Griechenland-Krise Berlin gibt Athen Nachhilfe im Steuereintreiben

Griechenland sucht händeringend nach einer Lösung für sein Schuldenproblem. Die Pläne der Athener Regierung überzeugen die EU-Partner aber nicht. Dabei könnte sich das Land aus deutscher Sicht sehr gut selbst helfen.
Update: 06.02.2015 - 15:07 Uhr 14 Kommentare
Deutschland hat viel Erfahrung im Steuereintreiben, von der nun auch die Griechen profitieren könnten. Quelle: dpa
Dienstmarke der Steuerfahndung

Deutschland hat viel Erfahrung im Steuereintreiben, von der nun auch die Griechen profitieren könnten.

(Foto: dpa)

BerlinDer neuen griechischen Regierung läuft die Zeit davon. Während Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis unermüdlich bei den EU-Partnern um Unterstützung für ihre Abkehr vom Sparkurs werben, rücken Zahlungstermine für Milliardensummen immer näher. „Die Griechen kommen jetzt langsam in der Realität an“, sagte kürzlich ein Vertreter der europäischen Geldgeber.

Die Realität sieht so aus, dass die meisten Vorschläge aus Athen bei kurzfristigen Finanzproblemen allenfalls am Rande helfen. Sie zielen vor allem auf die langfristige Bewältigung der griechischen Schulden, die die Regierung zuletzt auf 322 Milliarden Euro bezifferte. Schuldenerlass oder Umschuldung, der Tausch von Anleihen bei den ausländischen Gläubigern in Beteiligungen an Banken oder Unternehmen - all das haben Tsipras und Varoufakis in den vergangenen Tagen ins Spiel gebracht. Schnelles Geld bringt das nicht. Abgesehen davon, sind die EU-Partner ohnehin wenig geneigt, sich in diesen Fragen auf Athen zuzubewegen.

Wegen zwei Entwicklungen droht den Griechen ein Drama: Zum einen muss das Land bis Ende März über vier Milliarden Euro an seine Gläubiger zahlen, darunter allein knapp drei Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Geldbedarf dürfte aber höher ausfallen, denn die Wirtschaft wächst wegen der politischen Unsicherheiten nicht mehr so stark wie erwartet. Das bedeutet weniger Steuereinnahmen. Hinzu kommen die ersten Korrekturen früherer Sparmaßnahmen durch die neue Regierung, etwa die Wiedereinstellung von entlassenen Staatsbediensteten. Auch das kostet Geld.

Düster könnte es für Tsipras und sein Land nach dem 28. Februar werden. Dann läuft die Frist aus, bis zu der das zweite Hilfsprogramm ordnungsgemäß abgeschlossen und dann eine Anschlussregelung gefunden werden kann. Die Regierung hat aber schon angekündigt, sie wolle die letzte Etappe des Programms gar nicht mehr mitfahren und auch keine Anschlussregelung suchen. Hält sie daran fest, drohen schwerwiegende Folgen. Es stellt sich damit die Frage, wo Griechenland die benötigten Milliarden herbekommt.

Eine mögliche Einnahmequelle stellen aus deutscher Sicht reiche Griechen dar – vor allem solche, die ihr Vermögen dem Zugriff des griechischen Fiskus entziehen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Athen bereits Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Steuerflüchtigen auf die Pelle rücken kann. Und auch die Deutsche Steuergewerkschaft sieht durchaus Mittel und Wege, mit Steuerhinterziehern kurzen Prozess zu machen. Deutschland könnte dabei behilflich sein. In der Union ist man durchaus offen für die Überlegungen von Gewerkschaftschef Thomas Eigenthaler.

„Wer mit Fiskus nicht im Reinen ist, sollte nicht investieren dürfen“
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Griechenland-Krise - Berlin gibt Athen Nachhilfe im Steuereintreiben

14 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Berlin gibt Athen Nachhilfe im Steuereintreiben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auch hier würde ein Blick in die Geschichte helfen: Im ersten griechischen Staat nach der Befreiung von den Türken importierten die Griechen einen König aus Bayern. Der machte aber den Fehler, für den Aufbau des Staates Finanzbeamte aus Deutschland mitzubringen. Das führte zu seiner schnellen Verjagung. Was lernen wir aus der Geschichte? Nichts.

  • Auch Athen muss sich an Gesetze halten. Warum wird in der Berichterstattung laut Monitor ständig die Tatsache unterschlagen, dass die wieder eingestellten Bediensteten laut obersten Gerichten ein Recht darauf haben? Es soll sich um etwa 9.000 von fast 300.0000 Personen halten. Was ist das eigentliche Ziel einer solchen Berichterstattung?

  • Die Ursache, das sind die gewollten Fehler, die Aufnahme von €-Mitglieder die gar keine sein durften ! Wenn man seriöse Politik betreibt !

    Seit ROT/GRÜN nahm diese unseriöse Lobby-Politik Ihren Lauf !
    Profitiert haben wenige, aber leiden muss die unschuldige EU-Bevölkerung !

    Die griechische Bevölkerung hatte genau so wenig Einfluss auf die Machenschaften IHRER "Volksvertreter" , wie WIR in Deutschland auf unsere !

    Diese nachträglichen Manöver (D+EU) die angepeilt werden, sollen nur uns ablenken, das wir deutsche Steuerzahler und andere Geberländer, wegen den eigenen politisch installierten Fehlern, höflich ausgedrückt, zahlen werden, das ist sicher!

    Die damaligen und heutigen "Volksvertreter" und deren Lobby-"Berater", die aus diesen Machenschaften profit ergaunert haben, sollten, ja müssen für diese vorhersehbaren Entwicklungen zur Rechenschaft gezogen werden !

    Das ist EUROPAfeindliche Politik !

