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Generalbundesanwalt Range Chefermittler und höflicher Praktiker

Seit 2011 ist Harald Range Chefermittler: In seiner Zeit als Generalbundesanwalt fallen Stichworte wie NSU, Oktoberfest, NSA. Jetzt hat der zurückhaltende Mann bei Journalisten hart zugepackt. Nun droht ihm das Aus.
02.08.2015 - 14:56 Uhr Kommentieren
Generalbundesanwalt Harald Range sitzt in Berlin im Rechtsausschuss des Bundestags: Hier musste Range in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Ermittlungen in der NSA-Affäre informieren. Quelle: dpa
Im Hintergrund

Generalbundesanwalt Harald Range sitzt in Berlin im Rechtsausschuss des Bundestags: Hier musste Range in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Ermittlungen in der NSA-Affäre informieren.

(Foto: dpa)

Karlsruhe Den Generalbundesanwalt muss man manchmal suchen: Wenn Harald Range zu juristischen Veranstaltungen in Karlsruhe als Zuhörer kommt, kann es durchaus vorkommen, dass man seine Personenschützer zuerst sieht - und erst nach einigem Hinschauen Range selbst.

Der gebürtige Göttinger tritt leise auf, wirkt bedächtig und gelassen, manchmal fast stoisch. Diese Eigenschaften kamen dem 67-Jährigen sicherlich zugute, als er im November 2011 das Amt des Generalbundesanwalts übernahm und trotz all seiner Erfahrungen als Staatsanwalt so ziemlich ins kalte Wasser geschmissen wurde.

Kurz zuvor war die beispiellose Mordserie des Terrortrios „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ans Licht gekommen. Ein Fall, der die Bundesanwaltschaft bis heute vor gewaltige Herausforderungen stellt.

Range, der sich selbst als „Praktiker“ sieht, machte Nägel mit Köpfen und klagte die einzige Überlebende der drei, Beate Zschäpe, wegen Mordes an - und nicht nur wegen Beihilfe. Auch die 1982 eingestellten Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat in München nahm die Behörde unter seiner Ägide wieder auf. Bei der Verfolgung islamistischer Terroristen zeigte sich Range auch konsequent.

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    Doch die Bundesanwaltschaft ist nicht nur für Terrorismus zuständig, sondern auch für Spionage. „Genauigkeit und Sorgfalt dürfen nicht auf der Strecke bleiben“, sagte Range einmal auf den NSU-Komplex angesprochen. Das gilt für jede Art von Ermittlung.

    Für den Geschmack der Öffentlichkeit zeigte sich Range aber auf unverständliche Weise viel zu zögerlich und untätig, als es um Ermittlungen gegen den US-Geheimdienst NSA wegen der Schnüffeleien in Deutschland ging. Scharfe Formulierungen und laute Worte sind Sache des höflichen Mannes nicht - hier haben sie viele vermisst. Er erklärte zwar immer geduldig die Gründe für sein Untätigbleiben in Sachen NSA - so richtig überzeugen konnte das viele aber nicht.

    „Die Aufgabe habt mich gereizt“
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