Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Google, Facebook, Amazon Wie die Macht der Datenmonopolisten begrenzt werden könnte

Die Bundesregierung will stärker gegen die Datenmacht von Google, Facebook und Amazon vorgehen. Forscher drängen zur Eile – und machen Vorschläge.
Kommentieren
Google, Facebook, Amazon: Wie die Datenmacht begrenzt werden könnte Quelle: Reuters
Datensammler Google

Durch die enorme Mengen von Anfragen, die die Suchmaschine täglich sammelt, kann das Unternehmen seinen Algorithmus immer weiter verbessern.

(Foto: Reuters)

Berlin Die Zahlen sind eindeutig: Google hat bei Suchmaschinen einen Marktanteil von 90 Prozent. Facebook hat mit ebenfalls 90 Prozent Marktanteil laut Bundeskartellamt unter den sozialen Netzwerken die führende Position inne. Und 90 Prozent der Deutschen, die im Internet einkaufen, tun dies bei Amazon, wie eine Studie der Unternehmensberatung PwC zeigt.

Forscher drängen die Bundesregierung, schneller aktiv zu werden und für mehr Wettbewerb in der Digitalwirtschaft zu sorgen. „Die Bundesregierung hat zu lange zu wenig gemacht, um die Marktmacht der Datenmonopolisten zu begrenzen“, kritisiert Nicola Jentzsch, Leiterin des Datenökonomie-Projekts des Thinktanks Stiftung Neue Verantwortung. „Es müssen jetzt schnellstmöglich neue Regeln geschaffen werden, wir haben bereits ein Jahrzehnt aktiver Wettbewerbspolitik verloren“, mahnt sie.

Weltweit versuchen Regierungen, stärker gegen die Internetmonopolisten und den Missbrauch ihrer Marktmacht vorzugehen. Das Bundeskartellamt führt zum Beispiel derzeit ein Verfahren gegen Facebook. Die Wettbewerbsbehörde geht dem Verdacht nach, dass das Unternehmen seine Marktmacht missbraucht, um seinen Nutzern regelwidrig Daten abzuringen.

Denn in Zukunft gilt immer mehr: Wer die meisten Daten hat, hat einen Wettbewerbsvorteil. In einer Analyse der Stiftung Neue Verantwortung, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, stellt Forscherin Jentzsch fest, dass digitale Märkte zunehmend von Unternehmen dominiert werden, die marktübergreifende Ökosysteme aufbauen und massenhaft Personendaten zusammenführen. Wettbewerbshütern müssten deshalb dringend neue Instrumente an die Hand gegeben werden.

In der Vergangenheit sei etwa die Datensammlung und -zusammenführung bei Fusionen nicht immer einwandfrei verlaufen. „Einige gut dokumentierte Fälle zeigen, wie Unternehmen ihre Datenschutzbedingungen änderten, um die eigenen Datenpools mit den Datenbeständen aufgekaufter Unternehmen zusammenzuführen – in mindestens einem Fall entgegen gemachten Versprechungen“, heißt es in der Analyse. Jentzsch sieht es als „schweres Versäumnis, dass der Datenschutzaspekt bei Fusionen bisher keine Rolle gespielt hat“, sagt sie.

Wettbewerb und Datenschutz sollten künftig sehr viel stärker als bisher zusammengeführt werden. Einzelne Dienste von Unternehmen sollten als Ökosysteme behandelt werden, fordert sie.

Ein Problem in der Digitalwirtschaft ist auch, dass ein großer Vorsprung beim Datensammeln, den etwa Unternehmen wie Google oder Amazon haben, schwer von neuen Wettbewerbern aufgeholt werden kann. Immer wieder wird daher auch über die gebündelte Bereitstellung von Daten diskutiert und ob der Staat Regeln dazu aufstellen sollte. Bisher gibt es solche Datenpools nur auf freiwilliger Basis, etwa im Automobilbereich.

„Es muss darüber diskutiert werden, wie schwer replizierbare Daten Wettbewerbern zur Verfügung gestellt werden können“, fordert Datenökonomie-Forscherin Jentzsch. Denkbar sei auch die Einführung mathematisch prüfbarerer Garantien, damit sich Datenschutzkonditionen nach Fusionen nicht verschlechtern.

Neben den Herausforderungen, die Datensammelei für die Wettbewerbshüter bringt, sehen die Forscher auch einen Vorteil für die Aufsichtsbehörden. Durch Machine-Learning-Verfahren könnten Dynamiken in Märkten künftig besser als bisher beobachtet und verstanden werden, heißt es in der Analyse.

Startseite

0 Kommentare zu "Google, Facebook, Amazon: Wie die Macht der Datenmonopolisten begrenzt werden könnte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote