Gender Mainstreaming Grüne sehen AfD auf NPD-Kurs

Wo steht die AfD in der Familienpolitik? Ein Beschluss des Landesverbands Baden-Württemberg deute auf eine NPD-Nähe hin, meint Grünen-Politiker Beck. Für die SPD ist die AfD nun erst recht unwählbar geworden.
Update: 31.07.2015 - 17:15 Uhr 57 Kommentare
Jörg Meuthen, ist stellvertretender Bundesvorsitzender und Landeschef von Baden-Württemberg der Alternative für Deutschland (AfD): Ein Beschluss seines Verbands zur Familienpolitiker sorgt für Unmut. Quelle: dpa
Jörg Meuthen.

Jörg Meuthen, ist stellvertretender Bundesvorsitzender und Landeschef von Baden-Württemberg der Alternative für Deutschland (AfD): Ein Beschluss seines Verbands zur Familienpolitiker sorgt für Unmut.

(Foto: dpa)

BerlinDie Südwest-AfD sorgt für Entsetzen bei den Grünen. Grund ist eine auf dem Landesparteitag am vergangenen Wochenende einstimmig verabschiedete Erklärung, in der das Konzept des sogenannten „Gender Mainstreaming“ abgelehnt wird. In Baden-Württemberg wird im März ein neuer Landtag gewählt.

„Der von der AfD beschlossene Mütterkreuzzug überholt selbst Putins homophobes Propagandagesetz von rechts“, sagte der Grünen-Politiker Volker Beck dem Handelsblatt. „Alle, die nicht in einer heterosexuellen Beziehung leben, bei der allein der Mann das Sagen  hat, sollen zur Diskriminierung freigegeben werden. Damit unterscheidet sich die AfD in ihrer Anti-Gleichstellungspolitik nicht mehr viel von der NPD.“

Laut dem Beschluss fordert die Alternative für Deutschland in Baden Württemberg, deren Vorsitzender Jörg Meuthen zugleich Co-Chef der Bundes-AfD ist, die ersatzlose Rücknahme aller Gesetze und Vorschriften, die, wie es in der Erklärung heißt, im Sinne der „Gender-Ideologie“ seien, darunter das Bundesgleichstellungsgesetz sowie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Überdies fordert die Partei die Streichung aller Stellen für Gleichstellungsbeauftragte.

In einer Pressemitteilung des Landesverbands wird die Ablehnung des Gender-Mainstreamings, also die bewusste Berücksichtigung von geschlechterrelevanten Aspekten in politischen Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen und die Ermöglichung vielfältiger Lebensentwürfe für alle Geschlechter, damit begründet, dass „die Nivellierung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen“ einen „unzulässigen Eingriff des Staates“ in das private und gesellschaftliche Leben darstelle. Daher verurteile die AfD alle Versuche, Mütter politisch und ökonomisch in Richtung Berufstätigkeit zu zwingen.

In der Mitteilung ist die Rede von „Auswüchsen“ des Gender Mainstreaming, wie etwa „die Ermunterung zu sexuellen Experimenten im Sexualkundeunterricht oder Quotenregelungen für verschiedenste Arbeits- und Lebensbereiche“, die ebenfalls abgelehnt werden.

Beck sagte dazu, wer den Diskriminierungsschutz von Frauen im Arbeitsrecht ersatzlos streichen wolle, zeige dass er „gesellschaftspolitisch erzreaktionär ist und Deutschland gern in die vorrepublikanischen Verhältnisse des Biedermeier zurückkatapultieren möchte“. Wenn die AfD „einen solchen Unsinn“ auf einem Parteitag einstimmig beschließe, zeige  sie, dass „Frauenbenachteiligung und Minderheitenfeindlichkeit“ nach dem Weggang ihres früheren Bundesvorsitzenden Bernd Lucke das Ruder übernommen haben.

AfD-Chef verteidigt Vorgehen gegen „verquere Gender-Ideologie“
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57 Kommentare zu "Gender Mainstreaming: Grüne sehen AfD auf NPD-Kurs"

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  • Die Überschrift ist kein guter, sondern sie ist Tendenzjournalismus. Ausgerechnet die Grünen als repräsentative Kritiker anzudienen, ist weit hergeholt. Schliesslich hat die Partei nach eigenen Publikationen grosse Probleme mit der Päderastie gehabt und auch Herr Beck hat sich da entschuldigen müssen. Diesen interessanten Herrn jetzt als Kronzeugen für den Titel aufzubieten, ist ein starkes Stück,.

  • Eins verstehe ich nicht. Hier wird auf der Presse herumgetrampelt, die bei den PEGIDISTEN so beliebte "Lügenpresse" zitiert, aber wo hat denn die Presse gelogen? Es wurde berichtet und zwar dass, was in der Tat stattgefunden hat. Es wurde nichts erfunden, nichts hinzugedichtet, sondern einfach und wahrheitsgemäß die Situation beschrieben. Leider aber nicht zu Gunsten der AfD. Ist das der Grund für das permanente gekeife? Haben sich da ein paar treue Apologeten von PEGIDA und AfD auf die Füße getreten gefühlt? Ist da vielleicht sogar ein getroffener Hund, der da bellt. Demokratie heißt unter anderem auch, dass man unangenehme Wahrheiten schlucken muss ohne das die Politiker oder die Nachrichtenüberbringer persönlich niedergemacht werden. Also ich finde, dass das mehr als nur widerliche Runterputzen von Herrn Beck so ziemlich am Thema vorbei ist. Auch dumme und unsachliche Argumente, die jeder Wahrheit entbehren gehören nicht in eine sachliche Diskussion. Das Armutszeugnis stellt sich somit nicht die Zeitschrift aus, sondern die Diskutierenden, die mit Schaum vor dem Mund versuchen Tatsachen tot zu brüllen.

