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Geldmanager des Jahres Die neue Doppelspitze der DZ Bank zeigt, wie sinnvolle Arbeitsteilung funktioniert

Uwe Fröhlich und Cornelius Riese formen die Chefetage der DZ Bank. Die beiden Manager beweisen, dass zwei Führungskräfte keiner zu viel sind.
27.12.2019 - 09:17 Uhr Kommentieren
Quelle:  DZ Bank Julius Brauckmann Illustration


(Foto:  DZ Bank Julius Brauckmann Illustration)

Zwei Chefs an einer Bankspitze waren in der Vergangenheit häufig einer zu viel. Uwe Fröhlich und Cornelius Riese beweisen, dass das nicht immer stimmen muss. Ihre Bilanz nach nur einem Jahr kann sich sehen lassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Geldinstituten, deren Erträge im angespannten Marktumfeld zurückgingen, verdient die DZ Bank Gruppe ordentlich Geld.

Dieses Jahr sogar mehr als 2018 und mehr als prognostiziert. Unter dem Strich soll ein Vorsteuerergebnis von mehr als zwei Milliarden Euro stehen. Zum Vergleich: 2018 hatte die Gruppe 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet, und für dieses Jahr waren zwischen 1,5 und zwei Milliarden Euro geplant.

Erfolge haben zumeist viele Mütter und Väter, im Fall der DZ Bank hat die Doppelspitze einen großen Anteil. Riese und Fröhlich ergänzen sich wunderbar. Mit ihnen stehen zwei Männer an der Spitze des Instituts, die zwar viele Gemeinsamkeiten haben, dabei jedoch auf unterschiedliche Erfahrungen zurückblicken.

Beide machten ihre ersten beruflichen Schritte im genossenschaftlichen Sektor, beide haben anschließend ihre Karrieren bei internationalen IT- und Beratungsunternehmen vorangetrieben, beide kennen die DZ Bank schon lange und haben eng mit ihrem Vorgänger Wolfgang Kirsch zusammengearbeitet.

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    Gleichzeitig haben sie unterschiedliche Perspektiven auf die Bank und ihre Herausforderungen kennen gelernt: Der eine, Fröhlich, als langjähriger Präsident des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und Aufsichtsratsmitglied der DZ Bank. Der andere, Riese, als jahrelanger Finanzvorstand der Bank. Die Benennung der beiden als Doppelspitze war somit Zeichen für Aufbruch und Kontinuität zugleich.

    Tim Sievers ist Gründer des Fintech-Unternehmens Deposit Solutions, das die Zinsplattformen Savedo und Zinspilot betreibt. Es ist eines der wenigen deutschen Einhörner. Die Deutsche Bank sicherte sich 2019 einen Anteil von 4,9 Prozent. Sievers hat in Oxford, London und Hamburg studiert. Quelle: Pressefoto
    Tim Sievers

    Tim Sievers ist Gründer des Fintech-Unternehmens Deposit Solutions, das die Zinsplattformen Savedo und Zinspilot betreibt. Es ist eines der wenigen deutschen Einhörner. Die Deutsche Bank sicherte sich 2019 einen Anteil von 4,9 Prozent. Sievers hat in Oxford, London und Hamburg studiert.

    (Foto: Pressefoto)

    Fröhlich hat, wie er selbst sagt, eine abwechslungsreiche Laufbahn hinter sich. Der heute 59-Jährige, geboren in Sarstedt in der Nähe von Hannover, stieg ins Berufsleben mit einer Banklehre ein, absolviert bei einem genossenschaftlichen Institut. Dass sich in späteren Jahren der genossenschaftliche Kreis für ihn wieder schließen sollte, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.

    Nach seinem BWL-Studium verschlug es ihn nicht sofort in die Bankenbranche. Zunächst arbeitete er 15 Jahre bei der Unternehmensberatung Arthur Andersen und bei IBM Deutschland. Dort stieg er bis zum Generalbevollmächtigten des Bereichs Financial Services auf – und wechselte dann auf die Kundenseite.

    Ein Mann der Basis

    Seit dem Jahr 2001 ist Fröhlichs Wirken eng mit dem Bankensystem Deutschlands verknüpft, und zwar mit dem genossenschaftlichen Sektor. Zunächst fungierte er als Vorstand der Berliner Volksbank, dann, 2008, wurde er auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Präsident des BVR.

    In dieser Zeit kontrollierte er als Aufsichtsratsmitglied die operative Führung der DZ Bank und saß dem Risikoausschuss der Bank vor. Fröhlich hatte auch wesentlichen Anteil daran, dass die Gruppe seinerzeit mit einer Garantie der BVR-Sicherungseinrichtung für die Bank solidarisch einsprang und auf Staatshilfe verzichtete.

    2017 wurde er schließlich Generalbevollmächtigter bei der DZ Bank. Fröhlich war schon immer ein Mann der Basis. Den Mitgliedern eng verbunden, besucht er regelmäßig die Institute. Auch das trägt zu seinem Ruf als bodenständiger Spitzenbanker bei.

