Azubis

Um die Ausbildung wieder attraktiver zu machen, haben Union und SPD gleich mehrere Maßnahmen vereinbart.

(Foto: dpa)

GroKo einigt sich bei Bildung Mindestlohn für Azubis

In ihrem Großaufschlag für die Bildung plant die GroKo auch einen Mindestlohn für Lehrlinge. Und Union und SPD versprechen noch mehr.
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BerlinUnion und SPD planen eine massive Belebung der dualen Berufsausbildung. Ziel ist es, die Lehre für alle Beteiligten attraktiver zu machen, und so den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Teil des Konzepts ist ein Mindestlohn für Lehrlinge, den sie im Berufsbildungsgesetz verankern will. Er soll bis August 2019 feststehen und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten, heißt es im Einigungspapier der Bildungsarbeitsgruppe der Unterhändler. Die Höhe ist dort nicht genannt.

Hintergrund sind die strukturellen Probleme der Beruflichen Bildung: Immer mehr Schulabgänger versuchen sich an einem Studium, fast ein Drittel bricht dieses aber ab. In den Betrieben sind Zehntausende Lehrstellen unbesetzt. Zudem wird das sogenannte Passungsproblem immer größer: Bewerber und Betriebe kommen nicht zusammen, weil sie regional zu weit auseinander liegen oder weil sich die Schulabgänger nur für einige wenige Berufe interessieren, so dass auch Zehntausende Interessenten an einer Ausbildung leer ausgehen. Zum Teil gibt es vor allem in den Berufen einen massiven Mangel, in denen auch die Azubi-Löhne eher niedrig sind – etwa in Gastronomie, im Lebensmittelhandwerk oder Einzelhandel.

Der Mindestlohn ist Teil eines ganzen Bündels von Maßnahmen: Schon die Berufsorientierung in den Schulen, vor allem auch an den Gymnasien, will die Groko gemeinsam mit den Ländern massiv verbessern, damit die Schüler frühzeitig die Vorteile und Aufstiegschancen einer dualen Ausbildung kennen lernen. Die Hilfe sowohl für schwächer Azubis als auch für besonders leistungsstarke soll ausgebaut werden, etwa durch den Ausbau der schon lange existierenden „ausbildungsbegleitenden Hilfen“ der Bundesagentur für Arbeit. Das soll wieder mehr kleine und Kleinstbetreibe zur Ausbildung motivieren. In dieser Gruppe war die Ausbildung zuletzt am stärksten zurückgegangen.

Die im Bundesarbeitsministerium angesiedelte ‚assistierte Ausbildung‘, die neben Azubis auch Eltern, Lehrer und Unternehmen unterstützt, soll bundesweit ausgebaut werden. Diese gilt zwar als sehr sinnvoll und hilfreich, kommt aber vielfach nicht an, weil kleinere Betriebe schlicht nichts davon wissen, oder den Aufwand scheuen, sich Hilfe zu holen. Daneben soll auch die Möglichkeit ausgebaut werden, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Flankieren will die Groko die Aufwertung der beruflichen Bildung mit einer „Ausstattungsoffensive für die Berufsschulen“, auch um die Digitalisierung dort voranzutreiben.

Zugleich wollen Union und SPD die Möglichkeiten für ambitionierte Nachwuchskräfte ausbauen: Sowohl das duale Studium als auch die ‚höhere Berufsbildung‘, die all die Aufstiegsmöglichkeiten für Praktiker zusammenfasst, die eine Alternative zum Studium bieten. Dafür soll es hier mehr Stipendien und Unterstützung geben. Ziel sei „die vollständige Gebührenfreiheit für angehende Techniker, Meister und Fachwirte“. Dafür sollen Unterhaltszuschuss, Erfolgsbonus und familienfreundliche Regeln beim ‚Aufstiegs-Bafög‘ – dem alten Meister-Bafög – verbessert werden, versprechen Union und SPD.

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