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Gewerkschaften vs. Arbeitgeber Der Kampf um die Rente

Gewerkschaften kämpfen für höhere Renten und wollen im Herbst den Druck auf die Politik erhöhen. Die Rente könnte damit zum Wahlkampfthema werden. Die Arbeitgeber warnen vor einer „brandgefährlichen Dynamik“.
02.08.2016 - 13:56 Uhr 53 Kommentare

Nahles: „2020 sollen alle Renten gleich sein - und Merkel unterstützt mich“

Berlin Die IG Metall machte vor rund zwei Wochen den Anfang: In Berlin stellte sie ihr „Drei-Phasen-Modell“ für eine grundlegende Rentenreform vor. Erste Phase: Das seit 2000 bereits von 53 auf 47,5 geschrumpfte Nettorentenniveau wird bis 2021 stabil gehalten, statt weiter bis 2030 auf etwa 45 oder gar 43 Prozent zu schrumpfen.

Ab 2021 soll dann die Rentenformel von allen den Rentenanstieg dämpfenden Faktoren befreit werden. Dies bedeutet, die Renten würden nicht mehr wie heute generell langsamer als die Nettoeinkommen steigen, sondern genauso schnell. In der dritten, der Anhebungsphase – so der Plan der IG Metall – müsse das Rentenniveau dann wieder auf etwas mehr als 50 Prozent steigen. Denn das sei das Versorgungsniveau, das die Politik den Menschen 2001 versprochen habe, als sie die Riesterrente einführte, so die IG Metall. Leider habe es mit Riester nicht geklappt, weil vor allem Leute mit kleinen Einkommen sich die Beiträge nicht leisten wollten und weil inzwischen auch die versprochenen Renditen nicht mehr stimmen.

Der Preis für das Rentner-Wohlfühlprogramm der IG Metall: ein Anstieg des Rentenbeitrags von derzeit 18,7 auf 25 Prozent im Jahr 2030. Das wären deutlich mehr als die 22 Prozent, auf die der Rentenbeitrag nach offiziellen Prognosen ohnehin steigen wird, wenn ab 2020 verstärkt die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Der Beitragsanstieg könnte aber deutlich niedriger ausfallen, wenn die Politik sich entschlösse, alle Erwerbstätigen zu verpflichten, Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen.

Zum Wochenauftakt legte der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi nach, etwas weniger differenziert, aber dafür umso kraftvoller. 11 bis 12 Millionen der fast 32 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten drohe im Alter eine Rente unter Hartz-IV-Niveau, warnte Frank Bsirske. Das wäre jeder dritte Arbeitnehmer. Die Zahl ist das Ergebnis einer klassischen Milchmädchenrechnung. Aber völlig aus der Luft gegriffen ist sie nicht. Derzeit verdient eine ähnlich große Zahl an Arbeitnehmern weniger als 2500 Euro im Monat.

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    Wer ein ganzes Erwerbsleben von 35 Jahren lang weniger als 2500 Euro im Monat verdient, dessen gesetzlicher Rentenanspruch läge 2030 unterhalb der Grundsicherung – wenn das Rentenniveau wie geplant in Zukunft immer weiter gesenkt wird. Diese Grundsicherung von derzeit rund 750 Euro erhält aber jeder im Rentenalter, auch wenn er niemals einen Rentenbeitrag gezahlt hat.

    Eine ähnliche Rechnung hatte übrigens im Jahr 2012 bereits die damalige CDU-Sozialministerin Ursula von der Leyen gemacht. Sie sorgte damit für fette Schlagzeilen in der „Bild“-Zeitung und Empörung im Arbeitgeberlager.

    Hätten Bsirske und von der Leyen Recht, wäre die Legitimität der Rentenversicherung als Zwangsversicherung für Arbeitnehmer tatsächlich gefährdet. Denn wie kann der Staat den Arbeitnehmer dazu zwingen, 18,7 Prozent seines sauer verdienten Lohns in ein System zu zahlen, das ihn am Ende mit einer Rente abspeist, die jeder Sozialhilfeempfänger umsonst bekommt?

    Doch Bsirskes Rechnung stimmt nicht ganz. Die wenigsten Menschen verdienen ein Leben lang immer das gleiche Einkommen. Meistens steigen die Einkommen im Laufe des Erwerbslebens. Andere, die sich dauerhaft mit einem solchen oder gar niedrigeren Einkommen begnügen, tun das oft freiwillig – sei es, weil sie zusätzlich über einen besser verdienenden Partner abgesichert sind, sei es weil sie über Vermögen verfügen oder eine Erbschaft erwarten, die ausreichen wird, ihren Ruhestand abzusichern.

    Diese beiden Probleme sieht Bsirske
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    53 Kommentare zu "Gewerkschaften vs. Arbeitgeber: Der Kampf um die Rente"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dadurch wären sowohl Verstöße gegen die Verfassung (eine brauchbare haben wir ja hier in Deutschland ja schon) als auch politische Wunsch-Projekte,

      Wir haben keine Verfassung sonder ein Grundgesetz.

    • Als Basis eines zeitgemäßen digitalen Demokratiesystems bräuchte es eigentlich nur eine stabile, (natürlich basisdemokratisch etablierte und menschenrechtskonforme) Verfassung, auf der alle weiteren Details sowie alle Wahloptionen aufbauen würden, sowie einen Mechanismus, der - natürlich auf breitestem, digital verifiziertem Expertenwissen beruhend - sichergestellt, dass keine faktisch nicht realisierbaren Optionen zur Wahl stehen.

      Dadurch wären sowohl Verstöße gegen die Verfassung (eine brauchbare haben wir ja hier in Deutschland ja schon) als auch politische Wunsch-Projekte, die aufgrund der zum Zeitpunkt der „Wahl“ gegebenen realen Voraussetzungen nicht durchführbar wären, systematisch ausgeschlossen.

