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Glückliche Patienten Deutsche Ärzte sind besser als ihr Ruf

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Erst zum Hausarzt, dann zum Facharzt
Die häufigsten Leiden der Deutschen
Platz 10: Unspezifische Symptome
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3,9 Prozent der Berufstätigen ließen sich im ersten Halbjahr 2016 wegen unspezifischer Symptome krankschreiben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit. Insgesamt betrug der Krankenstand in diesem Zeitraum 4,4 Prozent. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 ist er damit um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

Platz 9: Kreislaufsystem
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4,1 Prozent der Deutschen haben sich wegen Problemen mit dem Kreislauf krankschreiben lassen. Berufstätige in den östlichen Bundesländern waren insgesamt mit einem Krankenstand von 5,5 Prozent häufiger und länger krankgeschrieben als im Vorjahreszeitraum. 2015 waren es noch fünf Prozent. Im Westen ist der Krankenstand mit 4,2 Prozent deutlich niedriger.

Platz 8: Nervensystem, Augen, Ohren
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Nervensystem, Augen und Ohren schaffen es auf den achten Platz des Rankings der häufigsten Gründe bei Krankschreibungen. Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten für das erste Halbjahr 2016 ausgewertet.

Platz 7: Neubildungen wie Krebs
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4,3 Prozent der Beschäftigten ließen sich im vergangenen Halbjahr aufgrund von Neubildungen wie z.B. Krebs krankschreiben. Die Dauer der Erkrankung lag dabei durchschnittlich bei 32 Tagen.

Platz 6: Infektionen
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Zecken übertragen Krankheiten und können so für schlimme Infektionen sorgen. In Deutschland ließen sich 2016 im ersten Halbjahr 4,6 Prozent der Beschäftigten aufgrund von Infektionen krankschreiben.

Platz 5: Verdauungssystem
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Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm. 5,1 Prozent der deutschen Beschäftigten ging es im vergangenen Halbjahr im wahrsten Sinne des Wortes zu schlecht, um zu arbeiten.

Platz 4: Verletzungen und Vergiftungen
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Den Finger mit der Möhre verwechselt oder Schwiegermutters Pilzsuppe gegessen – 11,6 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ließen sich wegen Verletzungen oder Vergiftungen krankschreiben.

Auch wenn die Ärzte in der KBV-Umfrage insgesamt gut abschneiden, gibt es dennoch Grund zum Handeln. Einer zweiten Studie zufolge ist der Leidensdruck bei einem Teil der Versicherten, die lange auf einen Arzttermin warten, sehr hoch. Eine gezielt ausgewählte Gruppe von 25 Patienten war dafür befragt worden.

Die Befragten berichteten, dass sie trotz permanenter Schmerzen monatelang auf einen Termin beim Orthopäden oder anderen Fachärzten warten mussten. Sie monierten auch den zähen Behandlungsverlauf, wie Sebastian Schmidt-Kaehler von der Patientenprojekte GmbH berichtet. „Man wird von Arzt zu Arzt geschickt und wartet monatelang auf eine Diagnose und während dieser Zeit leidet man“ zitiert er einen Patienten.

Ein anderer Patient berichtete: „Da hat man endlich einen Facharzttermin und dann sagt der, ich soll erstmal zum MRT gehen. Das MRT kriegen Sie dann in drei Monaten, wenn Sie Pech haben. Und dann warten Sie wieder auf einen Termin beim Orthopäden.“

Die Berichte aus der zweiten Studie legen nahe, dass Wartezeiten vor allem dann Probleme bereiten, wenn der Patient eine komplexe Krankheit hat und mehrere Ärzte nacheinander konsultieren muss, um Klarheit zu erhalten.

