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Gesundheit Besuch bei Homöopathie-Hersteller wird zum Bumerang für SPD-Staatssekretär

SPD-Justizstaatssekretär Lange besucht in seinem Wahlkreis einen Homöopathie-Hersteller. Was er dazu twittert, sorgt für Unmut in den eigenen Reihen.
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Die Behandlungsmethode setzt auf eine hohe Verdünnung des Wirkstoffs. Quelle: dpa
Homöopathie

Die Behandlungsmethode setzt auf eine hohe Verdünnung des Wirkstoffs.

(Foto: dpa)

Berlin Der Bundesvorsitzende der SPD-Jugendorganisation (Jusos), Kevin Kühnert, hat mit Unverständnis auf einen Homöopathie-Vorstoß des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Christian Lange, reagiert.

Der SPD-Politiker hatte auf Twitter geschrieben: „Homöopathie gehört zu einer guten Patientenversorgung, darin war ich mir mit der Geschäftsführung der @Weleda_D in Schwäbisch Gmünd einig.“ Hinter den Tweet setzte Lange einen „Daumen hoch“-Emoji.

Kühnert erklärte zum Posting seines Parteikollegen, ebenfalls auf Twitter: „Wenn Du Dich in einem so sensiblen Thema auf eine – für mich und viele andere – unverständliche Art positionierst, dann wäre es zumindest hilfreich zu erfahren, auf welcher Grundlage Du argumentierst. Und wie das in Zusammenhang mit dem Besuch dieses privaten Unternehmens steht“, schrieb der Juso-Chef.

Der Hinweis auf das Unternehmen ist pikant. Denn Weleda hat seinen Sitz im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd – und damit in Langes Wahlkreis. Weleda stellt neben Naturkosmetikprodukten unter anderem auch anthroposophische Arzneimittel her – zum Teil nach homöopathischen Verfahren.

Kühnert will von Lange auch wissen, ob er der Ansicht sei, dass Homöopathie Kassenleistung sein solle. Kühnert scheint deutlich anderer Meinung zu sein, wenn er schreibt: „Zuckerkugeln kann man sich ja unabhängig davon gerne gönnen, wenn einem danach ist. Ich bevorzuge Bonbons.“

Frankreich streicht Homöopathie als Kassenleistung

Kühnert trifft damit einen wunden Punkt. Denn es ist schon lange ein Reizthema, ob Patienten Homöopathie-Leistungen aus Beitragsgeld der Kassen bezahlt bekommen sollen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt Mitte September deutlich gemacht, dass er an Erstattungen durch viele Kassen nicht rütteln will, und auf den eher kleinen Anteil an den gesamten milliardenschweren Ausgaben verwiesen.

Die Kassen zahlten bei Arzneiausgaben von rund 40 Milliarden Euro im Jahr etwa 20 Millionen für Homöopathie, erläuterte Spahn beim „Berliner Salon“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Darüber könne man emotional diskutieren und dabei vielen vor den Kopf stoßen. Oder man könne sich fragen, ob es das angesichts der gesamten Größenordnung wert sei. „Ich habe mich entschlossen zu: Es ist so okay, wie es ist“, sagte der Minister.

Homöopathie gehört nicht zum regulären Leistungskatalog. Allerdings erstatten viele Kassen Behandlungskosten für Naturheilverfahren, weil es eine Nachfrage dafür gibt und weil dies ein Instrument im Konkurrenzkampf ist.

In Frankreich sollen homöopathische Arzneimittel ab 2021 nicht mehr erstattet werden. Das hatte auch die Diskussion in Deutschland befeuert. Wer solche Mittel haben wolle, solle sie erhalten, „aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft“, hatte etwa der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, gefordert. Grund seien unzureichende wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit.

Die Wirksamkeit bezweifelt offenbar auch Juso-Chef Kühnert. Und nicht nur er. Auf Twitter bekam er für seine Reaktion auf Lange viel Zuspruch. Der bekannte Investor Frank Thelen („Höhle der Löwen“) etwa twitterte: „Hier sind wir 100 Prozent einer Meinung. :-) #GreatDay“

Mehr: Die kleine Homöopathiefirma Hevert-Arzneimittel versuchte, Kritikern Unterlassungserklärungen abzutrotzen. Das sorgte für eine Welle der Kritik.

