Griechenland-Krise „Es wird ein viertes Hilfspaket geben“

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„Schuldenerleichterung noch in diesem Jahr“
„I love Yanis“
Varoufakis, der Joker auf dem Minirock
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Er stand während seiner Zeit als griechischer Finanzminister weltweit in der Kritik – und wird doch gefeiert wie ein Star. Das australische Unternehmen Redbubble macht den Hype um Yanis Varoufakis jetzt zu Geld: Sein Konterfei druckte die Firma unter anderem auf Hosen, Taschen und Kleider – allerdings verfremdet. Etwa als Batman-Gegenspieler Joker auf Miniröcken.

Che Guevarou
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An der Sicht auf Varoufakis als Revoluzzers strickt das Unternehmen kräftig weiter. Es kombinierte das Bild des griechischen Ex-Schatzmeisters mit dem bekannten Bild des kubanischen Revolutionärs Che Guevara. Das Poster gibt's 16,10 Euro. Aber auch auf Tassen und T-Shits ist der Che Guevarou zu ordern.

Varou, der Rächer
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Zu der Verkaufsreihe von Redbubble mit dem Titel „I love Yianis Varoufakis“ gehören auch Produkte wie Taschen und Shirts mit Varoufakis als Freiheitskämpfer dem US-Film „V wie Vendetta“ nachempfunden.

Varou-Kissen für die Couch
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Die Reihe bedient sich außerdem dem britischen Vorbild der „Keep calm and...“-Kollektion. Sie vervollständigt den Satz mit „... love Yanis“. Entsprechende Kissen gibt es mit allen Varoufakis-Konterfeis für zwischen 14,99 Euro und 20.07 Euro.

Varou, der Problemlöser
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Die Reihe gibt auch Ratschläge in Form von Shirts und Kapuzenpullis: „Keep calm and let Yanis handle it“ (Bleib ruhig und lass Yanis das machen).

Varou fürs Smartphone
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Varoufakis am Ohr: Redbubble hat auch eine Rückseite fürs Smartphone entwickelt. Schriftzug: „It's a Yanis thing. You wouln't understand“ (Das ist so eine Yanis-Sache. Das würdest du nicht verstehen). Knapp 26 Euro muss der Varou-Fan dafür berappen.

Der Finanzminister
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Das Original machte sich als Finanzminister der Tsipras-Regierung einen Namen. Mit seinem Amtskollegen Wolfgang Schäuble lag er im Dauerclinch – nach und nach brachte er aber auch den Rest der Euro-Gruppe gegen sich auf. Einen Tag nach dem Referendum trat er zurück – obwohl die Mehrheit der Griechen wie von ihm gefordert mit Nein gestimmt hatte.

Umsetzungsrisiken sieht Krämer vor allem bei der Privatisierung, dem Eintreiben von Steuern und dem Abbau des überdimensionieren öffentlichen Dienst. Die vereinbarten Haushaltsüberschüsse vor Zinszahlungen nannte der Commerzbank-Chefökonom reine Absichtserklärungen. „Wenn die Wirtschaft 2017 nicht wie angenommen um 2,3 Prozent wächst, wird der Primärüberschuss nicht auf 1,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen", sagte Krämer.

Auch der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, sieht die Hellenen noch vor großen Herausforderungen. „Leider wurde der erfolgreiche Reformprozess mit dem letzten Wahlausgang beendet und viele der bereits mühsam erarbeiteten Erfolge wurden wieder zurückgenommen. Somit sind die Herausforderungen für Griechenland in den letzten Monaten wieder deutlich größer geworden“, sagte Bielmeier dem Handelsblatt. Insgesamt gingen die vereinbarten Programmpunkte zwar in die richtige Richtung. „Jedoch sollte man hiervon keine Lösung der Probleme Griechenlands erwarten“, fügte der Ökonom hinzu. „Vielmehr ist das die Fortsetzung eines relativ langen Weges, der zuletzt wieder länger geworden ist.“

Griechenland hat aus Bielmeiers Sicht grundsätzlich zwei Probleme. Zum einen die schwache wirtschaftliche Basis und das nur unzureichend definierte Geschäftsmodell der griechischen Wirtschaft. Und zum anderen eine ineffiziente Verwaltung. Letzteres könne man nur durch eine Verbesserung der Verwaltung angehen. Die vorliegenden Vorschläge seien ein erster Schritt in die richtige Richtung. In den den kommenden Jahren müssten jedoch noch weitere Verbesserungen vorgenommen werden, um die Effizienz der Verwaltung auf ein angemessenes Niveau zu heben, so Bielmeier.

Die Anpassungen der Ziele für die Überschüsse der Leistungsbilanz hält Bielmeier für realistisch und die neuen Ziele könnten ebenfalls erreichbar sein. "Um ein tragfähiges Wirtschaftsmodell zu erreichen, sind in Zukunft aber auch noch kräftige Investitionen in die wirtschaftliche Struktur notwendig", fügte der DZ-Bank-Chefökonom hinzu.

