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Gewerkschaften und Arbeitgeber Seit an Seit gegen Splittergewerkschaften

Die Furcht vor „britischen Verhältnissen“ treibt Gewerkschaften und Arbeitgeber in Deutschland zu ungewöhnlicher Einigkeit: Durch einen Gesetzgebungsvorschlag wollen sie dazu beitragen, den Tariffrieden zu stärken. Machtkämpfe zwischen Splittergewerkschaften hatten die britische Wirtschaft in den 1970er-Jahren in einen Dauerarbeitskampf verstrickt.
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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt (links) und DGB-Chef Sommer wollen gemeinsam künftige Tarifkonflikte vermeiden. Quelle: dpa

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt (links) und DGB-Chef Sommer wollen gemeinsam künftige Tarifkonflikte vermeiden.

(Foto: dpa)

BERLIN. Nach zweijähriger Vorarbeit haben DGB-Chef Michael Sommer und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nun gemeinsam die Details ihres Konzepts präsentiert, das sie der Regierung zur Umsetzung empfehlen. Es zielt darauf, neue Spielregeln für den Wettbewerb zwischen Gewerkschaften zu etablieren. In Zweifelsfällen hätte dann in einem Betrieb stets jener Tarifvertrag den Vorrang, den die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern unter der betreffenden Arbeitnehmergruppe durchgesetzt hat. Eine konkurrierende Gewerkschaft dürfte nicht einfach beliebig dagegen anstreiken.

„Das Prinzip ‚Ein Betrieb - ein Tarifvertrag' hat sich bewährt“, betonte Sommer am Freitag in Berlin. Die sogenannte Tarifeinheit, die in Deutschland zunehmend durch Berufsgewerkschaften angegriffen wird, sei „unverzichtbar, weil wir uns nicht mehrfach und dauernd Tarifkonflikte in den Betrieben leisten können“, sagte auch Hundt. Beide haben ihren Vorschlag bereit gemeinsam Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgestellt und zeigen sich zumindest zuversichtlich, dafür politische Unterstützung zu bekommen.

Das mahnende Praxisbeispiel für BDA und DGB ist Großbritannien: Dort hatten in den 70er-Jahren gewerkschaftliche Konkurrenzkämpfe zu fast permanenten Arbeitskämpfen in weiten Bereichen der Wirtschaft geführt, bis Margaret Thatcher die Macht der Gewerkschaften brach. Die seit einigen Jahren auch hierzulande immer massiver auftretenden Berufsgewerkschaften – der Lokführer, der Piloten, Flugbegleiter und anderer – könnten womöglich nur ein Vorgeschmack auf eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland sein, befürchten Hund und Sommer unisono.

Auslöser für ihre bemerkenswerte Einigkeit bei diesem Thema ist eine Ankündigung des Bundesarbeitsgerichts, das seine seit Jahrzehnten praktizierte Rechtsprechung zum Prinzip der Tarifeinheit aufgeben will. Noch für Juni wird ein entsprechender Beschluss der Erfurter Richter erwartet. Im Ergebnis könnten sich damit die Tore für immer neue Splittergewerkschaften weit öffnen – falls es zu keinen ergänzenden neuen Spielregeln im Tarifvertragsgesetz kommt.

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5 Kommentare zu "Gewerkschaften und Arbeitgeber: Seit an Seit gegen Splittergewerkschaften"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es gibt keine Gewerkschaften für die Arbeitnehmer mehr. Jahrelang haben sie die ganzen sozialen Kürzungen der Löhne und Renten in forderster Linie mitgetragen.Sie ist nur noch eine Arbeitgeber und Regierungsvertreterorganisation.Nur Scheinwiderstand für die Öffentlichkeit leistend, aber hinter geschlossenen Türen mit den Wölfen geheult,zum persönlichen Vorteil.Sowas nenne ich Verrat an den berechtigten interessen der meisten Arbeitnehmer ,Rentner und den sozial Schwachen in Deutschland.

    Gewerkschaften ? ich sehe nur überbezahlte postengierige,machtgeile Funktionäre. Es gibt ein Wort,daß die Gewerkschaften in Deutschland fürchten,wie der Teufel das Weihwasser.Sie hassen es.Sie würden es am liebsten aus dem Duden streichen lassen,es aus den Geschichtsbüchern verbannen,schwärzen und dem Vergessen zum Opfer fallen lassen.Oh ja,das tut so richtig weh.Wo man sich doch mit den Mächtigen geeinigt hat.Der Sessel ist so bequem und bringt viele Vergünstigungen mit sich.Wie ein warmes Tuch hüllt es sie ein.Das Millionen Arbeitnehmern nur auf ein Wort warten,daß Führung verspricht,sich zur Wehr setzen,gegen den unbeschreiblichen Sozialabbau,endlich den banken und Zockern in den Arm fallen,gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum,daß wollen sie nicht aussprechen.Lieber soll die Gewerkschaft noch weiter schrumpfen.Es ist ihnen egal.Egal sind ihnen die Arbeitnehmer und Rentner,egal sind ihnen die Soldaten in Afghanistan.Egal ist ihnen der Krieg sowieso.Egal sind ihnen die Menschen.Sonst würden sie sagen,daß jetzt die Grenze der Zumutbarkeit ,der belastungen der Menschen in Deutschland erreicht ist.Flasche leer.Was haben sich Regierung erlaubt. GENERALSTREiK.

