr auf den Weg bringen. Die Mittel können bis 2028 abfließen.

„Mit ihrem Vorstoß zündet Ministerin Giffey einmal mehr eine Nebelkerze. Es mangelt in erster Linie an qualifiziertem Personal, da helfen auch noch so viele neue Räume nicht“, kritisierte der kinder- und jugendpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Matthias Seestern-Pauly.

Giffey und Karliczek betonten, auch die Länder stünden in der Pflicht. „Mehr Ganztagsbetreuung bedeutet natürlich auch mehr Bedarf an Fachkräften“, sagte Giffey. „Hier sind jetzt vor allem die Länder gefordert, die Kapazitäten weiter zu erhöhen und gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ 

Mehr: Bundesweit fehlen rund 100.000 zusätzliche Erzieher

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Ganztagsbetreuung - Zwei Milliarden Euro für die Grundschüler

0 Kommentare zu "Ganztagsbetreuung: Zwei Milliarden Euro für die Grundschüler"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.