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Gerichte sollen nur ausnahmsweise entscheiden Vaterschaftstest: Legal statt heimlich

Bei der Beratung eines Antrags der FDP am Freitag waren sich alle Bundestagsfraktionen einig, dass eine weise Regelung gefordert ist, bei der Vaterschaftsfragen nicht routinemäßig vor Gericht landen. Väter sollen ihre Vaterschaft bei Zweifeln in einem gesetzlich geregelten Verfahren leichter überprüfen können, um heimliche Tests zu vermeiden.

HB BERLIN. Strittig bleibt aber, ob und wie hoch heimliche Vaterschaftstests unter Strafe gestellt werden sollen und wie ein vereinfachtes Verfahren zur Feststellung von Vaterschaften aussehen könnte.

„Es muss ein Verfahren gefunden werden, dass den geringsten Eingriff in die Familie verursacht und dem zweifelnden Vater Sicherheit verschafft“, erläuterte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) „die schwierige Abgrenzung“. Allerdings dürfe an dem Grundsatz nicht gerüttelt werden, „dass niemand die genetischen Daten eines anderen, ohne dessen Genehmigung, untersuchen lassen darf“.

Einig waren sich alle Sprecher, dass Gerichte nur in Ausnahmefällen eingeschaltet werden sollten. Laut Zypries enden 80 Prozent aller Vaterschaftstests mit der Feststellung, dass der rechtliche auch der biologische Vater ist. Nach Schätzungen werden jährlich etwa 50 000 Vaterschaftstests in Auftrag gegeben.

Etwa fünf bis sechs Prozent aller Kinder sind nach Schätzungen so genannte Kuckuckskinder, stammen also nicht vom rechtlichen Vater ab. Die FDP-Abgeordnete Sibylle Laurischk plädierte für einen „offenen Abstammungstest“ ohne die bisher dazu nötige rechtliche Anfechtung der Vaterschaft. Dies mache einen heimlichen Test überflüssig.

Der CDU-Abgeordnete Jürgen Gehb vermutet, dass viele Väter künftig die heimlichen Vaterschaftstest im Ausland vornehmen lassen. Solche Tests, die von Labors angeboten werden, kosten etwa 100 bis 150 Euro. Der Bundesgerichtshof hatte im Januar heimliche Tests verboten als unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht von Kind und Mutter.

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