Geburtstagsfeier in St. Petersburg Auch CDU-Politiker bei Schröder-Party mit Putin

Harsche Kritik muss Altkanzler Schröder einstecken, weil er trotz Ukraine-Krise seinen Geburtstag mit Putin feiert. Auch die Union ist empört. Nun stellt sich heraus, dass auch ein prominenter CDU-Mann bei der Party war.
Update: 29.04.2014 - 15:06 Uhr 32 Kommentare
Auch Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, feierte mit Schröder und Putin. Quelle: dpa

Auch Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, feierte mit Schröder und Putin.

(Foto: dpa)

BerlinAn der Geburtstagsfeier von Altkanzler Gerhard Schröder in St. Petersburg hat nach Angaben des Konzerns Nord Stream auch der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder (CDU), teilgenommen.

Weitere Gäste seien unter anderem Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger Freiherr von Fritsch, sowie Manager der Nord-Stream-Anteilseigner Wintershall und Eon gewesen, sagte ein Sprecher der Ostsee-Pipeline-Betreibergesellschaft der Agentur dpa. Die Kosten der Feier, bei der Russlands Präsident Wladimir Putin am Montagabend Schröder nachträglich zum 70. Geburtstag gratuliert hatte, würden von Nord Stream übernommen.

Schröders Büro in Berlin erklärte auf Anfrage lediglich, der Altkanzler habe als Vorsitzender des Aktionärsausschusses der Nord Stream AG Termine in Sankt Petersburg wahrgenommen. Das Unternehmen betreibt die gleichnamige Ostsee-Pipeline und wird vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert.

Schröders Feier mit dem Kremlchef
Former German chancellor Gerhard Schroeder birthday reception in
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Herzen unter Freunden: Zu Ehren des Altkanzlers kam Putin am Montag in St. Petersburg vorbei, um Schröders Geburtstag nachzufeiern. Der SPD-Politiker war am 7. April 70 Jahre alt geworden.

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Putins Wagenkolonne sei am Abend am Jussupow-Palais in der früheren Zarenhauptstadt vorgefahren, berichteten lokale Medien in St. Petersburg.

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Warten auf Wladimir: Mit dabei war auch Matthias Warnig (3. v.l.), Managing Director der North Stream AG. Das Konsortium, das vom russischen Energieriesen Gazprom dominiert wird, soll den Empfang ausgerichtet haben.

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North Stream betreibt die gleichnamige Ostsee-Pipeline. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses. Legendär geworden ist Schröders Zustimmung zu dem Satz: Putin sei ein lupenreiner Demokrat.

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Auch Gazprom-Chef Alexej Miller (Mitte) war unter den Gästen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wollte ebenfalls an dem Empfang teilnehmen.

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Gemeinsamer Einmarsch in den Palast: Aus der FDP kam bereits scharfe Kritik an Schröders Verhalten. „Vor dem Hintergrund des eindeutig völkerrechtswidrigen Verhaltens Russlands in der Ukraine lässt sich eine Geburtstagssause mit dem russischen Präsidenten durch Nullkommanichts rechtfertigen“, sagte Michael Theurer, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der baden-württembergischen FDP, zu Handelsblatt Online.

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„Zur Ehrenrettung Schröders und des deutschen Ansehens bei unseren europäischen Nachbarn bleibt zu hoffen“, sagte Theurer weiter, „dass der Altkanzler den russischen Präsidenten davon überzeugt, dass die russischen Panzer den Rückwärtsgang einlegen“.

Wegen der Feier geriet Schröder unter schweren Beschuss. Aus Regierungskreisen hieß es, man habe Schröder nicht um Vermittlung gebeten. CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder stieß sich vor allem an der herzlichen Umarmung von Schröder und Putin. „Nach dem jetzigen Stand kann ich es nicht als hilfreich betrachten“, sagte Kauder nach einer Klausurtagung der Fraktionsführungen von Union und SPD auf dem Petersberg bei Bonn. Vermutlich sei auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) davon nicht überzeugt.

Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt, sagte: „Ich war befremdet über das Umarmungsfoto.“ Das Foto war bei dem Treffen in St. Petersburg entstanden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann nahm den Altkanzler in Schutz. „Ich weiß nicht, was der Bundeskanzler bei seiner privaten Begegnung mit Putin besprochen hat“, sagte Oppermann. „Aber ich bin ganz sicher, dass er dem russischen Präsidenten klargemacht hat, dass er aktiv etwas dafür tun muss, dass die Geiseln freigelassen werden.“ Im Osten der Ukraine halten Separatisten seit Freitag ein Team von westlichen Militärbeobachtern fest, darunter auch vier Deutsche.

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, stellte sich vor Schröder. „Der Umgang mit Altkanzler Schröder ist dumm. Die Aufregung ist lächerlich, vor allem, wenn sie von Leuten kommt, die im Bundestag regelmäßig Gesetze gegen Drehtürwechsel in die Privatwirtschaft blockieren“, sagte Riexinger Handelsblatt Online.

