Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gewerkschaftsforderung Arbeitgeber sollen bei hoher Arbeitsbelastung im Job mehr für Rente einzahlen

Eine Studie zeigt: Die Arbeitsbelastung beeinflusst die Lebenserwartung – und damit die Dauer der Rente. Die Gewerkschaften fordern Konsequenzen.
1 Kommentar
Höhere Rentenbeiträge für belastende Arbeit gefordert Quelle: dpa
Stahlarbeiter

Der Job in der Hüttenindustrie gilt Experten als sehr belastend.

(Foto: dpa)

Berlin Wer im Arbeitsleben hohen Belastungen ausgesetzt war, stirbt früher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen, die im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) erstellt wurde. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte, die daraus entstehenden Ungerechtigkeiten bei der Rentenbezugsdauer politisch in den Blick zu nehmen.

„Das Rentenalter muss sich an der Realität messen lassen“, sagte Buntenbach. Eine weitere pauschale Anhebung der Lebensarbeitszeit müsse daher tabu sein. „Gerade für diejenigen, die in ihrem Arbeitsleben eine hohe Belastung zu verkraften hatten, wäre ein höheres Rentenalter nichts anderes als ein Rentenkürzungsprogramm.“

Buntenbach schlug vor, dass Arbeitgeber für Beschäftigte mit starker Arbeitsbelastung höhere Rentenbeiträge leisten müssen. Damit könne Beschäftigten in kräftezehrenden Jobs ermöglicht werden, früher ohne Abschläge in Rente zu gehen. Denkbar seien auch staatliche Zuschüsse für die Betroffenen, um einen früheren Rentenbeginn zu ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt muss nach Ansicht der DGB-Vorständin darauf liegen, die Maßnahmen für Prävention und Arbeitsschutz zu verbessern. Außerdem ergäben sich durch die Digitalisierung Chancen, „körperlich schwere Arbeit zu erleichtern“, sagte sie.

Die Studie der Universität Duisburg-Essen untersuchte für Menschen in Deutschland, die zwischen 1984 und 2016 das Rentenalter erreichten, wie sich soziale Unterschiede auf die Lebenserwartung auswirken. Ein Zusammenhang besteht demnach zwischen der Arbeitsbelastung und der Lebenserwartung.

Bürotätigkeiten sind geringe Last

„Personen jenseits des 65. Lebensjahres, die sehr hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt waren, haben ein deutlich höheres Mortalitätsrisiko als Personen mit sehr niedrigen Arbeitsbelastungen“, heißt es in der Studie von Professor Martin Brussig. „Die Wirkungen der Arbeitsbelastung scheinen also auch über die Erwerbsphase hinaus fortzuwirken.“

In der Studie werden zum Beispiel Bürotätigkeiten als Berufe mit eher geringer Belastung gewertet. Bei Berufsfeldern wie dem Bergbau oder der Hüttenindustrie wird dagegen von einem sehr hohen Wert ausgegangen.

Buntenbach kündigte an, die Ergebnisse auch in der Rentenkommission vorstellen zu wollen. Die DGB-Vorständin gehört dem Gremium an, das im Auftrag der Bundesregierung bis zum nächsten Frühjahr Reformvorschläge für das Rentensystem für die Zeit nach 2025 vorlegen soll.

Die Rentenkommission befasst sich auch mit der Frage, welche Konsequenzen aus der steigenden Lebenserwartung gezogen werden müssen. Für Buntenbach zeigt die Studie der Universität Duisburg-Essen, dass die Lebenserwartung unterschiedlich stark ansteigt – am stärksten vor allem für diejenigen, die auf der „Sonnenseite des Lebens“ stünden.

Mehr: Die Rentenkasse verzeichnet hohe Überschüsse. Doch neue Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen das demografische Risiko.

Startseite

Mehr zu: Gewerkschaftsforderung - Arbeitgeber sollen bei hoher Arbeitsbelastung im Job mehr für Rente einzahlen

1 Kommentar zu "Gewerkschaftsforderung: Arbeitgeber sollen bei hoher Arbeitsbelastung im Job mehr für Rente einzahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hier soll das Renteneintrittsalter zum Willkürakt der Gewerkschaft gemacht werden. Wer entscheidet was eine starke Arbeitsbelastung ist??? Berufsbiografien sind nicht geradlinig und Tätigkeiten somit in den verschiedensten Bereichen. Gibt es dann zu den Entgeldpunkten noch Renteneintrittspunkte??
    Arbeitgeber sollen höhere Rentbeiträge bezahlen! Das zeugt nun von völliger ökonomischer Unwissenheit.
    Wann entsteht ein Arbeitsplatz. Das Unternehmen sieht am Markt die Möglichkeit das Produkt zu verkaufen. Der Markt gibt den Preis vor. Kann das Unternehmen nach Abzug aller Kosten das Produkt mit einer Gewinnmarge verkaufen entsteht ein neuer Arbeitsplatz. Was heist das, der Arbeitsplatz muß alle Kosten erwirtschaften und da ist es wurst ob es AG-Anteil oder AN-Anteil der RV ist. Man könnte alle AG-Anteile dem Bruttolohn zuschlagen und auf dem Gehaltszettel ausweisen oder der AG zahlt auch den AN-Anteil, für die Arbeitskosten würde das nichts ändern, die Kosten bleiben die Gleichen. Wenn die Kosten des Arbeitsplatzes über den Erlösen liegen, dann entfällt oder entsteht der Arbeitsplatz nicht.
    Außer unserem Staat kann niemand dauerhaft mit Verlusten wirtschaften und auch der Staat kann das nur bedingt.

Serviceangebote