Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gewerkschaften 8,50 Euro Mindestlohn löst Kaufkraftschub aus

Das Thema Mindestlohn ist im Wahlkampf besonders wichtig. Eine Studie für die Gewerkschaften hat jetzt herausgefunden, dass eine gesetzliche Regelung die Konjunktur beleben würde.
09.07.2013 - 14:18 Uhr 8 Kommentare
Die Taxifahrer in Berlin wünschen sich einen gesetzlichen Mindestlohn. Quelle: dpa

Die Taxifahrer in Berlin wünschen sich einen gesetzlichen Mindestlohn.

(Foto: dpa)

Berlin Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde würde nach einer Studie für die Gewerkschaften Verdi und NGG einen Kaufkraftschub von 19,1 Milliarden Euro auslösen. Der bundesweite Mindestlohn würde wie ein Konjunkturprogramm wirken, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, am Dienstag in Berlin. Nach Angaben des Pestel-Instituts, das die Studie erarbeitet hat, ist ein Mindestlohn von 8,50 Euro beschäftigungsneutral. Die Zahl der Arbeitsplätze würde sich nicht verringern. Im Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung waren führende Wirtschaftsinstitute allerdings zu dem Schluss gekommen, ein Mindestlohn von 8,50 Euro werde Stellen kosten.

Vor allem im Einzelhandel und in der Logistik-Branche gebe es Probleme mit Niedriglöhnen, sagte Verdi-Vize Andrea Kocsis. Als besonderes Problem führte Möllenberg die Fleischindustrie an. In Schlachtbetrieben würden hauptsächlich aus Rumänien stammenden Arbeitern Stundenlöhne zwischen 2,50 und 3,50 Euro erhalten. Die NGG sei deswegen vor einem Jahr bei Arbeitsministerin Ursula von der Leyen vorstellig geworden, geändert habe sich aber nichts.

Das Thema Mindestlohn ist einer der Schwerpunkte im Bundestagswahlkampf. Während SPD und Grüne einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro anstreben, setzt die Linkspartei in ihrem Wahlprogramm die Lohnuntergrenze auf zehn Euro pro Stunde. CDU und FDP lehnen einen bundesweiten Mindestlohn ab. Die CDU will Lohnuntergrenzen dort einführen, wo es noch keine entsprechenden tariflichen Regelungen gibt. Die FDP plädiert für regionale und branchenspezifische Lohnuntergrenzen, die die Tarifpartner aushandeln sollen.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnt einen Mindestlohn von 8,50 Euro entschieden ab und warnt, dadurch würde die Jugendarbeitslosigkeit steigen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    • rtr
    Startseite
    8 Kommentare zu "Gewerkschaften: 8,50 Euro Mindestlohn löst Kaufkraftschub aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • STILLE zuschauende Gewerkschaften, seit Jahren !!!

      " 8,50 Euro Mindestlohn löst Kaufkraftschub aus ", spricht für sich, erschütternd !

      Nicht nur im Einzelhandel & Co. sind fragwürdige, menschen verachtende Bedingungen von POLITIK & LOBBY erwünscht.
      Mittlerweile in allen Branchen, mehr oder weniger ist die VERLOTTERUNG sichtbar !

      Diejenigen,egal mit welcher QUALIFIKATION, die in Zukunft arbeitslos werden sollten, werden eine unerwartete Erfahrung machen ! Da bekommt das Wort "Leistungsträger","Fachkräftemangel" einen neuen Sinn. Wünsche ich keinem !!!

      Da wird die Deregulierung im Arbeitsrecht spürbar, seit ROT/GRÜN !


    • "Vor allem im Einzelhandel und in der Logistik-Branche gebe es Probleme mit Niedriglöhnen, sagte Verdi-Vize Andrea Kocsis."

      Im Einzelhandel stand der Tariflohn für volle Berufsjahre vor 10 Jahren schon bei über 10 Euro. Heute gibt es Jobs im Einzelhandel überwiegend über Zeitarbeit. Dabei wird die gelernte Kraft mit reichlich Berufserfahrung für 8,19 Euro die Stunde verheizt, weil sie als Hilfskraft eingesetzt wird.

      Hin zu kommt, das es keine Vollzeitjobs mehr gibt. Über Zeitarbeit maximal 35 Stunden die Woche, meist deutlich weniger. Damit werden Zeitkonten aufgebaut, um das Risiko der Verleiher zu senken.

      Und keiner unserer Politiker sieht dieses Problem als Ganzes. Die alle sind sowas von satt, es geht ihnen am Ar... vorbei.

      Morgen kauf ich mir Dreschflegel und Hanfseile und vertraue auf gut gepflegte Laternenmaste!!!

    • 8,59 € Bruto. Und das soll eine enorme Kaufkraft geben?
      Wollen die uns verarschen?

    • Zunächst müssen die Löhne erwirtschaftet werden. Es genügt nicht, irgendwas zu produzieren, man muß auch ienen Käufer finden. Vorher gibt's keinen Lohn.
      Also ist das Unsinn mit dem Kaufkraftschub, denn erstmal muß die Kaufkraft ( durch den Lohnzahler ) erwirtschaftet werden

    • Fredi, "Meister der 20 Tarnkappen",

      Sie haben Recht, es gibt den Mindestlohn in den meisten In-
      dustrieländern. Es sind auch die Länder, die eine ex-
      cellente Wettbewerbsfähigkeit und breite Industrie-Wert-
      schöpfung aufweisen!?
      Oder, Meister der sozialistischen Rhetorik, sind es gerade die Länder, deren Industrie (fast) Minderheitenschutz beantragen müßte, dafür aber mit aufgeblähtem öffentlichen Sektor (fast) jeden Lohn zahlen könnten, sind ja eh Kredite von der Bank, die durch die EZB und Merkelsche Garantien dem deutschen Steuerzahler zufallen.

      Die Worte"Markt", "erarbeiten", "Qualifikation", "Wert-
      schöpfung") kommen bei Ihnen niemals vor.


    • Von wem stammt die Studie ? Vom Institut Flassbeck, Horn, Bofinger und Partner ?

    • " Als besonderes Problem führte Möllenberg die Fleischindustrie an. In Schlachtbetrieben würden hauptsächlich aus Rumänien stammenden Arbeitern Stundenlöhne zwischen 2,50 und 3,50 Euro erhalten."

      und
      "Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnt einen Mindestlohn von 8,50 Euro entschieden ab und warnt, dadurch würde die Jugendarbeitslosigkeit steigen."

      Die Gier der Reichen spricht gegen einen Mindestlohn. Es gibt ihn in den meisten Industieländern!
      Und die Handelsunternehmen werden ihre Billigjobs wohl kaum ins Ausland verlagern...

    • ... nach der schwachsinnigen Gewerkschaftslogik ewig-linker Lebenslügen will man sich erst gar nicht die Frage stellen, was für "Kaufkraft"schübe durch einen Mindestlohn von 85EUR oder gar 850EUR ausgelöst würde: soviel Heimelektronik können die Chinesen gar nicht produzieren!
      Merke: Kaufkraft muss man sich verdienen - sie kann nicht verordnet werden!

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%