Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gesundheitspolitik Pflegeversicherung verbucht Minus von 3,55 Milliarden Euro

Kurzfristig sind die Finanzierungsprobleme der Pflegeversicherung gelöst. Doch die jüngste Beitragserhöhung alleine bringt langfristig keine Linderung.
Kommentieren
Dem Kassenverband zufolge liegt der durchschnittliche Eigenanteil von Pflegebedürftigen in Deutschland derzeit bei 655 Euro. Quelle: dpa
Pflegeheim

Dem Kassenverband zufolge liegt der durchschnittliche Eigenanteil von Pflegebedürftigen in Deutschland derzeit bei 655 Euro.

(Foto: dpa)

Berlin Die gesetzliche Pflegeversicherung hat im vergangenen Jahr ein Minus in Höhe von 3,55 Milliarden Euro verbucht. Das teilte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Samstag auf dpa-Anfrage mit. Die Rücklagen seien dadurch auf rund 3,4 Milliarden Euro zusammengeschmolzen. Über diese Entwicklung hatte zuerst der „Tagesspiegel“ (Samstag) berichtet.

Ein Defizit in ähnlicher Größenordnung war für 2018 bereits erwartet worden. Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung immer mehr Geld für immer mehr Leistungsempfänger ausgibt. Seit Anfang 2017 habe sich die Zahl der Leistungsberechtigten um eine halbe Million auf rund 3,4 Millionen erhöht, sagte der für die Pflege zuständige Spitzenverbands-Vorstand Gernot Kiefer dem „Tagesspiegel“.

Höhere Ausgaben sind auch mit einer Umstellung auf neue Pflegegrade verbunden, wobei der Anteil höherer Grade zunimmt. Mehr Hilfen gibt inzwischen für Demenzkranke. Das Minus bei der Pflegeversicherung drohe in den kommenden Jahren weiter zu steigen, hatte es im Sommer 2018 vom GKV-Spitzenverband geheißen.

Kiefer sagte dem „Tagesspiegel“, ohne die Beitragserhöhung um 0,5 Prozentpunkte zu Jahresbeginn hätte man jetzt „ein erhebliches finanzielles Problem“. Dank der Beitragsanhebung bestehe die Chance, die Rücklagen wieder aufzufüllen. „Gute sechs Milliarden sollten es sein, alles andere wäre kritisch.“

Wenn die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt anhalte, könne man rechnerisch dann wohl bis 2021 mit dem neuen Beitragssatz auskommen. Allerdings bringe das Reformprogramm von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch nennenswerte Ausgabensteigerungen mit sich.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte, die jüngste Beitragserhöhung werde die Löcher nur bis zum Ende der Legislaturiode stopfen. „Aber auch die junge und mittlere Generation will wissen, wie die Pflegeversicherung zukunftssicher gemacht werden kann“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Er erwarte von Spahn eine Antwort auf die Frage, „ob der Bundeszuschuss aus Steuermitteln kommen wird“, betonte Brysch. Notwendig sei auch ein klares Bekenntnis, dass die Pflegeversicherung alle Kosten der Pflege trage. Die Bewohner von Pflegeheimen hätten mit den Ausgaben für die Unterbringung, die Verpflegung und die Ausbildung der Pflegekräfte sowie Investitionen in die Gebäude schon mehr als genug zu stemmen.

Parallel zur Erhöhung des Pflegebeitrags war ebenfalls zum 1. Januar 2019 der Arbeitslosenbeitrag um 0,5 Punkte gesenkt worden, nämlich von 3 auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Gesundheitspolitik - Pflegeversicherung verbucht Minus von 3,55 Milliarden Euro

0 Kommentare zu "Gesundheitspolitik: Pflegeversicherung verbucht Minus von 3,55 Milliarden Euro"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.