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Gesundheitswesen Ärzte protestieren gegen wirtschaftlichen Druck in Krankenhäusern

Ökonomische Interessen stehen in Krankenhäusern vor dem Wohl der Patienten – das prangern 215 Ärzte an und fordern Reformen.
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Im Magazin Stern haben Ärzte gefordert, den Patienten wieder in den Vordergrund zu stellen, und nicht die wirtschaftlichen Interessen. Quelle: dapd
Gesundheitswesen

Im Magazin Stern haben Ärzte gefordert, den Patienten wieder in den Vordergrund zu stellen, und nicht die wirtschaftlichen Interessen.

(Foto: dapd)

Hamburg 215 Ärzte und 19 Organisationen haben in dem Appell „Rettet die Medizin!“ eine radikale Reform des Krankenhauswesens gefordert. Der Appell wurde am Donnerstag im „Stern“ veröffentlicht. Das Magazin berichtet in dem Zusammenhang vom Unmut vieler Ärzte über ein von marktwirtschaftlichen Interessen dominiertes System, das in deutschen Kliniken vorherrsche. Dabei handle es sich um das sogenannten „Fallpauschalen-System“.

Das Problem an diesem System sei, dass es Patienten in „Fallgruppen“ zusammenfasse, die pauschal vergütet würden. Je aufwändiger die Behandlung eines Patienten sei, desto mehr Geld bringe dieser Patient ein. Vor 16 Jahren sei dieses System eingeführt worden, damals hätten es viele Ärzte noch für vernünftig gehalten.

Doch wegen des hohen wirtschaftlichen Drucks, der heutzutage in Krankenhäusern an der Tagesordnung sei, sei dieses System problematisch geworden. Denn die Patienten würden sich, egal wie krank oder gesund sie sind, vor allem dann rechnen, wenn an ihnen viele „Prozeduren“ durchgeführt werden. Eingriffe wie das Verabreichen einer Spritze oder eine Magenspiegelung, seien ökonomisch sehr viel interessanter, als wenn Ärzte mit Patienten ein Gespräch führen, über die richtige Diagnose nachdenken und erst in der Fachliteratur nachforschen, bevor sie handeln.

In dem Appell formulieren die Ärzte drei konkrete Forderungen. Erstens müsse das „Fallpauschalen-System“ ersetzt oder zumindest grundlegend reformiert werden. Außerdem müsse die aus wirtschaftlichen Interessen heraus getätigte Übertherapie sowie Unterversorgung von Patienten gestoppt werden. Dabei würden sich die Ärzte auch zu der Notwendigkeit wirtschaftlichen Handelns bekennen.

Und drittens müsse der Staat Krankenhäuser dort planen und gut ausstatten, wo sie wirklich nötig sind. Das erfordere aber auch den Mut, mancherorts zwei oder drei Kliniken zu größeren, leistungsfähigeren und personell besser ausgestatteten Zentren zusammenzuführen.

Mehr: Der Gesundheitsminister will das Problem der überfüllten Notaufnahmen in Kliniken angehen. Doch die Frage, wer sich künftig um die Notfallpatienten kümmern soll, führt zu heftigen Vorwürfen.

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