Gleichstellung SPD droht Merkel mit Alleingang bei Ehe für alle

Die Ehe für alle galt in der Koalition als nicht lösbarer Streitpunkt. Doch Merkels Kursschwenk eröffnet neue Möglichkeiten. Die SPD will nun in dieser Woche eine Abstimmung im Bundestag – notfalls auch ohne die Union.
Update: 27.06.2017 - 15:54 Uhr 34 Kommentare

SPD setzt Merkel unter Druck

SPD setzt Merkel unter Druck

BerlinNoch im Frühjahr sah die Lage ganz anders aus. Bei einer der letzten Sitzungen des Koalitionsausschusses, in der die gesetzgeberischen Möglichkeiten in der Großen Koalition vor der Bundestagswahl ausgelotet wurden, kam man zu dem Schluss, dass die Einigungschancen bei der „Ehe für alle“ gleich null sind.

Die SPD konnte sich mit ihrem Anliegen, die Ehe auch gleichgeschlechtlichen Partnern zu öffnen, nicht durchsetzen. Zum einen, weil es seinerzeit in der CDU noch große Vorbehalte gab und die CSU ohnehin der Auffassung ist, dass die Ehe eindeutig als Gemeinschaft von Frau und Mann definiert sein sollte. Nachdem erst die Grünen und dann auch SPD und FDP eine Abstimmung über die Ehe für alle zur Koalitionsvoraussetzung machen, kommt nun wieder Bewegung in das Thema.

Die Kanzlerin reagierte daraufhin mit einem eigenwilligen Vorschlag: Sie wünsche sich eine Diskussion, die „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht“, sagte Angela Merkel bei einer Veranstaltung der Zeitschrift „Brigitte“. Für viele im politischen Berlin kam der Vorstoß so kurz vor Ende der Legislaturperiode überraschend. Am heutigen Dienstag hob die Kanzlerin schließlich den Fraktionszwang in der Union auf. Merkel wiederholte nach Teilnehmerangaben in der Sitzung der Unionsfraktion, es gehe bei der Abstimmung um eine Gewissensentscheidung.

Während sich in der Union nun ein neuer Streit über das Thema anzubahnen scheint, wollen SPD, Grüne und Linke Nägel mit Köpfen machen und noch in dieser Woche eine Bundestagsabstimmung herbeiführen. Selbst aus der CDU wurden Forderungen laut, noch vor der Bundestagswahl am 24. September zu einer Entscheidung zu kommen. Die Spitze der Unionsfraktion lehnte dagegen eine rasche Abstimmung ab. „Es besteht keine Notwendigkeit für eine überstürzte Entscheidung“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU).

Der CSU-Abgeordnete Peter Ramsauer wurde noch deutlicher. „Ich will das Thema überhaupt nicht im Bundestag haben“, sagte Ramsauer der „Rheinischen Post“. „Deutschland hat ganz andere Probleme. Aber die CDU-Führung soll sich davor hüten, auch noch die letzten konservativen Werte zu zerstören“, betonte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag.

Die SPD schert die unionsinterne Debatte wenig. „Frau Merkel hat die Abstimmung zu einer Gewissensentscheidung erklärt, und wir nehmen sie beim Wort“, sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, dem Handelsblatt. Die SPD strebt noch in dieser Woche eine Parlamentsabstimmung über einen bereits vom Bundesrat beschlossenen Gesetzentwurf an. „Technisch geht das“, sagte Kahrs. „Der Rechtsausschuss kann das Gesetz in den Bundestag durchwinken – entweder mit den Stimmen der Koalition oder mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen.“

Ähnlich äußerte sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Er hoffe, dass die Union bei der Abstimmung noch mitziehe. Mit Blick auf den Kurswechsel der Kanzlerin fügte er hinzu, Merkel habe einen „Move“ gemacht. „Wir nehmen sie jetzt beim Wort.“ SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann betonte zugleich, dass die SPD sich „koalitionstreu“ verhalten werde – „ auch in dieser Sache“. Wenn alle eine Gewissensentscheidung wollten, dann müsse sie auch kommen.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) vermied es, die SPD vor einem Koalitionsbruch zu warnen, sollte sie an ihrem Abstimmungs-Plan festhalten. „Das ist ein Vertrauensbruch, und wir werden der Aufsetzung auch nicht zustimmen“, sagte der CDU-Politiker vor der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Die SPD muss dann eben mit der rot-grünen Opposition zusammen diesen Tagesordnungspunkt auf die Tagesordnung setzen und muss dann gegen uns diese Abstimmung durchführen“, fügte er hinzu.

