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Gender Pay Gap Lohnunterschied sinkt auf 19 Prozent

Die Lohnlücke fiel um einen Punkt niedriger aus als im Jahr zuvor und lag damit erstmals unter der Marke von 20 Prozent. Statistiker sehen einen langsamen, aber stetigen Rückgang.
08.12.2020 - 09:38 Uhr Kommentieren
Der Verdienstunterschied sinkt erstmals unter 20 Prozent. Quelle: dpa
Frau geht durch Konzernzentrale

Der Verdienstunterschied sinkt erstmals unter 20 Prozent.

(Foto: dpa)

Berlin Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist in Deutschland etwas gesunken. Frauen verdienten 2019 durchschnittlich 19 Prozent weniger, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Lohnlücke (Gender Pay Gap) fiel damit um einen Punkt niedriger aus als im Jahr zuvor und lag erstmals unter der Marke von 20 Prozent. Im Westen sank die Lohndifferenz beim Bruttostundenverdienst um einen Punkt auf 20 Prozent, während sie im Osten mit sieben Prozent unverändert blieb.

„Über einen längeren Zeitraum betrachtet, zeigt sich für Gesamtdeutschland ein langsamer, aber stetiger Rückgang“, erklärten die Statistiker. 2014 sei die Lücke mit 22 Prozent noch deutlich größer gewesen. Allerdings bleibt sie erheblich größer als im EU-Schnitt.

Dort machte die Differenz 2018 - neuere Daten liegen noch nicht vor - lediglich 15 Prozent aus. „Von den 28 EU-Staaten im Jahr 2018 wies nur Estland mit 22 Prozent einen noch höheren geschlechtsspezifischen Verdienstunterschied auf“, so die Statistiker. Die Staaten mit den EU-weit geringsten Unterschieden waren Luxemburg (1 Prozent), Rumänien (2 Prozent) sowie Italien (4 Prozent).

Das Lohngefälle führen Experten auf die unterschiedliche Berufs- und Branchenwahl zurück sowie auf die Tatsache, das Frauen seltener Führungspositionen bekleiden und häufiger teilzeit- oder geringfügig beschäftigt sind. Auch bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit bleibt ein Verdienstunterschied: Diese sogenannte bereinigte und alle vier Jahre ermittelte Gender Pay Gap lag 2018 in Deutschland unverändert bei sechs Prozent.

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