Gehaltsunterschiede Bei Beamten droht Zwei-Klassen-Gesellschaft

Der Beamtenbund fordert mehr Geld - nicht nur für die eine Million Angestellten in den Ländern. Auch die Beamtenbezüge sollen erhöht und ein weiteres Auseinanderdriften in den Länder gestoppt werden.
14 Kommentare
Die Bezahlung von Beamten unterscheidet sich in den Ländern stark voneinander. Quelle: dpa

Die Bezahlung von Beamten unterscheidet sich in den Ländern stark voneinander.

(Foto: dpa)

KölnDie Gehälter der Beamten in den 16 Bundesländern driften nach einer Analyse des Beamtenbundes (dbb) seit der Föderalismusreform von 2006 immer weiter auseinander. So bekommt ein junger Staatsanwalt oder Studienrat im Süden der Republik inzwischen schon bei der Einstellung fast 400 Euro im Monat mehr als etwa in Berlin oder Brandenburg.

Beamtenbundschef Klaus Dauderstädt forderte in einem dpa-Gespräch eine Korrektur der Föderalismusreform. Auch beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie den Arbeitszeiten würden die Unterschiede zwischen den Bundesländern immer größer.

Der Beamtenbund kommt an diesem Montag in Köln zu seiner Jahrestagung zusammen. Im Mittelpunkt steht dabei die ab Ende Januar anstehende Tarifrunde für die rund eine Million Angestellten in den Ländern - etwa Krankenschwestern, Polizisten und Verwaltungspersonal. Der Beamtenbund fordert zusammen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Tarifbeschäftigten Einkommensverbesserungen von 6,5 Prozent.

Das Ergebnis müsse „zeit- und inhaltsgleich“ auch auf die Landesbeamten übertragen werden, forderte Dauderstädt. „Wir müssen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im öffentlichen Dienst verhindern.“ Ärmeren Bundesländern falle es immer schwerer, gute Steuerbeamte, Staatsanwälte, Lehrer oder Polizisten für den Staatsdienst zu gewinnen - und sie dauerhaft als Mitarbeiter zu halten. „Besonders in der Steuerverwaltung ist die Abwerbung durch die Wirtschaft extrem“, sagte der dbb-Chef.

Der dbb fordert auch eine einheitliche Bezahlung von Lehrern. „Blockieren die Arbeitgeber hier weiterhin, dann wird es bei den Verhandlungen in der Einkommensrunde 2013 ein munteres Tänzchen geben“, warnte der Tarif-Verhandlungsführer des dbb, Willi Russ, im Magazin „Focus“. „Dass ein Mathematiklehrer in Dresden bis zu 1000 Euro weniger bekommt als sein Kollege in München, ist nicht hinnehmbar.“ Lehrer seien die einzige Berufsgruppe im öffentlichen Dienst ohne ein Tarif-Eingruppierungsrecht.

 
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Gehaltsunterschiede - Bei Beamten droht die Zwei-Klassen-Gesellschaft

14 Kommentare zu "Gehaltsunterschiede: Bei Beamten droht die Zwei-Klassen-Gesellschaft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Niemand hat Sie gezwungen, Polizist zu werden. Es steht Ihnen frei, etwas anderes zu tun.

    Hören Sie auf zu jammern und strecken in Zukunft keinen Mittelfinger mehr aus. Dann wird Ihnen dieser auch nicht gebrochen und erspart Ihnen weitere Unannehmlichkeiten. Wer Bürger als „ASSI“ bezeichnet, muss sich nicht darüber wundern, wenn Gewalt eskaliert. Wechseln Sie den Job oder machen Sie Innendienst, statt über den Job zu meckern, den Sie sich freiwillig(!) ausgesucht haben.

  • @ DagmarK,
    Angestellte im öffentlichen Dienst und Beamte waren einmal insofern in der Pension/Rente gleich gestellt, da über die VBL die Differenz Rente zu Pension geleistet wurde.
    Das wurde gestrichen und ..."es wird sich bemüht diese volle Differenz auch künftig zu leisten".
    Fragen sie doch entsprechende Angestellte. Die werden ihnen versichern, dass es bei "Bemühen" geblieben ist und real eben nicht die volle Different geleistet wurde.
    Im übrigen ist die ganze Diskussion Beamte/Beschäftigte falsch aufgezogen:
    Repressalien gegen Uniformträger sind ebenso vorhanden wie gegen normale Bürger. Alles identisch, bis hin zum "Fingerbrechen" und letztlich auf den Rechtskosten sitzen bleiben.
    Der Unterschied Rente/Beitrag und Pension/Minibeitrag; das ist nicht akzeptabel.
    Von mir aus könnten auch alle Beschäftigen zu Beamte ernannt werden und die Rente fällt dann als Manna vom Himmel.

  • „Wir müssen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im öffentlichen Dienst verhindern.“

    Wenn er das schon als Zweiklassen-Gesellschaft, wo stehen dann in dieser Hierarchie die Zeitarbeiter im öffentlichen Dienst?

    Da werden Bürokräfte für (wenn es hoch kommt) 10 Euro brutto die Stunde beschäftigt.

  • @Neiddebatte: Sie sollten sich hier nicht angesprochen fühlen. Es geht nicht um Beamte im mittleren Dienst. Sie beschweren sich m.E. vollkommen zu Recht, dass Sie bei Ihrer Dienstausübung vom Gesetzgeber und der Justiz im Regen stehen gelassen werden. Als Bürger fühle ich mich von diesen Institutionen ebenfalls verraten, wenn ich nur an die schwer- und schwerstkriminellen jungen Männern aus dem Migrantenmilieu (genauer: türkisch-arabisch-moslemisches Milieu) denke, die von unserer Justiz - insbesondere in linksgrün regierten Bundesländern - immer wieder Freifahrtscheine erhalten und erneut auf die Bevölkerung losgelassen werden.

  • Rational betrachtet bezahlt der Staat die, die verbeamtet sind im Vergleich zu ähnlichen Ausbildungsberufen oder FH-Absolventen relativ gesehen recht gut. Das betrifft die breite Masse der Beamten im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst. Fraglich ist die Bezahlung und Verbeamtungspraxis insbesondere im höheren Dienst und im Lehramt. Eliten und Talente werden dort unterdurchschnittlich bezahlt. Die Verbeamterei im Lehramt ist ehrlich gesagt aus vielerlei Gründen abzulehnen. Jedenfalls nicht solange diese, meines Wissen größte Berufsgruppe im öffentlichen Dienst, weiterhin keinerlei ernsthafter Selektion oder Benotung oder einem richtigen Examen unterliegt. Solange dort schätzugsweise um die 40% Ungeeignete gedultet werden sollten diese lieber nur noch im Angestelltenverhältnis beschäftigt werden. Denn diese 40% müssen später teuer weiterbezahlt werden, wenn sie es dauerhaft nicht können und aus dem Diest ausscheiden müssen.

  • Das Volk ist total verblödet. Früher war z.B. die Stromversorgung z.B. das Baden-Werk in Händen des Staates, jetzt nehme ich mal als Leiter des Badenwerkes ein ganz hohes Beamtengehalt. Das eines "Bundesrichters", ich denke das ist eines der höchst bezahlten Ämter. Soll der mal im Monat 15.000.- Euro netto verdienen - ich weiß es nicht. Der hat den Stromkunden im Jahr 180.000.- Euro gekostet. Jetzt schauen Sie sich mal das Gehalt z.B. von Herrn Claasen an, als Ex-Vorsitzender eines Energiekonzerns. Ich glaube der hat 3-4 Millionen im Jahr verdient. Dann die ganzen Aufsichtsräte, die Vorstände, Abteilungsleiter. Schon für deren Gehalt, hätte man das Gehalt aller Beamten des Energieversorgers Badenwerk zahlen können. Und die schütten noch hunderte von Millionen an Dividende an Aktionäre aus. Alles unser Geld des Kunden. Und ihr Blödmänner glaubt noch das, was die Schreiberlinge die im Auftrag der Lobbyisten erzählen. Beamte sind so teuer. Privatisierung ist so toll. Die Konzerne machen Milliarden Gewinne und ihr regt euch auf, wenn ein Beamter mal 15.000.- Euro im Monat für das verdient, was der Vorsitzende z.b. eines Stromkonzerns in 2 Tagen vedient, für die selbe Arbeit. Aber das verblödete Volk fällt auf die Lügen herein, die Lobbyisten hier kundtun !!