Nach Einschätzung von IMK-Direktor Horn wird das geplante dritte Hilfspaket für Griechenland seine beabsichtigte Wirkung weitgehend verfehlen. Deshalb werde ein weiteres Hilfspaket nötig werden. Um die Wirtschaft zu beleben, seien auch Nachfrageimpulse wie Investitionen notwendig. Davon sei aber beim dritten Hilfspaket ebenso wenig die Rede, wie von einer Entlastung beim Schuldendienst. „Damit ist der Weg zum vierten Hilfsprogramm vorgezeichnet“, sagte Horn dem Handelsblatt.

„Das dritte Rettungspaket funktioniert nach dem Motto Mehr vom Gleichen, aber in geringerer Dosis“, analysierte der IMK-Chef. Auch dieses Hilfsprogramm bestehe im Kern aus Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen in Verbindung mit längerfristig wirkenden Strukturreformen und Privatisierungen. Vor allem aber werde der Bankensektor rekapitalisiert. „Keine dieser Komponenten wird die zusammengebrochene Binnennachfrage beleben“, sagte Horn. „Allein die Dosis hat sich gegenüber früheren Austeritätsprogrammen vermindert, so dass der zu erwartende Einbruch nicht so scharf ausfallen dürfte.“

DIW-Chef Fratzscher schlägt deswegen einen Wachstumsimpuls für das krisengebeutelte Land vor: „Keine der Reformen des dritten Programms wird die Wirtschaft kurzfristig deutlich stärken können.“ Deshalb solle Europa ein Investitionsprogramm für Griechenland planen, das Beschäftigung und Wachstum nachhaltig stärke.

„Ohne eine Schuldenerleichterung wäre eine Zustimmung und Beteiligung des IWF nicht möglich. Ich erwarte, dass es eine Schuldenerleichterung noch in diesem Jahr geben wird.“ Laut EU-Kommission ist die Grundsatzeinigung bisher allerdings nur auf Arbeitsebene erreicht worden. Auf politischer Ebene steht sie demnach noch aus. Trotzdem zeigt der Fortschritt bereits erste positive Auswirkungen.

„Die Fortsetzung des Kürzungs- und Privatisierungswahnsinns“
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20 Kommentare zu "Griechenland-Krise: „Es wird ein viertes Hilfspaket geben“"

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  • Wer intellektuell begriffen hat, wie etwas funktionieren könnte, braucht lange nicht befähigt sein, dieses auch praktisch umzusetzen. Arbeitsteilung und Spezialisierung sind manchmal taube Blüten. "Wachstum"? Wenn dies nicht die statistische Messung von Erlössummen bedeutet, kann kein Mensch sagen, was das ist.
    Wenn Bedarf und Befriedigung eine Sättigung erfahren, ist Wachstum gleichbedeutend mit Verschwendung oder treffender: mit Schädigung.
    Als Konstrukt: Wenn das Weltbedarfsvolumen durch Leistungen summarisch gedeckt wäre, würde die ungleiche Verteilung von Mangel und Überfluss führen. Wenn nur regional der Mangel durch reginales Wachstum abgestellt werden soll, erhöht sich der Gesamtüberschuss, also die Verschwendung. Eine neue "Blase" wäre zum Platzen gereift.
    Durch welche Produkte und Dienstleistungen könnte also Griechenland "wachsen", die nicht in Konkurrenz zu Dumpingpreisen eines Überschusses stehen?
    Der "Export" von Tourismus steht im Wettbewerb zu den Nachbarländern und konträr zu den damit verbundenen Importpflichten von Waren und Gütern.
    Die Binnenproduktion der für den Tourismus benötigten Waren und Güter müsste aber vorfinanziert werden und einen Preiswettbewerb gewinnen. Werden Überschüsse verramscht geht es nur um RefinanzierungsAnteile und nicht um den Zwang zur Kostendeckung. Keine Chance für Griechenland.
    Bleibt die Binnenwirtschaft. Angebote vs. Kaufkraft. Infrastruktur vs. zusätzliche Erlöse.
    Und über allem soll noch der Erlösbonus zur Kredittilgung liegen? Sehr zweifelhaft.

    Das ist die theoretische Ebene der Ökonomen.
    Die praktische Ebene liegt in der Verantwortung von Unternehmern.
    Die fühlen sich aber von der regulativen Ebene der Politik gegängelt. Wer soll der Politik vertrauen?
    Erst wenn Politik das Risiko der Verlässlichkeit eingeht, geht der Unternehmer das wirtschaftliche Risiko ein. Den theoretisierenden Ökonomen braucht kein Mensch.

