Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gemeinsame Erklärung Deutsche Wirtschaft warnt vor Börsensteuer

Deutsche Wirtschaftsverbände wettern gegen die von der Bundesregierung geforderte, europaweite Finanztransaktionssteuer. Sie habe „negative Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte“, heißt es in einer Stellungnahme.
31 Kommentare
Die EU-Kommission hat Vorschläge für eine neue Finanztransaktionssteuer in der Europäischen Union beschlossen. Quelle: dpa

Die EU-Kommission hat Vorschläge für eine neue Finanztransaktionssteuer in der Europäischen Union beschlossen.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Wirtschaft macht nach einem Bericht der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe Front gegen die europaweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer - diese wird auch von der Bundesregierung gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung der maßgeblichen Wirtschaftsverbände heißt es, eine solche Steuer würde „negative Auswirkungen auf Unternehmen und Beschäftigte“ sowie letztlich Wachstumseinbußen zur Folge haben.

Die Wirtschaftsverbände argumentierten, die Gründe für die Steuer seien „nicht überzeugend“. Käme sie, würde das zu Belastungen in der Kreditversorgung führen. Finanzgeschäfte würden in „wenig regulierte Märkte“ umgelenkt. Da die Steuer zumindest zum Teil auf die Preise umgelegt würde, seien am Ende die Kunden - Unternehmen wie Bürger - die Leidtragenden. Gerade auch der Bereich Altersvorsorge wäre getroffen.

Anlass der Stellungnahme der Wirtschaftsverbände ist eine Anhörung zu diesem Thema im Bundestagsfinanzausschuss am kommenden Mittwoch. Die Erklärung, aus der die Zeitungen zitieren, ist unterzeichnet vom Industriebverband BDI, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Arbeitgebervereinigung BDA, dem Handwerksverband ZDH sowie den Handelsverbänden HDE und BGA, dem Bankenverband BdB sowie der Versicherungsorganisation GDV.

Die EU-Kommission hatte kürzlich einen Vorschlag zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Europa vorgelegt. Danach sollen kommerzielle Aktien- und Anleihengeschäfte als Mindestsatz mit 0,1 Prozent und Derivategeschäfte mit 0,01 Prozent besteuert werden. Die EU-Kommission verspricht sich davon Einnahmen von rund 57 Milliarden Euro pro Jahr in der EU, die sie zum Teil auf Kommissionsebene halten will.

Auf lange Sicht erwartet die Kommission jedoch Wachstumseinbußen von bis zu 1,76 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung in Europa. Statistisch würde das geringere Steuereinnahmen in der EU von 80 Milliarden Euro und in Deutschland von zehn Milliarden Euro bedeuten.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Attac und DGB befürworten Finanz-Abgabe
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Gemeinsame Erklärung - Deutsche Wirtschaft warnt vor Börsensteuer

31 Kommentare zu "Gemeinsame Erklärung: Deutsche Wirtschaft warnt vor Börsensteuer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Na toll, nach dem platten Vulgärmarxismus muss nun wieder der arme Keynes herhalten, der verzweifelt in seinem Sarg herumrumpelt. Und ihre Behauptungen sind schlichtweg falsch, befassen Sie sich mal mit der Realität der Zuzahlungsfreistellungen und den Zahlungen selbst an nachweislich Arbeitsunwillige. Kinderreiche Sozialhilfeempfänger bekommen, auch dank von der Leyen, netto erheblich mehr als jeder arbeitende Familienvater mit mittlerem Einkommen. Durch das schlichte Verfrühstücken von Geld ist noch nie ein Arbeitsplatz entstanden.

  • Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber nicht wenn Michael Moore´s "Kapitalimus, eine Liebesgeschichte" zur Pflichtveranstaltung in der ökonomischen Volksbildung eingeführt wird.

  • babsack,du arbeitest bei der bank,wah.erste antwort war richtig ...aufwachen...

  • Sorry,jeweils eine 0 unterschlagen bzw.eine Kommastelle.
    Richtig muß es natürlich lauten:
    Bei einem Volumen von 100000€
    macht das 1000€ bzw 100€ .

