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Gesundheitsminister greift durch Bahr weist Pharmalobby vor die Tür

Die Pharmaindustrie muss sich auf Gegenwind einstellen: Gesundheitsminister Bahr will die Hersteller aus allen Beratergremien verbannen. Die Branche fühlt sich düpiert - und sucht nach neuen Wegen der Einflussnahme.
14.07.2011 - 10:33 Uhr 24 Kommentare
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Quelle: dpa

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

(Foto: dpa)

Berlin Nach Zwangsrabatt und Preisstopp plant Gesundheitsminister Daniel Bahr die Vertreter der Branche aus allen Gremien herauszuwerfen, die bislang das Gesundheitsministerium in Fragen des Arzneimittelrechts beraten. Das geht aus einem Informationspapier zur nächsten Arzneimittelreform hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

Die Branche ist empört und fühlt sich ein weiteres Mal von der angeblich wirtschaftsfreundlichen FPD düpiert. "Hier soll eine über drei Jahrzehnte gut funktionierende sinnvolle Kooperation einfach aufgekündigt werden," klagt Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH).

Tatsächlich sitzen Vertreter verschiedener Verbände der Arzneimittelindustrie bereits seit 1978 in fünf Expertenkommissionen. An der Seite von Pharmakologen, Ärzten und Krankenkassenvertretern beraten sie den jeweiligen Minister - etwa wenn es um die Frage geht, ob ein Medikament nur in der Apotheke verkauft werden darf oder sogar nur gegen Rezept eines Arztes zu haben ist. Auch bei der Zulassung von Medikamenten besonderer Therapierichtungen wie pflanzlicher Arzneimittel oder homöopathischer Medikamente darf die Industrie mitbestimmen.

Künftig soll das aber nicht mehr gelten. So heißt es in dem Papier über das künftige Expertengremium für Arzneimittel besonderer Therapierichtungen ausdrücklich "ohne Beteiligung der Wirtschaftskreise". "Neustrukturiert" werden sollen auch der künftige Sachverständigenausschuss für Verschreibungs- und Apothekenpflicht und die Deutsche Arzneibuch-Kommission. Ihre Mitglieder sollen künftig "allein der medizinischen oder der pharmazeutischen Wissenschaft angehören". Die Wirtschaftskreise werden also auch hier vor die Tür gesetzt. Dies sei im "Hinblick auf die notwendige Unabhängigkeit der Gremien in rein fachspezifischen Fragen erforderlich", heißt es zur Begründung.

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    24 Kommentare zu "Gesundheitsminister greift durch: Bahr weist Pharmalobby vor die Tür"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wenn man weiß wer im WHO sitzt, dann haben Sie mit Ihrem Beitrag Recht.
      Der geamte WHO besteht aus ehemaligen Oharmaleuten. Deshalb auch in den letzten Jahren die vielen angeblich aktuen Seuchen udn grippen und es sit ja auch imemr schnell ein Impfstoff da.
      Diese ganzen Vereine sind verfilzt bis zum geht nicht mehr

    • Na toll, dann haben wir doch endlich die DDR wieder.
      Gehts noch?
      Wollen Sie wirklich Planwirtschaft?
      Also ich möchte meine freie Arztwahl aber gerne behalten
      Und was auf meienr Gesundheitskarte steht, wenn diese denn kommt, das bestimme ich aber selber.
      Da werden allenfalls die Allergien drauf sein und meine Medikantenunverträglichkeiten, da das unter Umständen lebenbedrohlich sein kann, aber sonst nichts

