Griechenland Bundesbankpräsident: Staatspleite ist möglich

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält eine Staatspleite Griechenlands für möglich. Die Zahlungsfähigkeit des Landes hänge vor allem von der Haltung der griechischen Regierung und Bevölkerung ab, sagt der Bundesbankpräsident.
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Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Quelle: Reuters

Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

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Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält eine Staatspleite Griechenlands für möglich. Und zwar dann, wenn die die Regierung die Vorgaben des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht einhält. „Werden die eingegangenen Verpflichtungen nicht erfüllt, entfällt die Basis für weitere Mittel aus dem Hilfsprogramm“, sagte Weidmann der „Welt am Sonntag“.

Die Zahlungsfähigkeit Griechenlands hänge vor allem von der Haltung der griechischen Regierung und Bevölkerung ab. „Griechenland hätte dann diese Entscheidung getroffen und müsste die sicherlich dramatischen wirtschaftlichen Konsequenzen eines Zahlungsausfalls tragen“, sagte der Notenbankchef.

Weidmann fügte allerdings hinzu, dass er einen solchen Verlauf der Schuldenkrise „nicht für sinnvoll“ hielte und sich daraus auch für die Partnerländer in der Eurozone eine schwierige Situation ergäbe. „Es werden umfangreiche Hilfen gegeben, aber gegen strikte Auflagen, zu denen auch umfangreiche und rasche Privatisierungen gehören.“ Allerdings sieht Weidmann auch durch eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands keine geldpolitische Gefährdung: „Der Euro wird aber auch in diesem Fall stabil bleiben.“

Kompromisslos zeigte sich der neue Bundesbankchef, der Anfang Mai sein Amt antrat, mit Blick auf den schwelenden Streit zwischen der EZB und der Bundesregierung um eine Umschuldung der griechischen Staatsanleihen. „Eine Beteiligung der Notenbanken an den Lasten und Risiken lehnen wir ab“, sagte der 43-Jährige. „Ein vermutlich vergleichsweise kleiner Beitrag der Privaten würde mit Ansteckungsgefahren und einer höheren Risikoübernahme der Notenbanken erkauft. Dagegen wehren wir uns.“

Prinzipiell sei allerdings „an dem Grundgedanken, private Gläubiger zu beteiligen, überhaupt nichts falsch. Im Gegenteil, es wäre sinnvoll, weil so die Gläubiger mit in die Verantwortung für ihre Anlageentscheidungen genommen werden, und es entlastet die Steuerzahler.“

  • dpa
  • dapd
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5 Kommentare zu "Griechenland: Bundesbankpräsident schließt Staatspleite Griechenlands nicht aus"

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  • Der Euro bleibt stabil - richtig! Das schrieb ich in mehreren Kommentaren im Frühjahr 2010, als die Politik aufheulte, der Euro sei in Gefahr. Damals war das lediglich ein Vorwand der Finanzminister des Euroraumes, um ihre Rettungsmaßnahmen fadenscheinig zu begründen - das war einfach nicht wahr.

    Dann hat man wider alle ökonomische Vernunft die EZB zum Gläubiger der Griechen gemacht, ein schwerer Fehler. Weiterhin wurde es hingenommen, daß bestimmte Staaten des Euroraumes Schuldsalden bei der EZB fortführten und sogar noch erweiterten (siehe Target2).

    Und nun bezweifle ich mittlerweile die Aussage, der Euro bleibe stabil. Denn die EZB und das gesamte System der EZB mit den Zentralbanken der Euroländer laufen Gefahr, ihrer eigentlichen geldpolitischen Aufgabe nicht mehr wirksam nachkommen zu können. Es geht um Preisstabilität und um den Außenwert, die Wechselkurse.

    Wie soll das EZBS eine entsprechende Politik betreiben, wenn es vor den Karren der Gläubiger gespannt ist?

  • @ Zeitzeuge sag mal glaubst du den Scrott den du hier ablässt. Weder hälst du dich an Regeln noch hast du irgendwas konstruktives, fasselst von der grossen Abrechnung, bekommst nichts auf die Reihe.

  • Allerdings sieht Weidmann auch durch eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands keine geldpolitische Gefährdung: „Der Euro wird aber auch in diesem Fall stabil bleiben.“°

    Mit anderen Worten, man kann also den Rettungsschirm schliessen, denn es war eigentlich nie ein Rettungsschirm und wird auch nie diese Funktion erfüllen können. Es sind Strukturprobleme erst zu lösen - Hilfen können also beschränkt jeweils nur
    in ein bestimmtes Programm gegeben werden, welches laufend auf Erfolg zu kontrollieren wäre.

    Die Masche - "einfach weiter finanzieren und die griechische Regierung wird's dann schon diesmal richtig machen"- ist reine Illusion.

  • Soso, der erste ist von Merkel von der Leine gelassen und darf "grünes Licht" für die Staatspleite Griechenlands geben, das ging aber nun schnell, gelle Frau Merkel, wer hätte ds vor einem Jahr gedacht? (Lügenpack!) Nun warten wir auf den Rücktritt von Trichet, vorher ist aber der Papandreou dran, Schäuble soll mal seinen Rollstuhl ordentlich ölen lassen, daß er es von Berlin in den Schwarzwald schafft, ohne zu laut zu quietschen, das könnte erzürnte Bürger auf den Plan rufen, die seiner Reise ein vorzeitiges Ende bereiten! (böselach)

  • Griechenland ist ein hervorragendes Beispiel für die PIGSI-Staaten sowie alle neuen Beitrittskandidaten:
    Belügt und betrügt für die EU-Aufnahme. Seid ihr erst mal drin, liefert ein paar Jahre vorsätzlich (!) falsche Zahlen. Macht Schulden so viel ihr könnt. Wenn dann alles auffliegt, ist es eh zu spät und das Problem ist nicht mehr Eures, sondern das der EU. Am Ende zahlt Deutschland dann die große Rechnung! Zumindest so lange bis das Deutsche Volk Parteien wählt, die Deutsche Interessen vertreten. Bis dahin geht die Party auf Kosten Deutschlands weiter...

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