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Griechenland-Krise Warum ein Euro-Austritt naiv und unverantwortlich wäre

Die Griechenland-Krise setzt die Politik unter Handlungsdruck. Am Donnerstag sollen Entscheidungen fallen. Wäre ein Euro-Austritt des Landes ein gangbarer Weg? Ein Kölner Forschungsinstitut rät davon eindringlich ab.
19.07.2011 - 12:03 Uhr 18 Kommentare
Flaggen von Europa und Griechenland. Quelle: dpa

Flaggen von Europa und Griechenland.

(Foto: dpa)

Düsseldorf In der Diskussion um Griechenland-Hilfen hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) die Politik vor falschen Entscheidungen gewarnt. Da sich die Lage an den Finanzmärkten „gefährlich verschärft“ hat, müsse vermieden werden, dass die Risikoprämien der großen Euro-Staaten weiter steigen. „Daher ist eine  harte Umschuldung Griechenlands mit Haircuts ein zu gefährlicher Weg, so hilfreich sie für das Land und so nötig sie zur Einbeziehung privater Gläubiger sein mag“, sagte der IW-Experte für internationale Wirtschaftspolitik, Jürgen Matthes, Handelsblatt Online. „Rating-Downgrades der großen Eurozonen-Staaten könnten die Folge sein, auch wenn diese fundamental nicht zu rechtfertigen wären“, warnte der Ökonom und fügte hinzu: „Bei derartigen Ansteckungseffekten drohte die Krise aus dem Ruder zu laufen und in eine systemische Finanzkrise zu münden, die noch gravierender sein dürfte als die jüngste Post-Lehman-Krise.“

Denn das Engagement der europäischen Banken in Italien und Spanien sei sehr groß, so Matthes. Pauschale Forderungen nach einer harten Umschuldung oder einem Austritt aus der Euro-Zone, wie sie von manchen Ökonomen oder von Teilen des Bundestages zu hören sind, ignorierten diese „immensen Gefahren und sind daher als naiv und unverantwortlich zu bewerten“. Selbst eine freiwillige Schuldenstreckung könne nicht substantiell sein und werde daher auch keinen nennenswerten Beitrag zur Entlastung Griechenlands leisten können.

Der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Otmar Issing, hatte zuvor für einen Euro-Austritt geworben, indem er vor einer Umschuldung Griechenlands als Teil der Eurozone warnte. „Bleibt Griechenland danach Mitglied in der Währungsunion und kann auf weitere Hilfen sowie Refinanzierung bei der EZB vertrauen, ist das Ende der Währungsunion eingeläutet“, sagte Issing der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Griechenland wird seine Schulden nicht bedienen können. Simulationen, die etwas anderes zeigen, beruhen auf unrealistischen Annahmen. Ein massiver Schuldenschnitt ist also unvermeidlich.“ Wenn Griechenland aber nach einer Umschuldung im Euroraum bleiben dürfe, hätte dies fatale Signalwirkung, warnte er.

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    Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, lobte die Ausführungen Issings als „absolut richtig“. Zugleich forderte das FDP-Bundesvorstandsmitglied Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) auf, sich für einen Ausschluss des Mittelmeerstaates aus der Währungsunion einzusetzen. „Eine Umschuldung Griechenlands muss mit einem Angebot verbunden werden, die Euro-Zone vorübergehend zu verlassen, um die eigene Währung abzuwerten“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. „Dies ist der einzig sinnvolle Weg, um kurzfristig die Wirtschaft preislich wieder wettbewerbsfähig zu machen.“

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    18 Kommentare zu "Griechenland-Krise: Warum ein Euro-Austritt naiv und unverantwortlich wäre"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Bundesbürger nähert sich dem Generalstreik.
      "Naiv und unverantwortlich" handelt die politische Klasse offensichtlich seit Jahrzehnten; zudem nicht demokratisch legitimiert.
      Wir nähern uns dem Ende der "Berliner Republik".

    • Schaut Euch die drei Affen von der SPD an. Marshall-Plan, Ratingagenturen ignorieren??? Fehlt denen eine Schraube? Oder wollen die den Irrsinn auf die Spitze treiben? Brauchen wir jetzt in GR sechsspurige Autobahnen um die Oliverbäume zu umkurven? Soll jetzt VW von Wolfsburg nach Athen getragen werden um dort Arbeitsplätze zu schaffen? Wohlstand auf Pump und Exportüberschüsse auf Pump, die Zeiten sind vorbei.

    • Auch mal hier nachlesen:

      http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/frankreich-faellt-als-stabilitaetsanker-aus-473423/

      Letztlich soll dann alles an uns hängen bleiben.

    • Wer noch glaubt, dass der Euro hält, der ist ein Träumer. In Berlin gibt es kaum noch EM zu kaufen. Wahrscheinlich läuft schon wieder ein Bankrun. Denn umsonst hat Merkel die NICHT durch den Bundestag legitimierte Garantie der Sicherheit der deutschen Spareinlagen bestimmt nicht erneut von sich gegeben.

