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Glyphosat in der EU Bundesregierung streitet über Wiederzulassung

Nicht nur viele Biersorten, sondern auch fast jeder Deutsche ist mit dem Unkrautvernichter Glyphosat belastet. Die EU entscheidet kommende Woche über die Wiederzulassung – die Bundesregierung könnte sich dabei enthalten.
Glyphosat kam erstmals 1974 als Wirkstoff des Herbizids Roundup auf den Markt. Inzwischen wird es von mindestens 90 Chemieunternehmen weltweit hergestellt. Quelle: Imago
Roundup

Glyphosat kam erstmals 1974 als Wirkstoff des Herbizids Roundup auf den Markt. Inzwischen wird es von mindestens 90 Chemieunternehmen weltweit hergestellt.

(Foto: Imago)

Berlin Kurz vor der Entscheidung der EU über die Wiederzulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat hat die Bundesregierung noch keine gemeinsame Haltung in der Frage gefunden. Die mögliche Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Herbizids befinde sich noch in der Ressortabstimmung, hieß es am Freitag überstimmend im Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. Ohne eine gemeinsame Haltung der Bundesregierung wird sich Deutschland bei der Anfang kommender Woche anstehenden Abstimmung enthalten. Zuletzt war Glyphosat in die Schlagzeilen geraten, weil es in Bier nachgewiesen wurde.

Glyphosat kann nach Angaben der Krebsforschungsagentur IARC, die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehört, beim Menschen Krebs auslösen. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hatte im November widersprochen. Die Substanz sei wohl nicht krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin war derselben Ansicht.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) teilte die Vorbehalte gegen das Herbizid. Ende Februar erklärte sie in einem offenen Brief, Glyphosat gefährde die biologische Vielfalt. Das Mittel dürfe nur dann weiter eingesetzt werden, wenn die Risiken etwa durch einen begrenzten Einsatz des Mittels auf „ein vertretbares Maß“ begrenzt würden. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte dagegen Zustimmung zur Zulassung signalisiert. Er hatte argumentiert, er werde sich nur von wissenschaftlichen Kriterien leiten lassen und auf die Glyphosat befürwortende BfR-Studie verwiesen.

Nach einer am Freitag von der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung vorgestellten Studie liegt bei drei von vier Bundesbürgern die Belastung mit Glyphosat fünf mal höher als der zulässige Grenzwert des Herbizids in Trinkwasser von 0,1 Nanogramm auf einen Milliliter. Das gehe aus der Auswertung von mehr als 2000 Urinproben hervor. Der Deutsche Bauernverband erklärte dazu, die Studie habe keine bislang unbedenklichen Konzentrationen von Glyphosat ergeben.

  • rtr
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