  • Die Chefökonomen der Banken, der EZB, des IWF usw. sowie der Wirtschaftsexperten der Medien und Nachrichtenagenturen haben also bis heute keine Ideen, wie die Wirtschaft in Griechenland wieder wachsen kann. Griechenland braucht doch nur 10 Prozent jährlich wachsen, damit es 2023 ein BIP von 350 Milliarden Euro erzielt. Bei gleichbleibenden Staatsschulden läge der Schuldenstand unter 100 Prozent und die Schuldentragfähigkeit wäre wieder hergestellt. Das ist doch ganz einfach. Warum versteht das denn keiner der Experten?
    Die Frage, die Beantwortet werden muss. lautet deshalb ganz einfach: Wie kann so viel Geld von privaten Investoren, Banken, Versicherungen, Fond und Privatpersonen bzw. Unternehmen akquiriert werden, damit 10 Prozent Wachstum jährlich erreicht werden. Werden diese Frage Banken Versicherungen, Fonds und Privatpersonen nicht beantworten können?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Welche hahnebüchen Vorstellungen von "Hilfspaket" für Griechenland.
    Griechenland ist Nettogeldempfänger aus den Jahreshaushalten der EU. Seit dem Beitritt zur EU1981 erhält Griechenland "Hilfspakete" Das wird auch in den nächsten Jahren nicht anders werden. Es geht also nicht um ein drittes oder viertes Hilfspaket, sondern um das um das 38., 39., 40. usw. usf.

  • Solche nachhaltigen und teueren Entscheidungen können an jedem bayerischen Stammtisch objektiver gefällt werden!!

  • ...man kann die illegalen monetären pseudo-Rettungsversuche auch als Meineid
    auslegen. (...und Schaden vom dt. Volk fernhalten).

  • Zwei Dinge sind sicher :
    1.Das dritte Hilfspaket war nicht das letzte.
    2.Die griechische Bevölkerung hat außer höheren Schulden nichts von dem Hilfspaket und allen anderen.Griechenland wird die Schulden nie (NIE) zurückzahlen können.

  • Genau das ist der Plan: Der deutsche Michel wird der Depp sein,der alles zahlt.

  • @ Herr Cal Andersen
    Der Euro ist in der Tat gescheitert. Er ist daran zugrundegegangen, dass man alle Regeln ueber Bord geworfen hat. Der Euro haette eine ausgezeichnete Waehrung sein koennen.

    Oft behauptet, selten begruendet: Jeder Wirtschaftsraum braucht seine eigene Waehrung. Das ist falsch. Im Handel zwischen Wirtschaftsraeumen kommt es nur auf die realen Austauschverhaeltnisse an. Wieviel Tonnen Oliven kostet ein VW Golf? Oder wieviel Kilogramm Kupfer kann man fuer bestimmtes Paar Adidas Schuhe kaufen? Gold hat im Handel zwischen Nationen jahrhundertelang die Rolle gespielt, die heute von Papier- und Giralgeld eingenommen wird.

    Zins- und Liquiditaetsmanipulationen oder gar Abwertungen sind ein beliebtes Instrument verantwortungsloser Regierungen, die Folgen ihrer Misswirtschaft zu verschleiern. Wirtschaftlich notwendig sind sie nicht. Warum sollten wir in einer Waehrungszone denn keine unterschiedlichen Inflationsraten oder Zinssaetze haben? Warum sollten in einem Wirtschaftsraum die Investitionen denn nicht dahin fliessen, wo sie die meiste Rendite erwirtschaften, das Geld dahin, wo es die meisten Zinsen bringt? Warum sollten sich die Zinsen denn nicht am freien Markt bilden entsprechend dem Kreditausfallrisiko? Warum sollte ein Staat der Misswirtschaft betrieben hat denn nicht in die Insolvenz gehen?

    Der Euro ist gescheitert, weil Politiker nicht ohne die erwaehnten Manipulationsinstrumente leben wollen, mit denen sie ihre Wahlstimmen kaufen.

  • Es wird ein viertes Hilfspaket geben ?? Na hoffentlich NICHT!
    Man mag sich ja fast schon nicht mehr zu diesem Thema äußern.
    Jeder Fachmann und interessierte Laie WEIß (!) doch, dass auch das bevorstehende dritte Paket NICHTS bewirken wird - ja, vielleicht Zeitgewinn.!
    Man sollte doch Realist sein und GR so akzeptieren wie es ist, in seiner Haltung zum Geld, seiner eigenen - durchaus auch sympathischen südländischen Mentalität - usw usw.
    Am Ende wird ein Schuldenmoratorium (im Zuge einer Schuldenkonferenz ) herauskommen mit Frist bis zum St.Nimmerleinstag. Dann könnten die Geberländer / Gläubiger ihre heutigen Forderungen bilanzschönend über 100 Jahre strecken (mit Schuldenschnitt nach 450 Jahren). Und dann würde gleichzeitig wieder die Drachme eingeführt, damit das Land selbständig eigene Schulden machen kann und nicht - wie heute - Andere für die Misere in Haft nehmen kann. Amen

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