  • ich denke H.Sommer treibt nur die Angst um, es könnten Gewerkschaften entstehen, die sich nicht dem DGb anschließen - was aber zwingend erforderlich wäre! Was hat denn z.b. die iG metall erreicht in den letzten Jahren? Die unteren Einkommensgruppen wurden zulasten der oberen mit enormen Gehaltserhöhungen bedacht. Mit dem Ergebnis, daß kaum noch ein Anreiz besteht, sich zu qualifizieren oder gar ein Studium zu absolvieren.
    So gehen Arbeitsplätze verlosen!
    Und - nicht immer kann man als DGb alles hinnehmen. Die Arbeitnehmer haben enorme Einbußen hingenommen - und der DGb? Hat geschlafen.
    in Frankreich sind die Gewerkschaften weit besser.
    Hier bei uns ähneln sie eher einem müden, verschlafenen und faulen beamtenapparat.

  • NjeNjeNje, die Glauben wirklich dass wir uns Streiten
    wegen den arbeitenden Sklaven, NjeNjeNje. Die Glauben
    bestimmt auch noch an den Nikolaus und Osterhasen, NjeNjeNje.

  • @vorredner das ist alles bekannt,nur haben die supergewerkschaften eindeutig gemeinsame sache gemacht.nun füllt sich die armentafel und die gewerkschaften haben mitgemacht,entstanden sind splittergewerkschaften,steinkühler und andere waren der anfang betriebsräte die den namen nicht verdient haben,deren wahl einfach furchtbar es lief doch gut für einige,auch ohne leistung,ihnen zu vertrauen und das elend geht weiter.

  • Zur Rückgewinnung des Vertrauens in Politik stehen 3 Schwerpunktaufgaben im Vordergrund:

    1. inländische Arbeitsplätze - die nationale Gemeinschaftsleistung aller Deutschen:
    Der gesellschaftliche Zusammenhalt kann nur gewahrt werden, wenn die schleichende Entindustrialisierung Deutschlands gestoppt wird. Sei es durch steuerliche "incentives", durch die Einrichtung von "Sonderzonen" nach asiatischem Vorbild oder die räumlich und zeitlich begrenzte Durchführung von Versuchsvorhaben, mit denen das Funktionieren von Marktwirtschaft unter Zugrundelegung unterschiedlicher Parameter und "Stellschrauben" auch bei niedrigem oder stagnierendem Wachstum getestet werden sollte: Durch die Erhaltung vorhandener und die Schaffung neuer inländischer Arbeitsplätze muß unser bruttosozialprodukt und damit das Steuersubstrat gestärkt, das Selbstvertrauen unserer bevölkerung wiedergewonnen und arbeitslosen Mitbürgern und Jugendlichen eine Perspektive verschafft werden.

    Nicht erst, wenn uns das Wasser am Hals steht, sondern hier und jetzt müssen im Schulterschluß von bundesregierung, Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften die institutionellen Rahmenbedingungen neu zugeschnitten und kommunale Genehmigungsverfahren so vereinfacht und beschleunigt werden, daß der auf dem Weltmarkt konkurrierende Unternehmer der Realwirtschaft nirgendwo besser als im inland investiert. Hier können und müssen bundeskanzler(in) und Länderchefs den Tatbeweis antreten, daß sie ihrer Aufgabe gewachsen sind.

    2. Sanierung unseres Staatshaushalts:
    Nach Jahrzehnten politisch verantwortungsloser, aber von der bevölkerung mitverschuldeten, Wohlfühl-Politik werden der erforderliche Neuverschuldungsstop und Abbau der Staatsverschuldung mit Ausgabenkürzungen, Einnahmeerhöhungen und Maßnahmen verbunden sein, die den bürgerinnen und bürgern ein höheres Maß an Eigenverantwortlichkeit abverlangen. Diese Mehrbelastungen und Einschnitte werden von den betroffenen jedoch nur (noch) akzeptiert werden, wenn vorher und über die "Schuldenbremse" hinaus konstitutionell abgesichert worden ist, daß Konsolidierungserfolge einer bundesregierung von veränderten parlamentarischen Mehrheiten nicht wieder ins Gegenteil verkehrt werden können und die Aufschuldung der letzten Jahrzehnte nicht fortgesetzt werden kann.

    3. Für eine demokratisch legitimierte Europapolitik:
    Ohne für künftige Jahrzehnte eine politische Union auszuschließen, muß Deutschland nach den jüngsten Erfahrungen und Enttäuschungen auf die einstimmige Verabschiedung eines novellierten EU-Vertrags bestehen, mit dem sich die Mitgliedstaaten konstitutionell abgesichert zu ausgeglichenen Staatshaushalten verpflichten, der die Teilnahme Deutschlands an einer EU-Haftungsgemeinschaft bzw. Transferunion ausschließt, der der Teilnahme Deutschlands an einer EU-Wirtschaftsregierung eine eindeutige Absage erteilt, der die Europäische Zentralbank zweifelsfrei und unzweideutig zur Sicherung von Geldwertstabilität verpflichtet bzw. ihr Staatsfinanzierung verbietet und der durch Volksentscheid demokratisch legitimiert wird.

    Sollte dies nicht gelingen, kann für Deutschland nur die Reduktion der Währungsunion auf strukturverwandte und sich zu Stabilität verpflichtende Mitgliedstaaten oder der Austritt aus der Währungsunion wegen Störung der Geschäftsgrundlage infragekommen.

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