      Oder hat schon mal jemand versucht, mit seinem Rechner zu diskutieren?

    • Oh, diese einäugigen Ökonomen! Diese unbelehrbaren Rentenpolitiker! Diese unsozialen Arbeitgeber!
      Warum ziehen sie nicht auch eine grundsätzliche Änderung der Rentenformel in Betracht? Außergewöhnliche Zeiten (Herausforderung durch Demografie) erfordern außergewöhnliche Maßnahmen!
      Ein erster Schritt könnte die Steuerfinanzierung rentenfremder Belastungen und damit die Korrektur dieses Rentenbetrugs sein. Auch ein flexibler Renteneintritt wäre sinnvoll. Und last but not least, der wichtigste Punkt überhaupt: auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital, d.h. die Wohlhabenderen müssen endlich in die Finanzierung mit einbezogen werden!
      Das Ziel ist klar: Keine Altersarmut, daher Erhöhung des Rentenniveaus auch für die nächste Generation!

      Bis das passiert, mein Tip: Hören Sie mal an, was der Rentenrevoluzzer Sigismund Ruestig dazu auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.

      http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
      http://youtu.be/TgAi7qkD8qg
      http://youtu.be/mQvThNJkKbA

      Viel Spaß beim Anhören.

    • Oh, diese einäugigen Ökonomen! Diese unbelehrbaren Rentenpolitiker! Diese unsozialen Arbeitgeber!
      Warum ziehen sie nicht auch eine grundsätzliche Änderung der Rentenformel in Betracht? Außergewöhnliche Zeiten (Herausforderung durch Demografie) erfordern außergewöhnliche Maßnahmen!
      Ein erster Schritt könnte die Steuerfinanzierung rentenfremder Belastungen und damit die Korrektur dieses Rentenbetrugs sein. Auch ein flexibler Renteneintritt wäre sinnvoll. Und last but not least, der wichtigste Punkt überhaupt: auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital, d.h. die Wohlhabenderen müssen endlich in die Finanzierung mit einbezogen werden!
      Das Ziel ist klar: Keine Altersarmut, daher Erhöhung des Rentenniveaus auch für die nächste Generation!

      Bis das passiert, mein Tip: Hören Sie mal an, was der Rentenrevoluzzer Sigismund Ruestig dazu auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.

      http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
      http://youtu.be/TgAi7qkD8qg
      http://youtu.be/mQvThNJkKbA

      Viel Spaß beim Anhören.

    • http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gastbeitrag-zur-bundeswehr-im-inland-warnung-vor-kriegsspielen-auf-dem-land/13947866.html

      Leute die warten auf die Mistgabeln.

    • Wahlen und Mistgabeln wie lächerlich. Arbeiten sie, sparen sie und kaufen Aktien im Ausland. Glauben sie, dass sie mit Wahlen und Mistgabeln wohlhabend werden oder dass sie mehr Rente bekommen. Da kann man nur lachen, die Einheitspartei hat fast 100% und Panzer.

    • Die 54 neu zugewanderten Facharbeiter, die zwischenzeitlich bei DAX-Unternehmen eine Beschäftigung gefunden haben, werden unsere Rente ganz sicher bezahlen.
      Warum sollten wir uns also Sorgen machen?

      Und wenn dann erst der Rest der dringend benötigten Facharbeiter, Ärzte und Ingenieure in Lohn und Brot stehen, massenhaft Steuern und Sozialabgaben zahlen, werden wir nicht wissen wohin mit dem ganzen Geld....

      Mutti Merkel sichert unsere Renten - anders kann es nicht sein !!!!

    • @ Herr Harald Trautmann

      Absolut IHRER Meinung.

      MISTGABELN in die HAND ! Was andere hilft nicht mehr !

    • Um bei einer WAHL oder durch eine WAHL Veränderungen herbeizuführen, müsste die AfD über 50 % bekommen.

      Das läßt die NOMENKLATURA ( SED ===> Sozialistische Einheitsparteien Deutschlands, CDU/SPD/GRÜNE/LINKE/FDP ) niemals zu !

    • @ Vinci Queri
      Wir sollten endlich ins Handeln kommen, warmer Worte sind genug gewechselt und verändern rein gar nichts. Stumm, taub und blind, die Reichen und Mächtigen begreifen es in Millionen Leben nicht mehr. Wir müssen uns solidarisieren und die Sache als Volk selbst in die Hand nehmen, ansonsten werden sie uns weiter Richtung Untergang führen. Auf der Welt ist genug für alle vorhanden, wenn das System an die Bedürfnisse der Menschen und nicht an die Bedürfnisse der Märkte angepasst wird. Wir müssen uns wehren und Widerstand leisten bevor es dafür zu spät ist. Es sind doch so viele hier die genauso die Schnauze voll haben. Wi8r kämpfen alle allein, das kann nicht funktionieren. Wir müssen uns zusammenschließen, denn in der Masse können wir alles erreichen. Wir sollten uns nicht länger von den Medien, den Reichen und Mächtigen spalten lassen. Dass ist, was sie wollen, Uneinigkeit und Zweitracht, weil sie dann alles durchsetzen können. Wir als Volk sind der Souverän und wir können entscheiden, wie und unter welchen Bedingungen wir zukünftig in dieser Gesellschaft leben wollen. Wir sollten endlich wieder das Heft des Handels in die Hand nehmen, anstatt es den Politiker, den Märkten und den Wirtschaftskonzernen zu überlassen, wohin die Reise geht. Wehrt euch leistet Widerstand, solange es noch nicht zu spät ist!

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