Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gesundheitsreport Arbeiten? Nur noch mit Schmerzmitteln

Viele Pflegekräfte bewältigen ihren Arbeitsalltag nur noch mit Medikamenten, zeigt der BKK Gesundheitsreport. Doch auch in anderen Berufen ist die Gefahr groß, krank zu werden.
23.11.2016 - 08:53 Uhr 14 Kommentare
Viele Pflegekräfte bewältigen ihres Arbeitsalltag nur noch Dank hilfreicher Medikamente.
Pflege

Viele Pflegekräfte bewältigen ihres Arbeitsalltag nur noch Dank hilfreicher Medikamente.

Berlin Menschen, die in der Pflege tätig sind, haben ein deutlich höheres Risiko psychisch krank zu werden. Fast jeder zweite erhielt im vergangenen Jahr mindestens einmal eine entsprechende Diagnose. Erzieher und Sozialarbeiter landen mit einer Erkrankungsquote von 35 Prozent auf dem zweiten Platz. Das belegt der BKK Gesundheitsreport 2016, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Alle reden derzeit von der großen Pflegereform, die am 1. Januar in Kraft tritt. Sie bedeutet in der Tat eine kleine Revolution für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Die bisher geltenden drei Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Für die Frage, in welche der fünf Leistungsstufen jemand eingruppiert wird, sind in Zukunft nicht mehr allein rein körperliche Fähigkeiten maßgeblich – beispielweise, ob man sich noch selbstständig waschen und kämmen kann. Es geht auch um die so genannte Alltagskompetenz, also darum, ob man sein Leben geistig und körperlich noch selbstständig gestalten kann.

Optimistisch geschätzt werden deshalb ab 2017 knapp 500.000 Versicherte erstmals Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, die bisher keinen Anspruch hatten. Damit soll die Pflegeversicherung künftig einen präventiven Charakter erhalten. Vor allem die häusliche Pflege soll verbessert und erleichtert werden.

Es gibt mithin tolle Innovationen für die Pflegebedürftigen. An die gut eine Million Beschäftigte, die in den Heimen und den ambulanten Pflegeeinrichtungen die Arbeit machen müssen, wird bei der Reform weniger gedacht. Angesichts eines zunehmenden Fachkräftemangels in vielen Einrichtungen ist ihre Arbeitsbelastung hoch, die Bezahlung eher schlecht und die Karriereaussichten sind gering.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das rächt sich längst. Immer mehr Pflegekräfte halten der Belastung nicht stand. Das Ergebnis: Burn-out, so der aktuelle Gesundheitsreport des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK). Danach haben 40,5 Prozent der in der Altenpflege Beschäftigten 2015 mindestens einmal bei einem niedergelassenen Arzt oder einem Psychotherapeuten die Diagnose einer psychischen Erkrankung gestellt bekommen. Im Durchschnitt aller Versicherten trifft dieses Schicksal nur rund jeden Vierten.

    Die häufigsten Leiden der Deutschen
    Platz 10: Unspezifische Symptome
    1 von 10

    3,9 Prozent der Berufstätigen ließen sich im ersten Halbjahr 2016 wegen unspezifischer Symptome krankschreiben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit. Insgesamt betrug der Krankenstand in diesem Zeitraum 4,4 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 ist er damit um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

    (Foto: dpa)
    Platz 9: Kreislaufsystem
    2 von 10

    4,1 Prozent der Deutschen haben sich wegen Problemen mit dem Kreislauf krankschreiben lassen. Berufstätige in den östlichen Bundesländern waren insgesamt mit einem Krankenstand von 5,5 Prozent häufiger und länger krankgeschrieben als im Vorjahreszeitraum. 2015 waren es noch fünf Prozent. Im Westen ist der Krankenstand mit 4,2 Prozent deutlich niedriger.

    (Foto: Imago)
    Platz 8: Nervensystem, Augen, Ohren
    3 von 10

    Nervensystem, Augen und Ohren schaffen es auf den achten Platz des Rankings der häufigsten Gründe bei Krankschreibungen. Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten für das erste Halbjahr 2016 ausgewertet.

    (Foto: Imago)
    Platz 7: Neubildungen wie Krebs
    4 von 10

    4,3 Prozent der Beschäftigten ließen sich im vergangenen Halbjahr aufgrund von Neubildungen wie z.B. Krebs krankschreiben. Die Dauer der Erkrankung lag dabei durchschnittlich bei 32 Tagen.