  • Diese Transaktinssteuer macht bei einem Investitionsvolumen von 100000€, 100€ bzw. 10€ aus.
    Das dürfte der Private Anleger,wenn es ihm in der Endabrechnung überhaupt auffällt,wohl gut verschmerzen können.
    Entscheidender ist,dass mit dieser Steuer der Computerhandel abgeschöpft und eingedemmt werden könnte.
    Denn der sorgt regelmäßig für verheerende Kauf- und Verkaufsignale.

  • in der schweiz,in londen in den usa überall gibt es eine sörsen umsatzsteuer.

    dann müßten die ja schon längst pleite sein.

    ich erinnere,daß alle aussagen unserer wirtschaftsnker und ihrer mietmäuler,die sie die letzten jahre zu zukünftigen wirtschaftsentwicklunge,zur riesterrente,zur stabilen eurozone,zur schwarzarbeit,zur steuerhinterziehung,zum mindestlohn,zur fdp,zuc grünen,zur cdu,die die spd links überholt usw nicht nur falsch waren sondern sich teilweise sogar als medienmanipulation nachträglich herausgestellt haben.

    40 mrd.steuerschaden aus hinterzogener einkommensteuer,20 mrd steuerschaden aus hinterzogener mehrwertsteuer,10 mrd steuerschaden aus schwarzgelanlagen im ausland,25 mrd steuerschaden aus schwarzarbeit,10 mrd steuerschaden aus
    pleiten und insolvenzen macht ein drittel unseres bundeshaushaltes aus.

    unsre eliten woll nicht teilen .kein problem teilen wir auch nichtlänger mit ihnen.

    die fdp spürt es zuerst,irgendwann auch die marktrelevabten unternehmen.

    siehe DM kette,chef ein menschenfreung = steigender umsatz.

  • Ist doch logisch, man will doch die Kuh möglichst lange melken und nicht gleich umbringen ;)

    Der Derivatemarkt ist riesig... was denkt ihr wo die ganzen Geldmengen kursieren, die die EZB in den letzten 10 Jahren in Umlauf gebracht hat. Doch nicht in der Realwirtschaft ;)

  • Schon seltsam...

    beim Anheben der Mehrwertsteuer oder Lohnsteuer macht man sich weniger Gedanken über die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

    Überhaupt ist dieses Argument völlig fehl am Platz, denn solange wir keinen ausgeglichenen Haushalt haben finanzieren wir Wachstum auf Pump. Irgendeine Steuer muss letztlich erhöht werden und hier eine zu finden die das Wachstum nicht ausbremst ist glaub utopisch.

  • Ich bin gegen eine Finanztransaktionssteuer. Solange Aktien als finanzielle Beteiligung an einer realwirtschaftlichen Unternehmung mit abstrakten Finanzprodukten in einen Topf geworfen werden.

    Denn damit werden Aktienbeteiligungen bestraft und Finanzwetten nicht einmal annähernd an den volkswirtschaftlichen Schäden beteiligt, die sie reißen wenn sie platzen.

    Statt dessen plädiere ich dafür, Finanzprodukte ihrer Natur entsprechend als das einzustufen was sie sind: Entweder direkte Unternehmensbeteiligungen oder Finanzwetten. Und im Falle einer Einstufung als Wette einen mit der Vergnügungssteuer identischen Prozentsatz als Schadensvorsorge zu erheben, aus der die Opfer dieser Zockerei im Krisenfall von unten nach oben entschädigt werden. Also HartzIV-Empfänger zuerst, dann Aufstocker, dann Kleinanleger... Wenn zum Schluß noch was überbleibt, gerne auch die pleitegegangenen Täter.

    Denn wenn die Wetten gut laufen, sprudeln die Gewinne ganz oben, tröpfeln etwas tiefer, sickern noch etwas in den gehobenen Mittelstand. Tiefer, oder gar unten, kommt nichts mehr an.

    Laufen die Wetten schlecht, trifft es ausgerechnet diejenigen zuerst und am härtesten, die sich nie an Finanzwetten beteiligt haben. Weil sie, auch in Deutschland, täglich von der Hand in den Mund leben und deshalb keine finanziellen Reserven bilden können.

    Und ausgerechnet dort werden dann die ersten Millionen vom Butterbrot gekratzt.

    Könnte man zumindest abfedern. Denn mit einer Wettsteuer von 2% auf den Einsatz jeder Finanzwette würde richtig was zusammenkommen.

Alle Kommentare lesen