„Gravierende Folgen“ Kommunen sehen wegen Finanznot Gesamtstaat bedroht

Die Kommunen können ihre Finanznot nicht abschütteln. In diesem jahr werden sie das „höchste Defizit ihrer Geschichte“ einfahren – und im kommenden Jahr ist keine Besserung in Sicht. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor „gravierenden Folgen“ auch für die gesamte Bundesrepublik.
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Städtebund-Geschäftsführer Landsberg: "Ohne die Stadt ist kein Staat zu machen oder auch nur zu bewahren." Quelle: Deutscher Städte-u. Gemeindebund

Städtebund-Geschäftsführer Landsberg: "Ohne die Stadt ist kein Staat zu machen oder auch nur zu bewahren."

DÜSSELDORF. Angesichts der miserablen Finanzsituation der Kommunen hat der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, die Unterstützung des Bundes gefordert. „Die Kommunen stehen vor der Handlungsunfähigkeit und brauchen dringend die Hilfe von Bund und Ländern“, sagte Landsberg Handelsblatt Online. Die Gemeindefinanzreformkommission müsse „zügig“ ein Entlastungskonzept für die Städte und Gemeinden erarbeiten. „Andernfalls drohen gravierende Folgen für das Leben der Menschen vor Ort.“ Konkret führe ein dauerhaftes Defizit nicht nur zu weniger Investitionen und einem weiteren Verfall der Infrastruktur. Wichtige Vorhaben wie bessere Kinderbetreuung und die Integrationsförderung könnten zudem nicht im nötigen Umfang vorangetrieben werden. „Die Politik muss sich bewusster werden, dass ohne die Stadt kein Staat zu machen oder auch nur zu bewahren ist.“

Landsberg reagierte damit auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Die Kommunen in Deutschland haben demnach im ersten Halbjahr 2010 ein Defizit von 7,8 Mrd. Euro verbucht. Das sind 3,6 Mrd. Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Einnahmen der Kommunen stagnierten im ersten Halbjahr 2010 mit 76,8 Mrd. Euro (minus 0,2 Prozent) auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraumes. Die Ausgaben stiegen dagegen um 4,3 Prozent auf 84,7 Mrd. Euro. Die Stadtstaaten sind in den Zahlen nicht erfasst.

Hauptgrund für den Ausgabenanstieg sind die deutlich gestiegenen Bauausgaben. Sie legten um ein Fünftel auf 6,8 Mrd. Euro zu. Ausschlaggebend war nach Angaben der Statistiker auch die Umsetzung der Konjunkturpakete von Bund und Ländern. Aber auch die erhöhten Sozialausgaben schlugen bei den Kommunen ins Kontor. Die Aufwendungen für soziale Leistungen legten um 8,1 Prozent auf 21,2 Mrd. Euro zu.

Nach Landsbergs Einschätzung werden die Städte und Gemeinden in diesem Jahr trotz der guten Konjunkturentwicklung das „höchste Defizit ihrer Geschichte“ einfahren und mit einem Finanzierungssaldo von Minus 15 Mrd. Euro abschließen. „Auch für das Jahr 2011 ist Besserung nicht in Sicht“, sagte der Städtebund-Geschäftsführer. „Wir rechnen mit einem Defizit von 14,5 Mrd. Euro.“ Gleichzeitig explodierten die Kassenkredite der Städte und Gemeinden: Sie werden nach Landsbergs Angaben 2014 die 80 Mrd. Grenze erreichen, wenn nicht gegengesteuert wird.

Landsberg sprach von einer „dramatische Lage“, die nicht nur eine Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise sei, sondern insbesondere darauf beruhe, dass den Kommunen in den letzten zehn Jahren immer mehr Soziallasten von Bund und Ländern aufgebürdet wurden. „So gaben die Kommunen 2002 für soziale Leistungen 28,2 Mrd. aus, in diesem Jahr werden es fast 42 Mrd. sein, Tendenz steigend“, sagte Landsberg. Seine Forderung: „Wir brauchen jetzt Reformen, damit der Sozialstaat finanzierbar bleibt und die Kommunen nachhaltig entlastet werden.“