  • Zu Zeiten von Herrn Tichy war die "Wirtschaftswoche" eine interessante und lesenswerte Nachrichtenquelle mit guten Journalisten wie Roland Tichy selber, Hugo Müller Vogg, Bettina Röhl und anderen.

    Heute abgeruscht und vollständig mainstreamig und langweilig.

    Mit "Tichys Einblick" gibt es Ersatz als online-Zeitung. Lesenswert als Ergänzung zum HB.

  • "Für die SPD ist die AfD erst recht unwählbar geworden. Die SPD findet ja nicht mal einen Leithammel für ihre Genossen, wissend das es nichts mehr wird mit der SPD, den Grünen kommt immer öfter der Gedanke das ihre "Gute Zeit" auch dem Ende zustrebt,
    Herr Neuerer, bitte mehr solche Artikel, viele im Land wissen noch nicht was Gender heißt und sich dahinter verbirgt.
    Helfen Sie uns und damit der AfD den Menschen die Augen zu öffnen, vielen Dank für den heutigen Artikel.

  • Zur weiterführenden Information:

    Wie sich die Politische Organisation "Homosexelle in der AfD" darüber hinaus positioniert, kann jeder bei Interesse z.B. hierüber in Erfahrung bringen.
    https://www.facebook.com/pages/Homosexuelle-in-der-AfD/1490981311156762

    Und eigenständig erkennen, was von Becks & CO´s Anwürfen und absurden NPD-Vergleichen zu halten ist!

  • Jeder solche Artikel bringt der AfD zusätzliche Wähler!
    Also macht ruhig genau so weiter...! (:

  • Herr Neuerer und seine Kollegen arbeiten wirklich konzentriert daran das das Wort "Lügenpresse" noch lange seinen Bestand behalten wird. Sieht man die Verkaufszahlen der großen Zeitungen würde auch mir als Journalist Angst und Bange werden, alle gehen den Berg runter, woran mag es wohl liegen?.
    Und diese "Journalisten" braucht kein Mensch und keine Firma auf der Welt, es ist die Angst vor Arbeitslosigkeit welche sie treibt.
    Hier lese ich nur ab und an, das Niveau ist irgendwo zwischen Bild und einer Fernsehzeitung. Informationen welche Alltagstauglich sind kann man hier kaum erwarten, ist beim Schwesterblatt mit dem Hochtrabbenden Titel "Wirtschaftswoche" das selbe. Mietmäuler und Links/Grüne Gutmenschen als Journalisten kann auf Dauer nicht gut gehen.

  • Beeindruckend finde ich auch den Satz "Für die SPD ist die AfD nun erst recht unwählbar geworden". Das bedeutet, das bis vor diesem Beschluß die ganze SPD eigentlich AfD wählen wollte? Also kommt liebe SPDler, überlegt doch noch mal. Oder habt ihr wirklich schon so viele Pädathys in euren Reihen, das ihr das GrünInnen Pädoprogramm mitmachen müsst?
    Da müsst ihr dann aber euer Geschlecht abgeben, also jedenfalls die MännInnen.
    Lieber AfD wählen. Da dürfen Männer Männer bleiben, Frauen Frauen und Kinder Kinder. Und DAS ist gut so!

  • Der Bundessprecher der Interessengemeinschaft
    „Homosexuelle in der AfD"
    zitiert den schwulen AfD-Bürgerschaftsabgeordnete Alexander Tassis, der sich über die antidemokratischen Entgleisungen des grünen Bundestagsabgeordneten Volker Becks amüsiert:

    "Die Aussagen des Herrn Beck sind leider von Unkenntnis und Realitätsferne geprägt. So ist meine Partei für die Liebe zu Deutschland und für einen gesunden Patriotismus bekannt, während Volker Beck nur für die Selbstverleugnung der linksgrünen Schwulenbewegung gegenüber dem Islam steht. Auch der Vorwurf der Rechthaberei entbehrt jeglicher Grundlage.

    Gerade die Grünen standen im letzten Bundestagswahlkampf mit ihrem Veggie-Day und anderen Verbotsforderungen wie keine andere Partei für Rechthaberei und Spießertum. Das Biedermeiertum dagegen steht für einen zurückhaltenden, eleganten Stil. Zu diesem bekenne ich mich sehr gerne." so Tassis.

    Auch versteht der in Athen geborene Historiker den Vorwurf der Ausländer- und Schwulenfeindlichkeit gegenüber seiner Partei nicht:

    "Ich als schwuler Migrant bin in der AfD bestens angekommen und etabliert. Während meiner drei heterosexuellen, "urdeutschen Helden" die AfD verlassen haben, bin ich gerne geblieben. Ich stehe für eine Zuwanderungspolitik nach dem kanadischen Modell mit klaren Regeln.

    Hierzu zählt auch der Schutz von Minderheiten, wie Schwulen, gegenüber den erzkonserservativen und radikalen Muslimen. Volker Beck dagegen bagatelisiert dies und tritt damit die Schwulenrechte regelmäßig mit den Füßen. Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen." mahnt dieser."

    Zum Artikel:
    "Kritik: Alexander Tassis (AfD) nennt Volker Beck (Grüne) realitätsfern"
    http://www.huffingtonpost.de/mirko-welsch/kritik-alexander-tassis-afd-nennt-beck-realiatsfern_b_7894782.html

  • kein Blatt vor den Mund,
    also wenn unsere Kinder ganz neutral auf die Welt kommen, dann muß man einem Baby, das als Junge erkennbar ist, das Pipimännchen abschneiden, damit es netral ist.
    Die westliche Welt ist aus den Fugen geraten.

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