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34 Kommentare zu "Gleichstellung: SPD droht Merkel mit Alleingang bei Ehe für alle"

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  • Ja, und was machen unsere Politiker dagegen?
    NICHTS!
    Sie dürfen es nicht, sie trauen sich nicht, sie sind zufrieden mit sich.
    Sie leben wie die Made im Speck und existieren und kassieren was die Staatskasse hergibt. Und keiner von ihnen ist ehrlich und mit Rückgrat versehen und sagt, ich mache das nicht mehr mit und verzichte auf dieses Schmarotzertum und gebe alles zurück.
    Und sowas will Menschen führen!

  • Und dabei ist noch nicht einmal der zukünftige Terror mit seinen fatalen Anschlägen durch Selbstmörder erwähnt.

    Es trifft immer die anderen.
    Die anderen denken das auch.

    © Petrus Ceelen
    (*1943), belgischer Geistlicher, Psychotherapeut, Autor und Aphoristiker, arbeitete als Gefangenenseelsorger und ist seit 1992 Aids-Pfarrer in Stuttgart

  • Schleichend und unauffällig und von den Medien nicht beachtet -lediglich in einem Regionalanzeiger erwähnt- machen Kinder un Jugendliche und deren Eltern nun mit, was zur Silvesternacht wegen der hohen Anzahl ein einem einzigen Ort große Wellen schlug.

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  • Schleciendd und unauffällig und von den Medien nicht beachtet -lediglich in einem Regionalanzeiger erwähnt- machen Kinder un Jugendliche und deren Eltern nun mit, was zur Silvesternacht wegen der hohen Anzahl ein einem einzigen Ort große Wellen schlug.

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  • Viel Spaß dann dem deutschen Volk mit ihrer Good-Kanzlerin!


    Für die Prognose braucht es keinen Propheten: Der Druck in Italien wird zunehmen. Auf der libyschen Seite sollen je nach Beobachter zwischen 500.000 und über sechs Millionen afrikanische Migranten auf eine Gelegenheit zu Überfahrt warten – für die sie umgerechnet nur etwa 150 bis 200 Euro bezahlen müssen.

  • Die Steigerung von dumm ist dümmer und dann deutsch!

  • Sie kommen fast alle aus Subsahara-Afrika und dort überwiegend aus Westafrika. Unter den 60.228 bis Ende Mai angekommenen Migranten führt Nigeria mit 9286 Personen die Liste an (2054 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres), gefolgt von 5960 Personen aus Guinea (2016: 3437), 5657 Migranten aus Elfenbeinküste (3686), 4011 Gambiern (4271), 3935 Senegalesen (3010), 3150 Maliern (2874), 2344 Eritreern (6501) und 2327 Sudanesen (2912). Dazu kommen 7106 Migranten aus Bangladesch – gegenüber den 20 Bangladeschis des Vorjahres eine Verdreihundertfünfzigfachung – und 3327 Migranten aus dem nordafrikanischen Marokko (1285).

    Nur zehn Prozent Frauen

    Auffällig: In keinem der Herkunftsländer herrscht Krieg.

  • Warum wohl klappt die USA die Brücken hoch?

    Es gab und gibt keinen geeigneteren für die Umsetzung wie den Donald.





  • So langsam müßte es auch der Letzte sehen.

    Die Migrantenkrise geht weiter

    Wer die Zahlen kennt, ahnt, was Europa bevorsteht. Denn auf der sogenannten zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien bahnt sich die die große afrikanische Völkerwanderung unübersehbar an. Seit Jahresanfang erreichten bis zum 14. Juni auf dieser Route 65.450 Migranten Italien – 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Den Zahlen der zur UN gehörenden Internationalen Organisation für Migration zufolge bei stark steigender Tendenz: Allein im Mai waren es 22.993 und nur in der letzten Mai-Woche 10.111 Migranten.

    An einem durchschnittlichen Wochenende kommen fast 10.000 Personen auf italienischen Aufnahme-Inseln an.

    The Wall Street Journal

  • Ablenkung vor dem


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    2. bis 27. Tag im Monat Juni so ähnlch u.v.m. nun in Zukunft 365 Tage unter

    P O L I T I K V E R S A G E N


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