Die Linke habe mit Schröder „wirklich nichts am Hut“, sagte Riexinger weiter. „Aber in der Krimkrise hätte er eine wichtige Vermittlerrolle bei Putin spielen können, wenn man ihn in die Pflicht genommen hätte.“ Es sei daher „nicht hilfreich, wenn alle direkten Drähte zur russischen Führung gekappt werden“, warnte der Linksparteichef. „Die deutsche Außenpolitik krankt zunehmend an einem dummen Duckmäusertum gegenüber den Amerikanern.“

„Schröder hätte Pussy Riot einladen sollen“
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32 Kommentare zu "Geburtstagsfeier in St. Petersburg: Auch CDU-Politiker bei Schröder-Party mit Putin"

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  • Vernünftige Zigarren, Getränke und ein gutes Essen können mehr bewirken als Sanktionen!
    Ein monatliches Galatreffen aller Beteiligten bei gutem Wein und Krimsekt dazu ein lecker Essen danach eine gute kubanische Zigarre!
    Die Gespräche wäre wohl wesentlich billiger und effizienter als sämtliche Sanktionen egal von welcher Seite sie ausgingen!

  • Marschiert das Kiewer Putschregime in Richtung Krieg mit Russland?


    Das US-gestützte Putschregime in Kiew hat einen weiteren Schritt in Richtung auf einen De-facto-Krieg mit Russland unternommen. Nach der kürzlich erlassenen Order, auf ethnisch russische Demonstranten in der Ostukraine zu schießen, wird jetzt russischen Piloten und Flugbegleitern untersagt, nach der Landung in Kiew das Flugzeug zu verlassen. Letzteres ist ein Verstoß gegen internationale Vereinbarungen, wonach zivilen Flugzeugbesatzungen bei Zwischenlandungen das Recht auf Ruhepausen garantiert wird.

    Das russische Außenministerium, das sich auf Informationen der russischen Fluglinie Aeroflot berief, beschuldigte Kiewer Beamte, den Flugzeugbesatzungen bei Flügen in die ukrainische Hauptstadt die nach den Flugsicherheitsbestimmungen erforderlichen Ruhepausen zu verweigern.

    Wörtlich erklärte das Ministerium: "Russland besteht darauf, dass diese unverantwortlichen Praktiken der Ukraine, die die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs gefährden, uneingeschränkt aufgegeben werden."

    Das provokative Vorgehen einer im Kern emotional instabilen Koalition aus ausgesprochenen Neonazis, US-Agenten und unzufriedenen ehemaligen Ministern erzeugt ein Klima, das die diplomatische Deeskalation der Konfrontation zwischen der Ukraine und Putins Russland verhindert!

    In den letzten Tagen sind CIA-Chef John Brennan und US-Vizepräsident Joe Biden nach Kiew geflogen, um der stümperhaft agierenden Putschregierung Anweisungen zu erteilen.
    Nachdem Brennans "Top-secret"-Besuch durch den russischen Geheimdienst bekannt gemacht wurde, musste die CIA dies kleinlaut einräumen.

    Tage später gingen ukrainische Soldaten mit militärischer Gewalt gegen ethnisch russische Demonstranten in der Ostukraine vor.

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/kiewer-putschregime-marschiert-in-richtung-krieg-mit-russland.html;jsessionid=60B21CE778E78388C92ECE4F96125725

  • Ich finde es gut, dass ein erfahrender Ex-Politiker, wie es nun Herr Schröder ist, mit Putin spricht.

    Unsere Regierung ist dazu ja offensichtlich nicht in der Lage.

    Die Kriegstreiber sitzen wohl in der Nato.

    Herr Schröder kann, wird und hat seinen Geburtstag in Russia gefeiert. Putin ist offensichtlich sein Freund.
    Er wird für seine Tätigkeit für Gazprom auch gut bezahlt und ist nicht der einzige Ex-Politiker der auf der Lohnliste von Gazprom steht. Die Heuchler heulen um die Wette.

    Den Deutschen sollten die verlässlichen Gas/Oellieferungen etwas mehr schätzen.
    Wenn die Wohnzimmer kalt bleiben wird Frau Merkel leider nichts gewusst haben!
    Schade!
    Ein Patriot!

  • In angeblichem Gegensatz zur CDU fordert die CSU, daß die Anzahl der (höchst kompetenten) EU-Kommissare von 28 um die Hälfte auf 14 reduziert wird. Wenn diese Forderung tatsächlich sachlich(und nicht populistisch) gerechtfertigt sein sollte, gehörten der gesamte EU-Apparat und die Parteien, die ihn geschaffen haben, sofort augelöst bzw. nicht mehr gewählt und dafür zur Verantwortung gezogen, daß sie bisher Steuergelder in krminellen Ausmaß verschwendet haben. Der EU-Bürokratieabbaubeauftragte, Herr Stoiber, der eigentlich hinter der erwähnten CSU-Europawahlforderung stehen müßte, hat man in Andechs nicht gesehen. Wird die CSU im erhofften Ausmaß bei der Europawahl gewählt, bleibt von der erwähnten Forderung sehr schnell nichts mehr übrig. Es handelt sich um eine Scheinforderung, die verhindern soll, daß zu viele Wähler zur AfD abwandern. Wie will sich die CSU da glaubwürdig zur Schröder-Geburtstagsfeier äußern.

