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Gesundheitspolitik Ebola-Notfallsfonds: Gesundheitsminister Spahn auf Reise im Kongo

Jens Spahn reist ins Ebola-Gebiet im Kongo. Der Minister verspricht mehr finanzielle Hilfe – und verbindet die Themen Gesundheit und Migration.
05.10.2019 - 08:48 Uhr Kommentieren
Die Reise führte den Gesundheitsminister auch nach Ruanda. Dort unterhielt er sich mit einer Teilnehmerin eines Krisentrainings. Quelle: dpa
Ebola-Bekämpfung

Die Reise führte den Gesundheitsminister auch nach Ruanda. Dort unterhielt er sich mit einer Teilnehmerin eines Krisentrainings.

(Foto: dpa)

Goma Die Begrüßung für Jens Spahn in Goma fällt anders aus als gewohnt. Der Gesundheitsminister schüttelt nach seiner Ankunft in der Millionenstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo keine Hände, stattdessen kreuzt er mit dem Empfangskomitee die Ellenbogen.

„Ebola-Handschlag“ heißt die Geste, die eine Übertragung der tödlichen Viren verhindern soll. Goma liegt in dem Gebiet des afrikanischen Landes, das seit mehr als einem Jahr von der gefährlichen Infektionskrankheit heimgesucht wird.

Spahn befindet sich auf einer viertägigen Reise durch Afrika. Im Gepäck hat der CDU-Politiker finanzielle Zusagen aus dem deutschen Gesundheitshaushalt, um den Kampf gegen die Ebola-Epidemie zu unterstützen: Die Bundesrepublik will zusätzlich drei Millionen Euro zum Notfallfonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beitragen.

„Mit einem Flieger ist eine solche Infektionskrankheit auch sehr schnell etwa Europa und in Deutschland“, sagt Spahn. „Das ist der Grund, warum wir hier so stark engagiert sind.“

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    Der Minister steht in Goma an der Grenze zu Ruanda. Den Übergang passieren jeden Tag gut 50.000 Menschen. Jeder Reisende muss sich desinfizieren, Wärmekameras messen die Körpertemperatur und melden Verdachtsfälle. Die Sorge ist groß, dass das Virus aus dem Kongo in das Nachbarland weitergetragen wird.

    „Man kann gerade hier an der Grenze sehen, dass Gesundheit und Migration miteinander zu tun haben“, sagt Spahn. „Es geht darum zu vermeiden, dass Ebola in ein anderes Land und in eine andere Region weitergetragen wird.“

    Seit August 2018 haben sich rund 3200 Menschen im Kongo mit Ebola infiziert, mehr als 2100 von ihnen sind gestorben. Vor allem die prekäre Sicherheitslage im Osten des Landes, wo mehrere Rebellengruppen aktiv sind, erschwert den Kampf gegen die Epidemie.

    Der Ebola-Notfallfonds der WHO war 2015 angesichts der großen Ebola-Krise in Westafrika aufgelegt worden, damals waren vor allem Liberia, Sierra Leone und Guinea betroffen. Seit Gründung des Fonds ist Deutschland mit 33,6 Millionen Euro der größte Beitragszahler.

    Vor seinem Besuch in Goma unterschrieb Spahn in Ruanda eine Absichtserklärung, um die Zusammenarbeit beider Länder bei der Ebola-Bekämpfung zu verstärken. In den kommenden Monaten sollen Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts insgesamt 600 Gesundheitsfachkräfte schulen, die wiederum Helfern im Epidemie-Gebiet ausbilden sollen.

    Außerdem finanziert und organisiert Deutschland den Aus- und Aufbau von Isolierstationen in fünf Krankenhäusern in Ebola-Hochrisikogebieten. Für diese Maßnahmen stellt Spahns Ministerium noch einmal 650.000 Euro bereit.

    Eine weitere Station von Spahns Reise ist Addis Abeba, in der äthiopischen Hauptstadt sitzt die Afrikanische Union (AU). Der Staatenbund baut derzeit ein Krisenreaktionszentrum für Infektionskrankheiten wie Ebola auf, das Center for Disease Control and Prevention (CDC). Die Mitarbeiter gehen bei Verdachtsfällen ins Krisengebiet, analysieren die Lage und melden mögliche Epidemien an die Zentrale.

    Für das Ebola-Frühwarnsystem will Spahn aus seinem Etat eine Million Euro bereitstellen. Das Krisenzentrum sei „unverzichtbar, um solche Epidemien im Keim zu ersticken“, sagt Spahn. „Nur wenn wir einen Ebola-Ausbruch früh erkennen, können wir ihn effektiv bekämpfen.“

    Spahn schlägt auf seiner Reise einen Bogen von der Gesundheitsversorgung in Afrika zu den Migrationsbewegungen nach Europa. Die Hilfe sei „auch in unserem eigenen Interesse“, sagt der CDU-Politiker, der sich 2015 als einer der schärfsten Kritiker der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel profilierte.

    Wenn es in den Heimatländern bei Arbeit, Bildung und Gesundheit eine Perspektive gebe, könne der „Migrationsdruck“ reduziert werden, so Spahn. „Insofern hat Migration auch immer was mit Gesundheit zu tun.“

    Mehr: Wissenschaftler haben im Kongo zwei Medikamente gegen Ebola getestet. Das Ergebnis ist vielversprechend. Jetzt sollen die Wirkstoffe allen Patienten angeboten werden.

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