So dürfe die Gewerbesteuer nicht abgeschafft, sondern müsse durch Einbeziehung der Selbständigen stabilisiert werden. Bei den Kosten der Unterkunft für Hartz-IV-Empfänger dürfe der Bund seinen Anteil nicht absenken, sondern müsse ihn deutlich erhöhen. Die Städte und Gemeinden müssten insbesondere auch von den Kosten der Eingliederungshilfe für Behinderte entlastet werden. Die steigenden Kosten der Grundsicherung im Alter müssten zudem durch die Rentenversicherungssysteme aufgefangen werden. „Denn auch derartige Finanzierungen sind keine kommunalen Aufgaben.“

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5 Kommentare zu "„Gravierende Folgen“: Kommunen sehen wegen Finanznot Gesamtstaat bedroht"

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  • Jahrzehnte haben diese arroganten Parasiten fehlgewirtschaftet, Jahr für Jahr wurden diesen Charakterlose unfähigen Selbstversorgern neue Schinken zugführt welche verprasst wurden.

    Nun ist auch endlich der Letzte bis auf die Knochen von diesen fetten Maden abgenagt!

    Der überversorgte, dumme, untätige Parasit Öffentlicher Dienst wird nun reagieren müssen.

    STELLENAbbAU, LOHNVERZUiCHT, AbAU VON UNSiNNiGEN PLANSTELLEN, WiRTSCHAFTLiCHES ARbEiTEN bEi WENiG GELD UND ViELEN STUNDEN, AbAU DER UbERVERSORGUNG, KOSTENKONTROLLE, AbbAU DER ANGEHÄUFTEN SCHULDEN usw.


    Diese Selbstversorger wollen nun übermitteln das ihnen das Wohl des Volkes am Herzen liegt..., lachhaft,- diese Sorte "Volksvertreter" vertritt sich ausschließlich selbst und verteilen wie gehabt in die eigenen Taschen um!

    Schön wenn diese Parasiten nun am eigenen Laib spüren was Existenzkampf und Sorgen sind!

    Diese Schmarotzer erledigen sich selbst, - nur dürfen wir diesen den Futternapf nicht beständig neu füllen!


  • Tja -- so kommt es wenn 10% der bevölkerung ein Drittel bis die Hälfte aller Umsätze (!) der restlichen 90% direkt aufs Konto überwiesen bekommen. Da bleibt halt einfach nichts mehr für Staat, Unternehmen oder Soziales...

    Einfach beim einschlägigen Videoportal creutz growth eintippen. Da gehen die Äuglein dann mal ganz weit auf.

    LG vom
    Adminator

  • Jahrelang die Kohle raushämmern und dann heulen ...

  • Dass der bund sich die zusätzlichen Steuern und Abgaben einsteckt oder an die banker und Wirtschaftsbosse weiterreicht, ist natürlich ein Problem. Man darf natürlich aber auch nicht vergessen, dass in den Kommunen sehr viel Laienvolk und Selbstdarsteller das Sagen haben. Privat sind sie noch nicht mal fähig einen Garagenanbau zu planen und für ihre Stadt oder Gemeinde versuchen sie riesige investitionsprojekte umzusetzen. Klar, dass dort viel Geld verloren geht, weil es so einfach ist die Kommunen über den Tisch zu ziehen. Da bekommt man schonmal Sachen mit, dafür würden sie dich in der Privatwirtschaft feuern. Nur weil man gewählt wurde, heißt das doch nicht, dass man mit Geld umgehen kann. Ob nun Politiker in der Regierung oder bürgermeister. ich wundere mich schon alleine darüber, warum bei uns in einer schuldenfreien Stadt im Sauerland, immer dasselbe Hochbauunternehmen die Gebäude baut und immer dasselbe Tiefbauunternehmen die Straßen baut.

  • Die Kommunen haben grossenteils das Geld durch den Kamin geblasen ! Verschwendung, wohin man auch sieht. in Mülheim - total verschuldet - baut man zur Zeit sogar an der Ruhr einen Yachthafen namens Ruhrbania. Natürlich unter lautestem Stöhnen, man sei finanziell am Ende. Unglaubwürdig bis zum Geht nicht mehr, diese Kommunalfilze.

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