    • @Voltaire

      ich stimme vielen Ihrer Vorschläge zu.
      Sie haben nur etwas ganz wesentliches vergessen:
      Die völlige kostenlose Mitversicherung von Ehefrauen und Kinder muß ab einer bestimmten Gehaltshöhe wegfallen. Heute haben wir das Kuriosum, dass die kleine Verkäuferin für die Ehefrau und Kinder ihres Abteilungsleiters mit zahlt, der aber verdient um Längen mehr.
      Solidargemeinschaft ist inzwischen Solidarität von unten nach oben.
      Als weiteres muß endlich das Zuwanderungsproblem von allen Steuerzahlern getragen werden.
      Derzeit zahlen die Beitragszahler die Zuwanderung zwei Mal. Einmal über Steuern wie alle das zweite Mal alleine über unsre Krankenkassenbeiträge, denn die sind alle versichert zahlen aber nichts.
      Wenn der Staat das will, müssen alle zahlen.
      Und ein weiteres muß aufhören, dass aus unsren Kassen jährlich Millionen entnommen werden um im Ausland ganze Familienclans ärztlich zu versorgen, weil ein Angehöriger diese Familie in Deutschland lebt. Das geht so weit, dass Eltern und Großeltern versorgt werden.
      Und es müssen unsinnige Dinge wieder gekippt werden, wie z. B. das Mammografie-screening, was den Frauen Sicherheit vorgaukelt, die nicht vorhanden ist, denn zu einer ordentlichen Mammografie gehört Ultraschall, sonst ist es Nonsens.
      Drogenprävention wird alleine von den gesetzl. Kassen gemacht, auch das wäre aber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, also von allen Steuerzahlern zu leisten.
      Dies sind nur ein paar Dinge, ich hab in meiner Schublade noch mehr

    • Steckt da doch noch ein Funken Vernunft und echter Vertretung der deutschen Bürger in der FDP??? Fast nicht zu glauben!? Bin sehr interessiert was daraus wird. Lobby-Control wäre eine der wichtigsten Aufgaben einer sinnvollen Politik.

    • Die hohe finanzielle Belastung der gesetzlichen
      Krankenversicherungen durch Islamisten ,Migranten
      ( z. B. Türken )die neben der Erstfrau noch mit einer
      Zweitfrau verheiratet sind ,zzgl. deren Kinder ist ein
      sehr hoher Kostenfaktor für die Kassen .

      Hier muß endlich eine neue gesetzliche Regelung her, daß der Versicherte in diesem Fall Aufschläge zum Beitrag
      zahlen muß im Zuge der Solidarität mit den anderen
      Pflichtversicherten .

    • Auf jeden Fall muß der Patient eine Abrechnug über

      die Arztkosten / Klinikkosten nach Abschluß der

      Behandlung erhalten .

      Damit der Betrug über nicht erbrachte Leistungen

      durch Ärzte / Kliniken endlich aufhört .

      Bei den Privatversicherungen kann jeder Versicherte die

      erbrachten Leistungen nachprüfen .

      So muß es auch bei den gesetzlich Versicherten sein .

    • Wenn sich Herr Bar durchsetzt möchte ich mein Kompliment aussprechen. Eigentlich ist es ein Unding, dass die Pharma-Industrie überhaupt so stark in Gremien vertreten ist.

    • WOW es gibt also doch noch echte Berufspolitiker....
      DAUMEN HOCH FÜR DIESE ENTSCHEIDUNG!!!

    • Leute, seid nicht naiv, viele der sogenannten Experten, oder Wissenschaftler, die nicht direkt von der Pharmalobby nominiert sind fuer die Gremien, sind auf der Empfaengerliste der Industrie. Also, ob die Industrie direkt in den Gremien sitzt oder nicht, sie behaelt ihren Einfluss. Aber es hoert sich gut an und wird der FDP ein Image geben was sie mit Sicherheit nicht verdient, Verbraucher - oder Buergernah zu sein

    • Wenn man die verheerende Auswirkungen der Pharmalobby und Nahrungsmittellobby in der USA
      ansieht, ist dieser Schritt nur richtig. Beispiel: Gerade kürzlich
      behaupten die FDA das Baumnüsse illegale Medikamente seien für Herzpatienten, im
      Gegenzug seien Doritos® Tostitos® Cheetos® Fritos® gesundes Fett.
      Hier spielen die grossen Lobbies die in der FDA sitzen ihren Unfug.

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