Gesundheit Deutsche wollen sich nicht von Robotern pflegen lassen

Die Bundesbürger stehen dem Einsatz digitaler Technik in der Pflege einer Umfrage zufolge grundsätzlich offen gegenüber. Allerdings ziehen sie auch Grenzen.
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Der Pflegeroboter für Schlaganfall-Patienten soll Patienten helfen, wieder Laufen zu lernen. Er wurde im Rahmen eines Pilotprojektes in Ilmenau entwickelt. Quelle: dpa
Pflegeroboter für Schlaganfall-Patienten

Der Pflegeroboter für Schlaganfall-Patienten soll Patienten helfen, wieder Laufen zu lernen. Er wurde im Rahmen eines Pilotprojektes in Ilmenau entwickelt.

(Foto: dpa)

BerlinAngesichts des Fachkräftemangels in der Pflege setzen die Deutschen Hoffnungen auf digitale Technologien. In einer repräsentativen Erhebung des Digitalverbands Bitkom gaben sieben von zehn Befragten an, dass digitale Anwendungen das Pflegepersonal entlasten können. Ebenso viele glauben, dass durch eine stärkere Digitalisierung der Abläufe mehr Zeit für die eigentliche Pflege bleibe.

Allerdings gibt es mit Blick auf neue Technologien in der Pflege auch Bedenken: 57 Prozent der Befragten erklärten, dass sie Probleme bei Schutz und Sicherheit der Daten sehen. Außerdem äußerte etwa die Hälfte die Sorge, dass eine digitalisierte Pflege weniger am Menschen ausgerichtet sein könnte und ältere Menschen isoliert werden.

Vorbehalte haben die Deutschen, wenn es darum geht, sich im Pflegefall zumindest teilweise durch einen Roboter betreuen zu lassen: Nur 41 Prozent können sich das der Umfrage zufolge vorstellen.

Offener sind die Bundesbürger dagegen für Assistenzsysteme wie mit Sensoren ausgestattete Fußböden, die bei einem Sturz Alarm schlagen: 62 Prozent würden sich lieber in der eigenen Wohnung durch derartige Technologien überwachen lassen, als in ein Alten- oder Pflegeheim zu gehen.

„Die Digitalisierung kann in der ambulanten sowie stationären Pflege wertvolle Dienste leisten und in einer immer älter werdenden Gesellschaft zugleich auch der Schlüssel für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden sein“, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Digitale Technologien könnten das Pflegepersonal zwar nicht ersetzen, aber bei der Verbesserung der Versorgungsqualität unterstützen.

Die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Westig, forderte eine gesellschaftliche Debatte über den Einsatz digitaler Technologien in der Pflege. „Ethische, rechtliche und technische Fragen müssen offen diskutiert werden“, sagte sie. „Richtig eingesetzt, können Digitalisierung und Roboter den Pflegekräften mehr Zeit für persönliche Zuwendung geben und Pflegebedürftigen mehr Autonomie schenken.“

In Deutschland fehlen Zehntausende Pflegekräfte. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat gemeinsam mit Arbeitsminister Hubertus Heil und der für Senioren zuständigen Familienministerin Franziska Giffey (beide SPD) die „Konzertierte Aktion Pflege“ gestartet, um gegen den Personalnotstand in der Branche vorzugehen.

Arbeitgeber und Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Krankenkassen und Betroffenenverbände sollen bis zum Sommer 2019 mit den drei Ministerien Vorschläge ausarbeiten, wie die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden können. Eine Arbeitsgruppe befasste sich dabei mit „innovativen Versorgungsansätzen und Digitalisierung“.

Für die Bitkom-Erhebung wurden 1004 Menschen ab 18 Jahren telefonisch befragt.

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