    (Foto: dpa)
    Platz 6: Infektionen
    5 von 10

    Zecken übertragen Krankheiten und können so für schlimme Infektionen sorgen. In Deutschland ließen sich 2016 im ersten Halbjahr 4,6 Prozent der Beschäftigten aufgrund von Infektionen krankschreiben.

    (Foto: Imago)
    Platz 5: Verdauungssystem
    6 von 10

    Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm. 5,1 Prozent der deutschen Beschäftigten ging es im vergangenen Halbjahr im wahrsten Sinne des Wortes zu schlecht, um zu arbeiten.

    (Foto: Imago)
    Platz 4: Verletzungen und Vergiftungen
    7 von 10

    Den Finger mit der Möhre verwechselt oder Schwiegermutters Pilzsuppe gegessen – 11,6 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ließen sich wegen Verletzungen oder Vergiftungen krankschreiben.

    (Foto: Imago)

    Auch Beschäftigte, die in Erziehung und Sozialarbeit tätig sind, haben ein höheres Risiko psychisch zu erkranken als der Durchschnittsarbeitnehmer. 36 Prozent von ihnen erhielten 2015 eine entsprechende Diagnose. Am gesündesten für das seelische Wohlbefinden sind offenbar Handwerk und Industrie, wo es eher um praktische Fertigkeiten als um soziale Kompetenz und den richtigen Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen geht. So liegt das Risiko psychisch zu erkranken nach den Daten des BKK-Verbands bei Mechatronikern nur bei 15 Prozent. In der Regel wird in diesen Wirtschaftsbereichen auch deutlich besser bezahlt als in den Sozialberufen. Auch das könnte eine Rolle spielen.

    Für die Pflegeunternehmen selbst ist das alles andere als eine gute Entwicklung. Denn die Erkrankungen führen dazu, dass oft lange Fehlzeiten zusätzliche Lücken in die ohnehin schon löchrige Personaldecke reißen: Beschäftigte in der Altenpflege fehlten 2015 krankheitsbedingt 24,1 Tage, das ist über eine Kalenderwoche mehr als beim Durchschnitt der Beschäftigten. Fast jeder fünfte Fehltag (18,7 Prozent) geht dabei auf das Konto von psychischen Erkrankungen, mehr als jeder vierte AU-Tag (27,2) wird allerdings durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht. Die Pflege von alten Menschen ist eben nicht nur seelisch belastend, sondern oft auch körperliche Knochenarbeit.

    Viel zu hohe Arbeitsbelastung
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Gesundheitsreport - Arbeiten? Nur noch mit Schmerzmitteln
    14 Kommentare zu "Gesundheitsreport: Arbeiten? Nur noch mit Schmerzmitteln"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

      @ Herr Hoffmann

      ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
      Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

      @Porters

      VIELEN DANK Herr Porters,
      es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
      Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
      Schön das Sie das zu schätzen wissen.

      Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
      Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso....

      ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
      Danke

    • ........es mußte + muß so kommen.....Schmerzmittel-Einnahme an welchem Platz + zu welcher Zeit auch immer....muß das sein?.....ganz sicher nicht.....wieso und warum nicht?.....nun, es haben sich viele Menschen Gedanken gemacht.....wie Gesundheit neu definiert und entwickelt.... erarbeitet..... und Bleibende erhalten werden kann......so wurden viele Bücher darüber geschrieben....man kann sie kaum zählen......haben doch die Resultate aus dem Geschriebenen keine oder nur wenige durchschlagende und lösende Ergebnisse erbracht......
      ....also dann meistens wieder die Rückkehr zur Chemie?.....ja, so ist es........
      werden überzeugende und durchschlagende Empfehlungen....sobald sie die Öffentlichkeit erreichen....abgewürgt....unterschlagen......vom Tisch genommen.....und vergraben...sollen sie doch um Himmelswillen nicht das etablierte und floriernde Geschäft mit der Chemie kaputt machen......
      und so sollte man bei Google den obigen Namen eingeben..und nach dem Geschriebenen und Gelesenen handeln......dann wird die Welt....rund um die Gesundheit wieder heil.......ist das wirklich so?.....ja, so ist es......
      Dazu findet demnächst im Zusammenhang damit....etwas ganz Neues statt.....was es so noch nicht gab und gibt......und was?
      .....nun, eine Schule.... ein Trainingslager für Gesundheit.....für Kranke + Gesunde.......
      ....dann muß und sollte jeder ein Stück (viel) Arbeit auf sich nehmen.....um vom Debakel seines Krankheitsproblems..... sich selber zu befreien......wie war das?....selber?.....ja selber......
      heißt es doch wie in allen Lebenslagen......zuhören....sich öffnen.....und handeln......es ist Vieles....ganz einfach.......