  • Die Krim wurde 1783 russisch. Im Jahr 1954 gliederte Nikita Chruschtschow die Krim, der Ukraine an - aus rein verwaltungstechnischen Gründen. Dort leben vor allem Russen, so wie in der Ostukraine vor allem Russen leben. Die Ostukraine war immerhin auch das Gebiet vieler großer Schlachten im Zweiten Weltkrieg.

    Auch Weißrussland ist zum Teil russischer als Russland selbst.

    Der unter dubiosen Umständen gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch hatte vor den Schüssen auf dem Maijdan-Platz, unter Vermittlung des deutschen Außenministers Frank Walter Steinmeier, ein Abkommen ausgehandelt, welches fast alle Reformen, die gefordert waren, enthielt.

    Die Demonstranten auf dem Maijdan-Platz wurden oftmals bezahlt. Sie bekamen umgerechnet 30 Euro pro Tag. Das stammt aus verlässlichen Quellen - von Menschen aus dem Land. Agenten und Agitatoren mit Geldkoffern kamen und teilten die Geschenke aus. Und was will es uns sagen, dass die Schilder der Demonstranten vor allem in Englisch beschriftet waren und nicht in Russisch? Auch die Schüsse, die schließlich zum Sturz von Janukowitsch führten, kamen wahrscheinlich von ausländischen Söldnern.

    Wer hat ein Interesse daran, die Lage nicht zur Ruhe kommen zu lassen? Hier wird gezündelt, und zwar ganz gefährlich!

    Herr Mißfelder ist einer der wenigen Realpolitiker in der CDU welche die Lage in der Ukraine richtig einschätzen, in einigen Fernsehauftritten kam das auch klar zum Ausdruck.
    Zu den 4 deutschen OSZE Beobachtern kann ich nur sagen, was haben die da verloren??? Aus welchem Grund müßen deutsche Soldaten in die Ukraine? Die haben da nichts aber auch nicht das geringste zu suchen!

  • Der CSU-Generalsekretär: ..."während deutsche Staatsbürger im Ukraine-Konflikt von prorussischen Separatisten als Geiseln gefangen genommen sind."

    Welcher Depp ist denn verantwortlich dafür, dass die deutschen Staastsbürger überhaupt dort sind?

    Hier müssten natürlich wieder Köpfe rollen.

  • Sanktionen bleiben die Unfähigkeit politischen Handelns und politischer Gespräche.

  • Es könnte sein, daß auch der Obama-Sicherheitsberater Herr Zbigniew Bzezinski mit der Weltgemeinschaft Katz und Maus spielt. Die Putinhasser sollten einmal ihre Literaturkenntnisse vervollständigen und das Buch "The Grand Chessbord" lesen. Da müßten sie zur Kenntnis nehmen, daß die Ukraine eine entscheidend Rolle für die Verwirklichung der American Privacy spielt. Der CDU-Politiker Wellmann hat in der Phönix-Runde mit Herrn Ströbele am 28.4.2014 immerhin zugegeben, daß der EU-Kommisionspräsident Barroso schon Ende 2013 mit zu der unglücklichen Entwicklung in der Ukraine beigetragen hat. Auf wen ist es wohl zurückzuführen, daß die Vereinbarung zwischen Janukowitsch, Steinmeier und Fabius über einen geordneten Regierungswechsel gleich nachein paar Stunden durch die Putschisten über den Haufen(Maidan) geworfen wurde. Sicherlich nicht auf Putin. Ist da verordnete Einseitigkeit im Spiel?

  • Wer ist die Weltgemeinschaft? Die Oberkapitalisten wohl, aber nicht die Völker, die den ganzen Irrsinn nicht wollen. Hat man sich mal mit der Vergangenheit Russlands und der Sowjetunion beschäftigt? Demokratie gab es dort noch nie, wahrscheinlich kann man damit nichts anfangen, heute ist man froh, das die stalinistische Gewaltherrschaft mit allen Folgen vorbei ist, und die Bürger besser leben können. Sie brauchen nicht die im Westen scheinheilig gelebte Demokratie, die längst ausgehöhlt wurde, von der EU und Merkel-Deutschland, ohne jegliche Mitbestimmung der Bürger. Da kann man nur noch alternativ wählen, in der Hoffnung, dass die deutschen Bürger endlich wach werden. Schröder und Mißfelder spielen da eher überhaupt keine Rolle.

  • Aber die Fans der USA-Militärmacht sind auch nicht zu beneiden!
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/04/nach-scheinangriff-schiffsbesatzung.html

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