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Google Pay, Apple Pay Bundesdatenschützer warnt vor „Verlust der Privatsphäre“ bei Online-Bezahldiensten

An vielen Supermarktkassen kann man mit dem Handy oder einer Smartwatch bezahlen. Das ist nicht ohne Risiko, warnt der Bundesdatenschutzbeauftragte Kelber.
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Bundesdatenschützer warnt vor Online-Bezahldiensten Quelle: dpa
Bezahldienst Apple Pay.

Mobiles Bezahlen mit Apps von Technologieriesen wie Google, Apple oder deutschen Banken bietet nicht nur Vorteile.

(Foto: dpa)

BerlinMittlerweile kann man in Deutschland in fast allen Supermärkten nicht nur mit Giro- und Kreditkarte, sondern auch mit technisch entsprechend ausgerüsteten Smartphones bezahlen. In der Regel ist das schneller, als mühsam nach passendem Kleingeld zu kramen, da man die Geräte einfach an das Terminal hält.

Mobiles Bezahlen mit Apps von Technologieriesen wie Google, Apple oder deutschen Banken bietet allerdings nicht nur Vorteile. „Die Verlagerung des bislang eher analogen Bezahlvorgangs in die digitale Welt birgt die Gefahr, die Menschen noch gläserner zu machen, als sie es ohnehin schon sind“, warnt der Bundes-Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber anlässlich des „Safer Internet Day“ am heutigen Dienstag. Aus Sicht des Datenschutzes sei es daher „essenziell, dass das datenschutzrechtlich völlig risikofreie anonyme Bezahlen auch in der Zukunft weiterhin möglich bleibt“, sagte Kelber.

Zudem will Kelber darauf hinwirken, dass die neuen digitalen Zahlungsmethoden so ausgestaltet werden, dass sie für Verbraucher datenschutzrechtlich „bestmöglich nutzbar“ seien. „Hierzu gehören neben Sicherheit und Transparenz der ablaufenden Datenverarbeitungsprozesse vor allem Maßnahmen, die verhindern, dass alltägliche Zahlungsvorgänge automatisch mit einem Verlust der Privatsphäre oder der Bildung ausgedehnter Nutzer- und Konsumprofile einhergehen“, erläuterte der Datenschützer.

„Hier könnte auch der Gesetzgeber ins Spiel kommen und die Anbieter von Mobile-Payment-Lösungen dazu verpflichten, zumindest auch eine Form des anonymen Zahlens anbieten zu müssen.“

Der Vorstoß Kelbers kommt nicht ohne Grund. Denn gerade das Bezahlen mittels Handy-Apps großer IT-Konzerne wird immer beliebter. So ergab eine kürzlich veröffentlichte repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom, dass 44 Prozent der Bundesbürger nach eigener Aussage inzwischen auch komplett auf Bargeld verzichten könnten. „Schon bald werden sich auch bei uns digitale Bezahlformen durchsetzen“, prognostizierte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Fast jeder Dritte hat der Umfrage zufolge schon mindestens einmal mit dem Handy oder einer Computeruhr bezahlt – vor allem im Supermarkt. Das mobile, kontaktlose Bezahlen spare Zeit und reduziere lange Schlangen an Kassen oder Fahrkartenautomaten, warb Berg. Wer noch nicht mobil bezahlt, hat der Umfrage zufolge allerdings häufig Sicherheitsbedenken.

Das könnte auch damit zu tun haben, dass jeder Bezahlvorgang eine Datenerhebung und Datenverarbeitung auslösen. Hier kann – teilweise auch nur aufgrund der Metadaten eines Bezahlvorgangs – grundsätzlich auf das persönliche Kaufverhalten, zumindest aber auf die Art und den Ort des Kaufes rückgeschlossen werden.

„Gerade wenn große Daten sammelnde Unternehmen die dort meist ohnehin schon umfassend vorliegenden Informationen mit diesen Daten weiter anreichern können, steigt die Gefahr der Bildung von noch aussagekräftigen Profilen über die Verbraucherinnen und Verbraucher“, warnt Datenschützer Kelber.

„Dürfen nicht gezwungen werden, Datenspuren zu hinterlassen“

Auch Verbraucherministerin Katarina Barley (SPD) forderte Anbieter von mobilen Bezahldiensten auf, Datensicherheit von Anfang an mitzudenken. „Verbraucherinnen und Verbraucher werden neue Bezahlmethoden erst akzeptieren, wenn sie ihnen vertrauen und das Bezahlen damit gleichzeitig unkompliziert möglich ist“, sagte sie kürzlich. Mehr als jeder vierte Verbraucher habe Bedenken, was mit seinen Daten passiere, wenn er mobil bezahle. „Die Sensibilität dafür, wie man mit Daten umgehen sollte, ist etwas, an dem wir arbeiten müssen“, sagte Barley.

Wie Kelber hält es auch Barley für wichtig, dass Verbraucher weiterhin die Möglichkeit haben, bar zu zahlen. „Wir dürfen nicht gezwungen werden, Datenspuren zu hinterlassen, wo es nicht unbedingt nötig ist“, sagte sie. Der Umfrage zufolge geht fast die Hälfte der Bundesbürger allerdings davon aus, dass Bargeld in fünf bis zehn Jahren nicht mehr das dominierende Zahlungsmittel in Deutschland sein wird.

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