  • Ja, wir Beamte reiben uns die Hände und leben wie die Made im Speck. Als Polizeibeamter im Endamt mittlerer Dienst, 34 Jahre alt, wo ich jeden Tag beleidigt und angepöbelt werde und froh bin, wenn ich wieder gesund nach Hause komme. Was ich mir das alles in Uniform gefallen lassen muss, das würde ich mir privat nie bieten lassen !! Ich muss mittlerweile mehr Angst vor Verbrechern und Gewalttätern haben, als die vor mir. Mir wurde der Finger gebrochen. Das Verfahren gegen den Täter wurde eingestellt - ich wurde auf den Privatklageweg verwiesen. D.h. ich kann nun zum Anwalt gehen und über den Anwalt Schmerzensgeld gegen den Täter einklagen. Das Strafverfahren gegen den Täter wurde wegen "Geringfügigkeit - gebrochener Finger --- ???? eingestellt. Ich gehe zum Anwalt bezahle zunächst die Anwaltskosten, der Straftäter ist ein arbeitsloser "ASSI" , bei dem nichts zu holen ist und ich bleibe zu meinem gebrochenen Finger zum Schluss noch auf meinen Anwaltskosten sitzen. Toll ist das !!! Alle die hier schreiben, das Beamtenleben ist so schön - bitte mal sich informieren. Ich nehme euch gerne mal mit (geht leider nicht -schade) zur nächsten Massenschlägerei.

    Das alles bei einem Gehalt von ca. 2000.- Euro netto und einer 41-Stunden-Woche.
    Ja, ich bin ein Schmarotzer, ich muss ja auch jeden Tag den Kopf hinhalten für Versagen in der Politik, der Justiz, der Gesellschaft und vieles mehr. Und ich bin so toll überbezahlt. Die meisten hier würden einnässen, wenn sie mal bei einer Massneschlägerei einschreiten müssten. Meinem Kollegen haben sie dabei den Kiefer gebrochen. Täter unbekannt. Nicht aus der Menge heraus zu ermitteln. Der hat sich aber auch soooo gefreut übers eine tolle Überbezahlung.
    Die wahren Leistungsträger der Gesellschaft wie Krankenschwestern, Altenpflegern - ein ganz große Anerkennung gerade an diese Menschen, Feuerwehrleute, DRK-Helfer, die normalen Arbeitnehmer und Angestellte - und viele mehr, müssen uns so etwas anhören.!!

  • Was ist falsch an der Forderung Beamte endlich in das Solidarsystem zu integrieren und nicht weiter nach dem Willer der Politiker zu diskriminieren?
    Ordentliches Gehalt und Beiträge in die Sozialsysteme.
    Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze wird, wie in der freien Wirtschaft und bei Selbständigen grundsätzlich, ebenso die Befähigung zur Eigenverantwortung unterstellt.
    Unter dem beliebten Verweis auf die Einkünfte in der freien Wirtschaft sei lapidar auf die finanzielle Entwicklung verwiesen, insbesondere an die Sozialverträglichkeit von Leiharbeitern & Co.

  • Wer braucht schon diese unkündbaren, überversorgten, unfreundlichen Beamten, dessen Arbeitsmoral mehr als fragwürdig ist?

  • Statt noch mehr Geld für überflüssige Beamte sollten wir endlich STRUKTUR-REFORMEN beschliessen:

    Strukturreform mit Abschaffung der veralteten und inzwischen überflüssigen Beamtenstellen (Post / Bahn / Telekom / Verwaltung / etc.) analog der Industrie, wo dies ständige Praxis ist! /

    Rentenreform für Alle, damit die [...] (Beamte) endlich mal für ihr Alter selbst vorsorgen müssen /

    Privatisierung aller Dienstleistungen, da diese keine “Hoheitlichen Aufgaben“ darstellen (Verbeamtung ist dort widersinnig) : Lehrer / Finanzverwalter / Arbeitsverwalter (im übrigen werden 90 Prozent der Jobs heute privat vermittelt, also dringend Planstellen streichen und Strukturreform durchführen ! )

    Reform der Staatsstrukturen: Neustrukturierung der Bundesländer von SECHZEHN auf VIER: Nord / Süd / Ost / West. Das spart allein schon über 100 Milliarden EURO jährlich…

    DER FISCH STINKT VOM KOPF HER: Statt über 600 Lobbyisten dzt. im Bundestag durchzufüttern, die eben keine Reformen durchführen, sondern diese nur zerreden, Reduzierung auf das notwendige Minimum (60 bis 100 Lobbyisten reichen da völlig aus).

    Kleine Betrachtung am Rande: die über 4 Millionen Bundes- und Landesbeamten und öffentlich Bediensteten kosten uns jährlich (!!!) ca. 160 Milliarden EURO ! Dazu kommen noch die verwaltungstechnisch parallelgeschalteten EU- Beamten, über die Mr. Cameron aus England sich neulich mit den Worten beschwert hat: über 200 von denen verdienen mehr als er selbst als Regierungschef !

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%