Hier gebe es wohl Dinge, „die zu verbessern sind“ räumte KBV-Chef Gassen ein. „Die Wartezeiten auf so manche Facharzttermine sind möglicherweise zu kritisieren.“ Doch solle man dabei nicht übersehen, dass das oft auch damit zu tun habe, dass der Patient zu einen ganz bestimmten  Facharzt wolle. Und dass der nicht immer gleich bereit stehen könne, liege doch auf der Hand.

Das habe auch etwas damit zu tun, dass es in vielen Regionen inzwischen zu wenig Ärzte gebe, so Gassen. Hier arbeite die Ärzteschaft derzeit mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss – dem obersten Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen – an einer Weiterentwicklung der Bedarfsplanung. Die beste Bedarfsplanung werde aber  das Problem nicht lösen, dass inzwischen viel Geld nötig sei, um weiter in strukturschwachen Regionen Arztpraxen „vorzuhalten“.

Erst zum Hausarzt, dann zum Facharzt – mit dieser Methode hofft die KBV die Wartezeiten für Facharzttermine zu verkürzen. Sinnvoll findet diese Idee nur jeder zweite Befragte. Vor allem Patienten mit einem höheren Bildungsabschluss wollen die Wahl haben. Allerdings wären 65 Prozent bereit, immer zuerst zum Hausarzt zu gehen, wenn dafür ihr Krankenkassenbeitrag deutlich gesenkt würde.

Für die stellvertretende KBV-Vorsitzende Regina Feldmann ist das ein klares Indiz dafür, dass die Ärzteschaft mit ihrer Forderung auf dem richtigen Weg sei, einen Vertrauensarzt zum Lotsen für Hilfe suchende Patienten zu machen. In der Regel sollte es der Hausarzt sein.  Die freie Arztwahl, betonte Feldmann, wolle man aber deshalb nicht abschaffen.

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Mehr zu: Glückliche Patienten - Deutsche Ärzte sind besser als ihr Ruf

12 Kommentare zu "Glückliche Patienten: Deutsche Ärzte sind besser als ihr Ruf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zumindest sollte man wissen, dass es sog Pseudowissenschaftler sind und die zwei Buchstaben vor dem Namen Standard sind.

    Die Promotionsleistung -sowie in der Vergangenheit auch bei einigen Politikern- sollte man ernsthaft in Frage stellen und nicht jeden Herrn Doctore als Gott bezeichnen.

    Die Patienten sind zufrieden, wenn sie mit ihrem Arzt sprechen dürfen. Das Placebo wirkt. Und 70% der kranken Seelen ist geholfen.

    Der Rest der Patienten erfordert dann wirklich einen guten Mediziner, die es auch sicherlich gibt und vielleicht ihren Kollegen gegenüber noch unterbezahlt sind.

    Aber dass sollten unsere Ärzte besser wissen.





  • @Herr Holger Narrog

    Was kann man von Jemandem erwarten, der voller Überzeugung, dafür mit umso weniger Wissen, einfach behauptet, Sie hätten den Artikel nicht gelesen, während er sicher nicht Ihren Kommentar gelesen hat?

    Mein Eindruck ist, der überfliegt Kommentare bei der Suche nach „Schlüsselwörtern“, die, wenn gefunden, automatisch einen „Beißreflex“ auslösen.

  • @Reiner Blumenhagen
    Das hat nichts mit Hetze zu tun sondern das sind FAKTEN!

    Wenn man in ein System nichts einbezahlt aber sich daraus bedient, dann ist dieses System asozial angelegt.
    Unser Sozialsystem ist so ein System. Politiker und Beamte zahlen nichts ein aber dürfen sich davon bedienen. Auch die illegalen Einwanderer zahlen in unser, von uns sozialabgabenpflichtigen Bürger, finanziertes und unterhaltenes Sozialsystem nichts ein aber dürfen sich fürstlich daraus bedienen.
    So ein asoziales Sozialsystem wird früher oder später unsere ganze Geselllschaft zusammenbrechen lassen. Mangel und Armut für alle in Deutschland lebenden Menschen wird dies zur Folge haben.