    • @Harry

      Die SPD ist absolut UNWÄHLBAR, die haben das doch mit verursacht !
      Schröder, Clemens, Müntefering,Steinbrück, Steinmeier die haben doch kräftig zu dem heutigen Zustand beigetragen.

      Und jetzt Sigmar Gabriel, das absolute no go.
      Die Ansagen von Andrea Nahles kann man doch überhaupt nicht ernst nehmen, das ist kompletter Humbug.

      Mindestlohn-Quatsch, Renten-Reform dies ist alles nicht finanzierbar, nur heiße Luft !!!

      Das Problem ist nicht mehr lösbar !!
      Diese EU verkommt zum Transfersystem, genau so wie es im Länderausgleich der BRD bereits stattfindet, nur jetzt dann auf Staaten-Ebene!

      Ich bin kein Pessimist, im Gegenteil, das kann man sich an fünf Fingern abzählen !

      Persönlich halte ich Sahra Wagenknecht und Frauke Petri für die brillantesten Politiker die Schild noch hat.
      Aber auch sie können nur noch Bilanz ziehen, das System ist bankrott und müsste
      eigentlich liquidiert werden.


    • Und Pflegestufe 6 wird auch noch kommen!

      Kannst als Lemming über die Klippen springen, wenn du dir die Versorgung nicht mehr leisten kannst, oder du einfach die Schnauze voll hast von dem verkommenen System !

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

    • Gehen Sie zu einem Berater der "Neuen Medizin", der sagt Ihnen, warum Sie krank sind. Sie werden sich wundern...

    • Eine Frau mit Hochschulabschluss arbeitet jetzt als „befristete Saftschubse“ bei Air Berlin (sagt Frau Wagenknecht gerade im Bundestag), so siehts aus im Merkel Deutschland 2016, Sahra Wagenknecht hat Recht! Ich würde sie wählen, wenn sie in der SPD wäre, meine Stimme wäre ihr sicher!

    • Seit Jahrzehneten nehmen wir eine zunehmende Ungleichverteilung von Vermögen/Geld/Einkomen/Eigentum usw. wahr. Nach unerer Wahrnehmung sch.... die Kuh immer auf den selben Haufen! Der wird immer größer, während mein eigener i.d.R. immer kleiner wird. Wir können uns noch so sehr abstrampeln, wir können wählen wen oder was wir wollen, wir können machen was wir wollen: Es ändert sich nichts! Es wird immer schlimmer! Also wird der Frust immer größer. Aus diesem Frust heraus entsteht dann der Hass auf die vermeintlich Schuldigen. Und da ist es am bequemsten, die Schwächsten als Projektionsfläche für unseren Hass zu nehmen - die, denen es noch schlechter geht als mir selbst, die noch hilfloser sind, die möglicherweise sogar von mir abhängig sind. Wir stehen einer unheimlichen Macht gegenüber, die unangreifbar geworden ist: Dem Bündnis aus Wirtschaft und Politik, wie es sich im real existierenden Kapitalismus zwangsläufig herausbildet bzw. herausgebildet hat. Warum lassen uns die von uns gewählten politischen Repräsentanten alleine? Warum sorgen Sie immer für die, die eh schon mehr als genug haben? Warum knappsen sie den "kleinen Leuten" immer mehr von dem Wenigen ab, was diese noch haben? Diese Allianz aus Wirtschaft und Politik gilt es zu knacken!

    • Da reden sie wieder über Renten und Mindestlöhne, und was man den Menschen im Land noch so alles zumuten kann, aber selbst vollversorgt mit dicker Pension, Diäten, steuerfreien Zulagen und langen Übergangsgeldern im vollversorgten Staatsdienst sitzen. Mich erreichen dise Personen mit ihren immergleichen hohlen Phrasen nicht mehr, ich bin da raus, glaube denen kein einziges Wort mehr!

    • Nicht nur bei der Arbeit, auch die tägliche Nachrichtenlage und ie Zeitungslektüre lässt einen automatisch zum Aspirin-Päckchen greifen, fördert die depressive Stimmung und schweren mentalen Burn-Out. Da könnte nur ein erfreulicherer Newslow helfen, z.B. daß der "Schlagabtausch" im Bundestag mal zur Abwechslung nach ukrainischem Vorbild stattfand.

    Alle Kommentare lesen
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%