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Gewerbesteuer zieht an In welchen Kommunen die Kasse klingelt

Von Finanznot kann in vielen Städten keine Rede mehr sein. Die Schulden sind zwar hoch, aber die Gewerbesteuer sprudelt. Allerdings gibt es auch eine andere Seite: Städte, die aus eigener Kraft nicht überleben können.
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Quelle: Getty Images
(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Die Zeiten des Jammerns sind vorbei: Einen Überschuss von rund 23 Milliarden Euro könnten Deutschlands Städte in diesem Jahr erzielen. Mit dieser Schätzung bestätigt der Städtetag die Einschätzung des Stabilitätsrats vom Sommer. Höhere Überweisungen des Bundes, aber vor allem die starke Konjunktur und damit kräftige Gewerbesteuereinnahmen machen die Kämmerer vielerorts glücklich. Allerdings fällt die Bilanz des Jahres 2011 extrem unterschiedlich aus: Geld im Überfluss in den Industriestädten des Westens, graue bis schwarze Tristesse dagegen in vielen Städten des Ostens.

Der glücklichste Kommunalpolitiker des vergangenen Jahres war wohl Thomas Muth. Der Finanzdezernent von Wolfsburg nahm 2011 so viel Gewerbesteuer pro Einwohner ein wie kein anderer Kämmerer: 2 046 Euro kassierte er rechnerisch für jeden Einwohner der VW-Stadt an Gewerbesteuern - etwa das Vierfache des Bundesdurchschnitts.

Gegenüber dem Vorjahr stieg das Gewerbesteueraufkommen um 53 Prozent; geht es VW gut, geht es Wolfsburg gut.

Ähnlich gute Daten wie Wolfsburg können allerdings nur einige wenige wirtschaftsstarke Städte in Westdeutschland melden, etwa Biberach, Frankfurt und Coburg. In Sindelfingen, wie Wolfsburg eine Autostadt, stiegen die Gewerbesteuer-Einnahmen im vergangenen Jahr um 216 Prozent auf 1714 Euro pro Kopf. Allerdings schaffen die 1 000-Euro-Marke insgesamt nur zwölf Städte.

Vor allem in den neuen Bundesländern bleibt das Gewerbesteuereinkommen schwach. Keine einzige Stadt im Osten erreicht auch nur 500 Euro. Selbst die ostdeutsche Vorzeigemetropole Dresden erzielte nur gut 440 Euro pro Kopf. Und Berlin schaffte gerade einmal 360 Euro.

Der Handelsblatt Expertencall
Tristesse im Osten
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