    Cornelius Riese hat ebenfalls früh Erfahrung bei einer Genossenschaftsbank gesammelt: Zwischen Gymnasium und Studium jobbte er bei der Heidelberger Volksbank am Schalter. Seine Karriere startete Riese später jedoch nicht bei einer Bank, sondern bei der Unternehmensberatung Accenture. Gleichzeitig trieb er seine Dissertation voran. Der Titel der Doktorarbeit: „Industrialisierung von Banken“.

    Im Jahr 2007 schließlich der Wechsel zur DG Hyp, der den Grundstein für eine steile Karriere in der Genossenschaftsgruppe legen sollte. Als Bereichsleiter bei der Immobilienbank hatte er gleich eine Bewährungsprobe zu bestehen. In der Finanzkrise musste er Personal abbauen, Kapitalerhöhungen durchführen und das Kapitalmarktgeschäft kappen.

    Er setzte die Maßnahmen erfolgreich um, mehr noch, er machte sich auch einen Namen als Vertreter der Strategie „Verbund first“, die das Selbstverständnis der Bank als Dienstleister für ihre Eigentümer, die Volks- und Raiffeisenbanken, stärker in den Mittelpunkt stellt.

    Schnell wurde die DZ Bank auf ihn aufmerksam und holte ihn 2009 in die Muttergesellschaft. Die weiteren Stationen: Bereichsleiter, Generalbevollmächtigter, stellvertretendes Vorstandsmitglied, ordentliches Mitglied des Vorstands, zuständig für Finanzen, Strategie und Controlling. Das damalige Meisterstück von Riese: Auch dank ihm gelang die Fusion von WGZ Bank und DZ Bank, die bisher größte unter Aufsicht der Europäischen Zentralbank.

    Seitdem rangiert das genossenschaftliche Spitzeninstitut auf dem zweiten Platz der größten deutschen Banken, mit einer Bilanzsumme von mehr als 500 Milliarden Euro. Mit 43 Jahren in das Amt des Co-Chefs einer deutschen Großbank aufzusteigen – das hat vor Cornelius Riese noch keiner geschafft.

    Tradition und Moderne führen zu Erfolg

    Der heutige Erfolg der DZ Bank ist Beleg dafür, dass die Doppelspitze Fröhlich/Riese hervorragend funktioniert. So ist die aktuelle Hochkonjunktur der DZ Bank Gruppe mit ihren mehr als 30.000 Mitarbeitern nicht nur auf den Gewinnanstieg des Versicherers R+V sowie Beteiligungsverkäufe der Fondsgesellschaft Union Investment und der Bausparkasse Schwäbisch Hall in Osteuropa zurückzuführen. Sondern auch das originäre Geschäft trägt kräftig zum Ergebnis bei und wächst um fünf bis zehn Prozent. Das Volumen im Kreditgeschäft mit Firmenkunden ist um zehn Prozent gestiegen, strategische Projekte wie der Verkauf von Unternehmensteilen der Tochter DVB Bank wurden erfolgreich umgesetzt.

    Uwe Fröhlich und Cornelius Riese stehen mit ihrer DZ Bank für einen neuen, modernen Typus Institut. Der Finanzkoloss gründete früh ein sogenanntes Innovationslabor, digitalisierte Prozesse, entwickelte innovative Geschäftsmodelle und kooperiert mit jungen Unternehmen aus meinem beruflichen Kosmos, der Fintech-Welt.

    Fröhlich und Riese zeigen dabei, wie eine Doppelspitze erfolgreich funktionieren kann: Sie haben eine sinnvolle Aufgabenteilung. Fröhlichs Schwerpunkt liegt auf der Geschäftsbank und Rieses auf der Holding. Fröhlich wirkt mit integrativer Kraft innerhalb des Sektors, Riese agiert mit fachlichem und strategischem Fokus. Beide gehen respektvoll und vertrauensvoll miteinander um. Zudem treten Beide engagiert und meinungsstark bei den Themen auf, die sie bewegen – egal ob bei wirtschaftlichen Fragen, wie Uwe Fröhlich mit seiner öffentlichen Kritik an Peter Altmeiers „Nationaler Industriestrategie 2030“, oder bei gesellschaftlichen Problemstellungen, wie das soziale Engagement von Cornelius Riese für Bildung.

    Nicht zuletzt sind Uwe Fröhlich und Cornelius Riese ein Duo, das sich erkennbar gut versteht. Sicherlich war es für beide eine besondere Herausforderung in einem neuen Führungsmodell auf Wolfgang Kirsch zu folgen. Schließlich steht ihr Vorgänger für eine ganze Ära. Fröhlich und Riese haben in den vergangenen zwölf Monate jedoch bewiesen, dass sie dieser Herausforderung mehr als gewachsen sind.

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