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6 Kommentare zu "Gesundheit: Besuch bei Homöopathie-Hersteller wird zum Bumerang für SPD-Staatssekretär"

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  • Ein Betroffenenbericht an "ZDF zoom":
    Die Homöopathie zählt zur Erfahrungsheilkunde, mit dem Motto "Wer heilt hat Recht!" - Im Jahre 1980 wurde bei mir eine Schilddrüsendysfunktion mit Kropfbildung festgestellt. Der behandelnde Internist meinte damals, ich müsse mein gesamtes Leben Thyreoxin (ein Schilddrüsenhormon) einnehmen. Daraufhin erfuhr ich von einem sehr erfolgreichen Homöopathen in Köln-Lindenthal, Dr. Müller. Dieser führte eine ausführliche, einstündige Anamnese mit mir durch und verordnete mir das homöopathische Mittel Spongia D 6 (Tabletten). Nach ca. 6 Wochen waren sämtliche einschlägigen Schilddrüsensymptome verschwunden und nach 3 Monaten weiterer Behandlung mußte ich das Mittel nicht mehr einnehmen. So etwas gilt als "Wunderheilung"!
    Ein anderes Beispiel: Ebenfalls anfangs der 80er Jahre litt ich an häufigen, regelmäßig auftauchenden akuten Nasennebenhöhlenerkrankungen. Die Therapie des behandelnden HNO-Arztes bestand in der damals (und auch heute noch) üblichen Antibiotika-Therapie. Nach einiger Zeit schlug ich dem Arzt als Behandlung, die ich aus dem homöopathischen Repertorium dafür entnommen hatte, Mercurius bijodatus D 3 in Tablettenform vor. Der Arzt ließ sich auf das Experiment ein und ich war so weit in meiner Befindlichkeit gebessert, als dass ich fortan auf die regelmäßigen Krankschreibungen verzichten konnte und des weiteren auch ohne Antibiotika-Einnahme auskam!
    Ich könnte noch weitere "Wunderheilungen" in diesem Falle mit Mitteln der anthroposophischen Medizin an meiner älteren Tochter, z.B. im Falle einer vorliegenden Neurodermitis, durch einen anthroposophischen Kinderarzt, Dr. Krahne in Köln, berichten. (Die Neurodermitis konnte vollständig abheilen und ist heute nicht mehr vorhanden). --- Auch mehrere Mittelohrentzündungen meiner Töchter konnten mit Levisticum Rh D 3 (Weleda) vollständig geheilt werden. --- "Wer heilt hat Recht!", daran sollten sich Schulmediziner ein Beispiel nehmen!

  • Nun ganz offensichtlich um die "Weisheit" der Ärzteschaft.
    Gestern schönes Beispiel "Fall Cholesterin".
    Heilpraktiker neigen auch zu Homöopathie, deklariren es jedoch nicht als Allheilmittel.
    Den Beigeschmack schmecke auch ich.
    Aber anderes Thema.

  • Was hat der Neurodermitisfall mit Homöopathie zu tun? Was der Staatssekretär gemacht hat, hat einen üblen Beigeschmack. Herrn Kühnert gebe ich ausnahmsweise mal Recht.

  • Wie komme ich nur auf die wahnwitzige Idee, dass hier maasiv Geld eine Rolle
    spielen könnte.

  • Der wahrscheinlich einzige Punkt in dem ich mit Hr Kühnert zu 100% übereinstimme.

  • Hierzu einen Fall.
    Anfang der 90er hat eine Heilpraktikerin einem mir bekannten kleinen Mädchen mit sehr schwerer Neurodermits eine excellente schnell wirksame Therapie empfohlen.
    Damals galt bei der Ärzteschaft : Hier hilft nur Cortison.
    Bei kleinen Kindern sind die Nebenwirkungen jedoch nicht zu vernachlässigen.
    Die empfohlene Threapie eine Diät: Verzicht auf ca. 10 Arten von Lebensmitteln, Tomaten , Zucker etc.
    Die Wirksamkeit war wirklich erstaunlich.
    Wenn ich nicht irre ist heute auch bei der Ärzteschaft Ernährung als eine Ursache für Neurodermitis angekommen.
    Ich erinnere auch an Herrn Dr. Köhler im Zusammenhang mit der "tödlichen" Wirkung von NOx, eine Studie für Lungenfachärzte auf dem Niveau : Viele Störche > viele Babies.
    Auf Anfrage bei der Vereinigung der Lungenärzte gab es KEINE Antwort auf die Frage nach der Entwicklung von Lungenschäden durch NOx seit den 50ern, 60ern.
    Herr Köhler machte nur einen Fehler in Bezug auf aktuellen Schadstoffgehalt, EU-Richtlinie.
    Dies war praktisch bedeutungslos, da jeder Raucher die dann 2Jahre Rauchen überlebt.