Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gauck-Nachfolge Für die Linken geht wohl Butterwegge ins Rennen

Er ist ein streitbarer Linker und forscht über die Armen in Deutschland. Nun soll offenbar der Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge der Linken-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten werden.
17.11.2016 - 18:27 Uhr Kommentieren
Schon 2012 wollte die Linkspartei Christoph Butterwegge als Kandidaten gewinnen. Damals war der Kölner Wissenschaftler aber kurzfristig abgesprungen, weil die Partei noch zwei weitere Namen nannte. Quelle: Jödpa
Christoph Butterwegge

Schon 2012 wollte die Linkspartei Christoph Butterwegge als Kandidaten gewinnen. Damals war der Kölner Wissenschaftler aber kurzfristig abgesprungen, weil die Partei noch zwei weitere Namen nannte.

(Foto: Jödpa)

Berlin/Köln Die Linken wollen voraussichtlich den renommierten Armutsforscher Christoph Butterwegge als Kandidaten um das Amt des Bundespräsidenten aufstellen. Er sei im Gespräch und grundsätzlich bereit dazu, am 12. Februar in der Bundesversammlung anzutreten, sagte der parteilose Politikwissenschaftler der Deutschen Presse-Agentur in Köln. In Parteikreisen in Berlin wurde dies bestätigt. Offiziell wollen Partei- und Fraktionsführung am Montag über ihren Kandidaten beraten und ihren Beschluss verkünden. Damit würde der Wissenschaftler gegen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) antreten, auf den sich Union und SPD als künftigen Bundespräsidenten geeinigt hatten.

Die Linkspartei lehnt Steinmeier ab, weil er als „Initiator“ der Agenda 2010 für die Zerstörung des Sozialstaates stehe und Befürworter von Interventionskriegen sei. Um ein Zeichen für den erwünschten Politikwechsel zu setzen, hatte die Partei einen eigenen Kandidaten angekündigt. Butterwegge (65) gilt als chancenlos. Mit einer Kandidatur könne er aber verstärkt auf eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich hinweisen, sagte er. Und aufmerksam machen auf eine „verfehlte Reformpolitik unterschiedlicher Regierungen als Ursache für den Verlust an sozialer Sicherheit.“

Das sind die ersten offiziellen Worte des Wunsch-Bundespräsidenten

Schon 2012 wollte die Linkspartei Butterwegge als Kandidaten gewinnen. Damals war der Kölner Wissenschaftler aber kurzfristig abgesprungen, weil die Partei noch zwei weitere Namen nannte. Die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld war schließlich damals für die Linken gegen Joachim Gauck angetreten. Butterwegge sagte am Donnerstag, Bedingung für eine Kandidatur sei für ihn, dass die Linke keine weitere Person nominiere.

2010 hatte die Linke die Fernsehjournalistin Luc Jochimsen und 2009 den als „Tatort“-Kommissar bekannten Schauspieler Peter Sodann ins Rennen um das Bundespräsidentenamt geschickt. Butterwegge lehrt an der Uni Köln und hat zahlreiche Bücher verfasst, darunter „Armut in einem reichen Land“ (2016).

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Steinmeiers Weg zum Bundespräsidenten
    Frank-Walter Steinmeier und Bundespräsident Joachim Gauck
    1 von 10

    Joachim Gauck wurde im Jahr 2012 von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Dieses Jahr kündigte er an, für das Amt ab 2017 aus Altersgründen nicht mehr zu Verfügung zu stehen. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten lief seitdem auf Hochtouren. Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer hatten lange mit ihrer Unterstützung für den 60-jährigen Sozialdemokraten gezögert – zumal der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel in dieser Frage einseitig vorgeprescht war. Heute gab die CDU und CSU aber bekannt, dass sie hinter der Kandidatur für Steinmeier stehen. Er steuert damit zielsicher auf das Schloss Bellevue zu.

    (Foto: dpa)
    Beginn Steinmeiers Karriere
    2 von 10

    Geboren wurde Steinmeier am 5. Januar 1956 als Sohn eines Tischlers und einer Fabrikarbeiterin. Jahrelang spielte er Fußball für die TuS 08 Brakelsiek, unter anderem als Libero, und war dabei nach eigener Einschätzung „nicht der begnadete Filigrantechniker“, hatte aber als Teamspieler „großes Kämpferherz und langen Atem“. Nach eigenen Aussagen bemerkte er in seinem Dorf aber einen „Stillstand“ und wollte seine Heimat deshalb verlassen. Nach dem Abitur ging Steinmeier zunächst zur Bundeswehr und war dort für zwei Jahre bei der Luftwaffe in Goslar tätig.

    (Foto: dpa)
    Bildungsweg
    3 von 10

    1976 begann Steinmeier an der Justus-Liebig Universität Gießen Rechtswissenschaft zu studieren. Nach seinem zweiten Staatsexamen arbeitete der Politiker an der Universität als wissenschaftlicher Mitarbeiter und schrieb seine Doktorarbeit.

    Im Jahr 2013 wurde ein Plagiatsverfahren eingeleitet, weil seine Dissertation Zitierfehler und handwerklicher Mängel enthielt. Er wurde jedoch freigesprochen und konnte seinen Doktortitel behalten.

    (Foto: dpa)
    Steinmeier im Bundeskanzleramt
    4 von 10

    Nach seinem Studium arbeitete Steinmeier von 1998 bis 2005 als Staatssekretär im Bundeskanzleramt, nachdem Gerhard Schröder Bundeskanzler wurde. Er zählte zu den engsten Vertrauten von Schröder.

    (Foto: AP)
    Privatleben
    5 von 10

    Frank-Walter Steinmeier heiratete 1995 die Verwaltungsrichterin Elke Büdenbender. Das Ehepaar lernte sich während des Jura-Studiums kennen und hat eine gemeinsame Tochter. Im Jahr 2010 zog sich Steinmeier für einige Wochen aus der Politik zurück, um sich um seine erkrankte Frau zu kümmern: Steinmeier spendete ihr eine Niere.

    (Foto: dpa)
    Kabinett Merkel Steinmeier
    6 von 10

    Obwohl Steinmeier als Vertrauter von Schröder galt, ernannte ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2005 überraschend als Bundesminister des Auswärtigen. Kurze Zeit später löste er Franz Müntefering als Vizekanzler ab.

    (Foto: dpa)
    Zeit in der SPD
    7 von 10

    In Umfragen führte Steinmeier wiederholt die Liste der beliebtesten deutschen Politiker mit Abstand an. Auch seine Bewerbung um das Präsidentenamt stößt demnach in der Bevölkerung auf Unterstützung. Bereits mit 19 Jahren trat Steinmeier in die SPD ein und war in der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten tätig. Ein wichtiger Schritt in seiner SPD-Laufbahn war für den Politiker die Bundestagswahl im Jahr 2009. Dafür wurde er zu rund 95 Prozent der Stimmen als Spitzenmann für die Kanzlerkandidatur gewählt.

    (Foto: dpa)

    Somit zeichnen sich drei Kandidaten für die Bundesversammlung im Februar ab, neben Steinmeier und Butterwegge noch Albrecht Glaser für die AfD.

    • dpa
    Startseite
    0 Kommentare zu "Gauck-Nachfolge: Für die Linken geht wohl Butterwegge ins Rennen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%