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Gigafactory Blitzbesuch in Grünheide: Tesla-Chef Musk will „erstklassige Ingenieure“ rekrutieren

Elon Musk ist in Deutschland und will Personalgespräche für seine Tesla-Gigafactory nahe Berlin führen. Auf Twitter reagierten Zehntausende auf seinen Bewerbungsaufruf.
05.11.2020 Update: 05.11.2020 - 13:55 Uhr Kommentieren
Der Tesla-Chef war erst Anfang September in Grünheide zu Besuch (Archivbild). Quelle: AFP
Elon Musk

Der Tesla-Chef war erst Anfang September in Grünheide zu Besuch (Archivbild).

(Foto: AFP)

Berlin Tesla-Chef Elon Musk ist zu einem Blitzbesuch in Deutschland eingetroffen. Musks Privatjet, die „Gulfstream G650“ mit der Kennung N628TS, landete am Donnerstagvormittag am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld. Von dort sind es nur rund 30 Kilometer zur Baustelle der vierten Gigafactory des US-Autobauers im brandenburgischen Grünheide bei Berlin. Dort kam Musk gegen 11 Uhr an.

Ein Tesla-Sprecher sprach von einem „Routine-Besuch“. Musk selbst schrieb auf Twitter, er wolle „erstklassige Ingenieure“ für seine Autofabrik rekrutieren. Am Freitag wolle er mögliche Bewerber „persönlich interviewen“.

Zehntausende reagierten per Twitter auf die Nachricht - einige veröffentlichten gleich Teile ihres Bewerbungsschreibens oder stellten Fragen nach den Anforderungen. „Stellen Sie auch Praktikanten mit einem Philosophie-Hintergrund ein?“, schrieb eine Interessentin.

Nach Informationen des Handelsblatts will Musk am Abend mit dem brandenburgischen Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zusammenkommen. „Ja, es soll ein Treffen geben“, bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums dem Handelsblatt. Details des Gesprächs stehen noch nicht fest.

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    Bereits ab nächstem Sommer sollen in Grünheide die ersten Elektroautos vom Band rollen, produziert von bis zu 12.000 Arbeitskräften. Tesla sucht zusammen mit der Arbeitsagentur in Frankfurt/Oder im großen Stil Mitarbeiter. Für die ersten 6000 Stellen wurden die Anforderungsprofile schon definiert.

    Zuletzt wurde bekannt, dass spezielle Personalverantwortliche eingestellt werden sollen, um die Mitarbeitersuche zu forcieren. Eine entsprechende Stellenausschreibung hat Tesla bei der Jobbörse Stepstone geschaltet.

    Musk: „Deutschland rocks!“

    Neben normalen Personalern (Recruiter) werden demnach Leute zur Personalanwerbung gesucht, die in der Lage sind, „in kurzer Zeit eine große Anzahl von Mitarbeitern“ einzustellen – sogenannte „Recruiter, High-Volume“. Dafür müssen die Bewerber laut Stellenausschreibung vor allem eine Sache gut können: „die Ärmel hochkrempeln und die Dinge schnell erledigen“.

    Interessierten verspricht Tesla, die „Erfolgsgeschichte“ des Konzerns mitgestalten zu können. „Um die unglaubliche Erfolgsgeschichte von Tesla jetzt auch in Europa voranzutreiben, bildet die Gigafactory Berlin die perfekte Basis“, heißt es in der Stellenanzeige bei Stepstone. „Der wichtigste Pfeiler dafür sind unsere Mitarbeiter. Deren Passion, Motivation und Leistungsbereitschaft stellen sicher, dass wir unsere Ziele erreichen.“

    Musk war erst Anfang September zu Besuch in Grünheide - das erste Mal überhaupt, dass sich der Tesla-Chef vor Ort über den Fortgang der Bauarbeiten informiert hatte. Damals war er begeistert über den Baufortschritt gewesen. „Deutschland rocks!“, rief er den Zaungästen auf dem Gelände entgegen.

    Ende Oktober hatte es jedoch Probleme gegeben. Der Gesamtbauleiter der Fabrik Grünheide, Evan Horetzky, war entlassen worden. Grund dafür soll der enorme Erwartungsdruck gewesen sein, denen er angeblich nicht gerecht worden sei. Das Unternehmen selbst äußert sich grundsätzlich nie zu Personalien.

    Musk erhält Axel Springer Award

    Erst im Februar waren die Vorbereitungen für den Bau der Fabrik gestartet worden, die Rohbauarbeiten begannen im Sommer. Die endgültige umweltrechtliche Genehmigung für das Milliardenprojekt für das Land Brandenburg steht jedoch noch aus. Tesla baut über vorab erteilte Einzelgenehmigungen der Behörden, jedoch auf eigenes Risiko.

    Ende September nahmen Kritiker acht Tage in Anspruch, um Informationen zu den Bauplänen und deren Auswirkungen auf die Wasserversorgung, Tier- und Pflanzenwelt, Lärmbelästigung und vieles weitere einzufordern. Umweltschutzverbände monieren etwa lückenhafte Bauantragsunterlagen der Fabrik. Derzeit würden die Einwendungen geprüft, sagte die Sprecherin des Brandenburger Umweltministeriums, Frauke Zelt. Wann eine Entscheidung falle, sei noch unklar.

    Die nächste Reise nach Deutschland steht schon fest. Der Tesla-Chef bekommt den diesjährigen Axel Springer Award und will den Preis am 1. Dezember in Berlin entgegennehmen. Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner erklärte zur Begründung, Musk inspiriere als einer der „kreativsten Unternehmer und brillantesten Ingenieure des digitalen Zeitalters“ eine ganze Generation. „Er verbindet große Visionen mit dem absoluten Willen zur Umsetzung.“

    Der undotierte Preis des Springer-Konzerns wird zum fünften Mal verliehen. Damit werden jährlich Personen gewürdigt, die laut Springer in besonderer Weise innovativ sind, Märkte schaffen und verändern, die Kultur prägen und sich gleichzeitig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Frühere Preisträger waren unter anderen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und die Wirtschaftswissenschaftlerin und Autorin Shoshana Zuboff.

    Mehr: Der Tesla-Effekt: Experten erwarten Signalwirkung für andere Großprojekte.

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