  • Mir fällt auf, daß der Arzt mit allerlei Schreibarbeiten beschäftigt wird und aber der Kassen-Patient keine Rechnung über die erbrachten Leistungen erhält.
    Ein irres System wie ich meine,

  • Hallo Herr Blumenhagen...die Thematik "Flüchtlinge" was immer das sein soll, stand nicht im Mittelpunkt meines Kommentars. Ich finde es eher armselig auf jegliche vermeintliche, oder vermutete Kritik an der Ideologie des Systems mit dem Propagandaholzhammer zu reagieren.

    Ich lebe selber im Ausland und bin deshalb Aus-/Einwanderer alias "Flüchtling" alias "Schutzsuchender" wie dies in den hiesigen Medien genannt wird. Ich habe in Ländern gearbeitet aus denen die "Flüchtlinge" nach D kommen und spreche ein wenig Arabisch.




  • Hofmann&Narrog: den Artikel nicht gelesen, aber gleich mal wieder gegen Flüchtlinge hetzen... armselig.

  • @Ralph S. - ganz schön asozial, wie soll denn die darbende Ärzteschaft bei Subjekten wie ihnen überleben, wenn Sie nicht mit ihrem 3,5-fachen Abrechnungssatz, das parasitäre GKV-Prekariat quersubventionieren

  • Ich bin kerngesund, und meine PKV macht mit mir ein Bombengeschäft.

  • Also die Zufriedenheit der Patienten als Qualitätsmerkmal für die Ärzteschaft heranzuziehen halte ich doch für fragwürdig. Wenn ein Arzt das Wunschmedikament verschreibt, oder schnell den gelben Schein ausstellt oder zum Wunschfacharzt überweist, muss nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein. Und gerade bei den hochqualifizierten, erfolgreichen Fachärzten sind die Wartezeiten tendenziell höher als bei den Stümpern. Umgekehrt wird also ein Schuh draus

  • Ich lebe im Ausland und habe in mehreren Ländern gelebt. Dabei habe ich die gleichmässige Kompetenz, Verlässlichkeit und Kosten Deutscher Ärzte schätzen gelernt. Auch in Ländern wie Ägypten gibt es gute Ärzte, allerdings gibt es dort viel grössere Kompetenzdifferenzen.

    Herausfordernd ist im Deutschen System der Mangel an Eigenverantwortung/Zuzahlung. In meinem Deutschen Umfeld gibt es Personen die sehr gern auch bei Krankheiten, Bsp. Grippe, zum Arzt gehen die in der Regel auch von selber wieder verschwinden. Dadurch wird die Solidarität zu Lasten der Leistungsträger strapaziert. In der Schweiz bezahlt man/Frau vieles selber. Deshalb geht mein dortiges Umfeld nur dann zum Arzt wenn dies nötig ist, bzw. zahlt für die eingebildeten Krankheiten und sinnlosen Konsultationen selbst. Meines Erachtens wäre es in D sinnvoll eine angemessene Eigenbeteiligung, z.B. 20% bis 1000 € einzuführen.

    Problematisch sind auch die sozialistischen Geistesblitze der Politik. Beispielsweise wurde vor ein paar Jahren der Versicherungszwang eingeführt. Warum lässt man nicht den Menschen mit ordentlichem Einkommen die Wahl ob sie sich krankenversichern mögen, oder nicht. Betroffen war mein Vater der lieber frei lebt und mit weit über 70 Jahren noch eine Versicherung abschliessen musste.

    Herausfordernd sind auch die Gäste der Kanzlerin die über die Krankenkassenbeiträge zu Lasten der Allgemeinheit versichert (alimentiert) werden. Dies treibt die Kosten. Meines Erachtens wäre es angemessen wenn die Kanzlerin, Politiker der Blockparteien, Lehrer, Journalisten und andere Schlechtmenschen diese Kosten tragen.

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