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Gleichstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht: Berlins Politikerinnen in Feierlaune

In Berlin machen sich führende Politikerinnen Mut für weitere Fortschritte beim Thema Gleichstellung. Auch der Bundespräsident mischt sich in die Debatte ein.
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„Frauenrechte sind nicht die Sache von Frauen alleine.“ Quelle: dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

„Frauenrechte sind nicht die Sache von Frauen alleine.“

(Foto: dpa)

BerlinIn diesen Tagen stehen sie alle auf der gleichen Seite: Politikerinnen und Unternehmerinnen aus verschiedenen Bereichen zelebrieren die Entwicklung der Frauenrechte hierzulande. Vor fast 100 Jahren dürften Frauen erstmals an einer Wahl teilnehmen.

Annegrete Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen zeigten sich von einer anderen, äußerst persönlichen Seite. Doch nicht nur Frauen hielten eine Hommage auf ihresgleichen. Heute war es ein Mann, der einen deutlichen Appell an die Herren des Landes richtete. Und der eine Wahrheit ansprach, die auf alles andere hindeutet, als auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Mann und Frau in der Politik.

„Frauenrechte sind nicht die Sache von Frauen alleine“, sagte Bundespräsident Steinmeier heute im Schloss Bellevue. Frauen seien nicht immer die besseren Vertreterinnen der eigenen Sache und Männer nicht immer ihre natürlichen Gegner.

Steinmeier sieht Frauenrechte als gemeinsame Sache. Sein eigenes Amt wurde war noch nie mit einer Frau besetzt. Das ist auch dem Bundespräsidenten klar. In seinen Worten dazu hört man die Zuversicht heraus, dass sich diese Tatsache zukünftig ändert.

Mit guter Laune und zugleich mahnenden Worten wurde gestern auch im Sheraton-Hotel in Berlin gefeiert. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte eingeladen, unter den Gästen waren die neue CDU-Chefin und die Verteidigungsministerin: „Dass ich heute hier stehe, das habe ich der Quote zu verdanken“, sagte Annegrete Kramp-Karrenbauer selbstbewusst in ihrer Ansprache.

Eine genderbezogene Quotenregelung bei der Besetzung von Gremien oder Stellen alleine reicht ihr jedoch nicht. Über den Zustand, dass man sich in der Union Gedanken mache, ob ein Vorsitz von Frau zu Frau weitergegeben werden könne, ist sie sichtlich erschrocken. Die CDU-Chefin macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber noch lange nicht am Ziel.

Das Ziel sei die Selbstverständlichkeit von einem gleichen Anteil von Frauen und Männern in hohen Ämtern und das ist tatsächlich noch lange nicht erreicht, im Gegenteil: Der Frauenanteil im Bundestag ist nach der letzten Wahl von 37,3 auf 30,7 Prozent gesunken.

Es ist der schlechteste Wert seit 1994. Das schockiert auch den Bundespräsidenten: Es könne keine Demokratie als Idee von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit geben, an der nicht Männer und Frauen gleichermaßen beteiligt seien, sagt Steinmeier.

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht Deutschland starke und mutige Frauen, die an Veränderung glauben und sich auch zukünftig für Gleichstellung einsetzen. Davon ist auch Ursula von der Leyen überzeugt und geht mit gutem Beispiel voran: Als Mutter von sieben Kindern und Verteidigungsministerin von Deutschland verkörpert niemand besser als sie das Bild einer Frau, die für beides lebt: Familie und Beruf.

Und das war anfangs ziemlich schwer, erzählt sie. Die Entwicklungen der letzten Jahre, zum Beispiel der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, haben ihr geholfen und sie gleichzeitig motiviert, weiter daran zu arbeiten, dass die Vereinbarkeit beider Lebensbereiche noch stärker gelernt und verstanden werden muss.

Die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm sagte einst: „Glaube nicht, es muss so sein, weil es so ist und immer so war.“  Sie traute sich laut auszusprechen, dass geschlechtsspezifische Verhaltensweisen nichts mit der Biologie von Mann und Frau zu tun haben.

Mit ihren Büchern und ihrer engagierten Art hat sie einen nennenswerten Teil zur Frauendebatte beigetragen. Ein Jahr nach ihrem Tod fanden in Deutschland die ersten Wahlen für alle statt.

Am 19. Januar ist dieser Meilenstein in der Geschichte genau 100 Jahre her.

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