  • Warum haben Merkel, Gabriel und Schäuble nicht längst - seit mehr als 4 Jahren - der so befreundeten Regierung Samaras dies geraten? Wenn es über "diplömatische Kanäle" geschehen sein sollte, warum wurde nicht öffentlich nach den Gründen für die Erfolglosigkeit gefragt?le"

  • Der Titel des Artikels ist nicht ganz richtig. Es müßte heißen, Berlin bzw. der BRD-Finanzminister versucht Athen Nachhilfe im Steuereintreiben zu geben. Das wird nach wie vor beim Versuch bleiben, denn die wollen ja gar nicht. Alle Griechen sind froh, wenn der Steuerkelch, wie in der Vergangenheit, an ihnen vorbei geht.
    Das beste wäre, wenn Griechenland so langsam anfänge, Land und Inseln zu verscherbeln, damit überhaupt mal etwas in die Kasse gelangen würde. Das wäre die wirksame Methode um Einnahmen zu erzielen. Alles andere ist nur weiterhin Dumme zu suchen und zu finden und an der eigenen Verantwortung vorbei zu kommen. Kein Cent mehr an Griechenland auf Pump, als Beihilfe oder als Geschenk.

  • @C Falk

    Soviel ich weiss, wollten die Griechen diese Amtshilfe nicht. War wohl "Einmischung in die inneren Angelegenheiten"...
    Hier z.B. ein Link zu dem Thema:

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/Griechen-gegen-deutsche-Hilfe-article5630121.html

    Zu lesen war auch, dass viele deutsche Unternehmer bei griechischen Geschäften Schwierigkeiten hatten, ihre gezahlte Umsatzsteuer vom griechischen Fiskus erstattet zu bekommen. Begründung: Geldmangel
    LG

  • Stimmt volllkommen.

    Die Griechen sollten endlich mal mehr arbeiten und weniger feiern und Demos machen. Wie sie wirklich ticken, das sieht man ja echt an der neuen Regierung.

    Oje, die haben echt einen Knick in der Puille (Reakitäts-Verzerrung).

    Ganz anders wir Deutsche, die durch Arbeit und Sparsamkeit wieder an die wirtschaftliche Spitze gekommen sind.

  • Berlin gibt Athen Nachhilfe im Steuereintreiben

    --------------------------------------------------------------

    Lustig...wird jetzt aus der EU einen Faschingsverein ???

    Da wird jahrelang in Luxemburg...

    Beihilfe zum Steuerhinterziehung zu betreiben gegeben...

    trotzdem darf Herr Juncker weiterhin an der Spitze der EU bleiben...

    und dann will die gleiche EU...

    an Griechenland Tipps geben um Steuergelder in Griechenland einzutreiben ?

    Bekommt jetzt Griechenland " INSIDER TIPPS VOM HERR JUNCKER ? "

    LUSTIG...die EU ist wirklich Lustig...

    ist auch Faschingszeit...

    und obwohl die EU-Politiker nur 37 Stundenwoche Anwesend sind....

    sorgen die selber wohl schon dafür dass es denen nicht langweilig wird !

    Weil wenn in diese 37 Stundenwoche nicht nur Anwesenheit gefeiert werden würde...

    sondern zur Abwechslung auch mal gearbeitet werden würde...

    dann hätte man in der EU nicht solche EU-Massen-Arbeitslosigkeit...

    und nicht solche EU-Massen-Obdachlosigkeit.

    Aber Hauptsache die EU-Politiker bekommen sogar...

    für 300 Tausend Canadischen-STEUER-DOLLAR...GESCHENKE....

    Heimflüge in die EU...obwohl man maximal 150 €uro Geschenke annehmen dürfte.

    Und schon hier machen viele 150 Euro Geschenke auch enorme hohe Beträge aus.

    EU ist aber nicht Korrupt....man lässt sich nur nicht die Gelegenheiten entgehen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



    !

  • Müsste es nicht heißen:

    "Berlin gibt Athen Nachhilfe im Zinseintreiben"

    Wo gehen die ganzen Steuern hin?

    Der zweitgrößte Ausgabenposten im Staatshaushalt ist Zinszahlungen!

    Wer kassiert die ganzen Zinsen bzw. unsere Steuern?

    Banken und Versicherungen!

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Bankster und Versicherungen!
    ( Die Versicherungs AGs gehören auch den inter. Bankster )

    Ist jedes Finanzamt in wirklichkeit nur ein Inkassobetrieb der int. Bankster?

    Der Staat nur ein Marionettenstaat der int. Bankster?

    Ein Mafiastaat?

    Wir haben nie den Euro oder die Griechen gerettet.

    Gerettet ( Mit unseren Steuern ) werden nur die reichen Gläubiger der Staaten ( Internationale Bankster ) und die Finanzeliten – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger. ( Steuer- bzw. Zinssklaven )

    Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

    Warum erfahren wir in den Lügenmedien nichts über das Geldmonopol bzw. Schuldgeldsystem der internationalen Bankster?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann", "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" oder "Goldschmied Fabian" suchen.

  • In den letzten Tagen erfüllt es mich mit Stolz, wenn ich sehe, wie sich unsere Politker verhalten.

    Schäuble hat sich gestern echt als Staatsmann mit Format verhalten und hat damit aufgezeigt, dass sich der deutsche Straast nicht von einem kleinen, unwichtigen Land am Rande von Europa erpressen läßt (Griechenland hat ca. 2% von der EU Wirtschaftsleistung).

    Parallel dazu zeigt Frau Merkele gerade, dass wir europäische Friedenspolitik auch ohne die USA machen können. Vermutlich wird es ohne den Kriegsteiber USA dann wohl doch noch Frieden und eine Freihandelszone geben.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%