      Die Politiker, welche uns das alles eingebrockt haben, gehören vor Gericht. Allerdings kann man sich auf unser BVerfG auch nicht verlassen. Einfach nur noch traurig!

    • Was notwendig ist, ist ein reinigendes Gewitter und zwar jetzt. Es wird zahlreiche überschwemmte Keller geben mit Wasser, das sich aber auch wieder abpumpen läßt. Das ist immer noch besser als wenn das Fundament unterspühlt wird un das ganze Haus zusammenbricht, was unweigerlich in nicht ferner Zukunft geschieht, wenn es keinen Schuldenschnitt gibt und Griechenland die Währungszone nicht verläßt.Die Politiker tragen die Gesamtverantwortung und haben Einzelinteressen zu vernachlässigen auch wenn sie sich noch so lautstark zu Wort melden.

    • Naiv und unverantwortlich ist es, im Euro zu bleiben. Der Euro und die EU sind doch bereits am Ende.
      Soll der deutsche Steuerzahler für alles blechen, bis zum bitteren Ende???
      Die Politiker unseres Landes sind zuerst der eigenen Bevölkerung verpflichtet. Das scheinen aberm bis auf ganz wenige, zu vergessen.

      Wir müssen zurück zur EWG! Alles andere wird in einer finanziellen Kernschmelze enden!

      Diese EU und dieser Euro dient nur zur Ausplünderung unseres Landes! Weg damit!!!

    • Jugendarbeitslosigkeit bei 43,1% in Griechenland.

      http://www.querschuesse.de/jugendarbeitslosigkeit-bei-431-in-griechenland/

      ... was das an zukünftigen Problemen und Kosten bedeutet,
      kann man sich ja ausrechnen...

      ohne Job, ohne Perspektive, nie an das Arbeit gewöhnt ...

      Als junger Grieche würde ich das Land verlassen - oder es eben anzünden.

      .. das ist nicht nur ein "Fass ohne Boden", das ist tendenziell ein Pulverfass.

    • "Als gangbaren Weg für Griechenland sieht der IW-Ökonom dagegen den Kauf griechischer Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt durch den Rettungsfonds EFSF. Oder Griechenland kaufe - mit Krediten des EFSF - selbst eigene Staatsanleihen zu den derzeit niedrigen Kursen zurück."

      In dem Moment, i dem der EFSF solche Anleiehn kauft würden sich ihre Preise auch wieder erhöhe. Eventuell würden Spekulanten nun sogar bewusst griech. Staatsanleihen noch billig kaufen, um sie teuerer an den EfSF zu verkaufen. Alles denkbar. Also kein guter Plan. Schmeißt die Griechen endlich aus dem Euro!

    • Schon mit den bisherig beschlossenen "PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag am 21. Mai 2010 zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!!!!!

      Wolfgang Schäuble ruiniert uns Alle!

      Stoppt die Ausplünderung der deutschen Steuerzahler!

      Keine Geldgeschenke mehr an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien!!!


      Bitte zeichnen Sie die Petition "18123" gegen den neuen "Europäischen Stabilitätsmechanismus".

      Falls ESM beschlossen wird, werden regelmässig Milliarden an deutschen Steuergeldern
      nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien überwiesen!!!


      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123


      Wir brauchen 50.000 Mitzeichner bis zum 02.08.2011

      Bitte Petition "18123" zeichen und bekannt machen!!!

    • Der verheerende Strudel einer Schuldenfalle kann nur durch Massnahmen unterbrochen werden, die als Kreditereignis angesehen werden muessen, also entweder Schuldenerlass oder Zinsreduktion. Ohne Kreditereignis steigen die Schulden unaufhoerlich weiter. Verschleppt man das Kreditereignis fuer die betroffenen Staaten, muessen die Rettungspakete immer groesser werden und die Finanziers der Rettungspakete werden mit in die Tiefe der Schuldenfalle gezogen. Die wirtschaftliche Logik kann nicht wegdiskutiert werden und es gibt keine Tricks die Mathematik der Zinseszinsen zu umgehen. Die Entwicklung war vorhersehbar. Seit mehr als einem Jahr kann man das Versagen der Rettungspakete auch in der Praxis beobachten.

      Wir brauchen eine konsequente Schuldenrueckfuehrung der Gesellschaft, einschliesslich der oeffentlichen Haende, der Unternehmen und der privaten Haushalte. Und wir muessen zum marktwirtschaftlichen Prinzip zurueckkehren. Wessen Schulden schneller als sein Einkommen steigt, der zahlt hoehere Zinsen. Wer zu hoch verschuldet ist, bekommt nichts mehr. Wer zahlungsunfaehig wird, muss sich mit seinen Glaeubigern einigen. Wer sein Kreditengagement nicht sorgfaeltig prueft, kann sein Geld verlieren.

      Kein Politiker hat aber den Mut im Wirrwarr der Interessen eine Entscheidung zu treffen, die fuer alle Beteiligten schmerzhaft sein wird. Dieses Spiel wird weitergehen bis es endgueltig aus der Kontrolle geraet. Und dann Gnade uns Gott!

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