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Großbritannien Brexit-Chaos: Deutschland übt sich in demonstrativer Geduld

Die anhaltende Unsicherheit beim Brexit schadet den Betrieben. Doch die deutsche Wirtschaft hofft weiterhin auf ein Abkommen zwischen EU und Großbritannien.
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Die Entscheidung über den Brexit hat sich am Samstag erneut verschoben. Quelle: AFP
Europäische und britische Flagge

Die Entscheidung über den Brexit hat sich am Samstag erneut verschoben.

(Foto: AFP)

Berlin Die Bundesregierung zeigt sich bereit, den Briten mehr Zeit für den Brexit einzuräumen. Es sei noch eine gute Lösung möglich, wenn Premierminister Boris Johnson auf das Parlament zugehe, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). „Wenn eine Verlängerung um ein paar Wochen nötig ist, hätte ich damit kein Problem“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Die deutsche Wirtschaft reagierte zwar enttäuscht darauf, dass die Austrittsvereinbarung mit der EU am Samstag im britischen Unterhaus nicht verabschiedet wurde. „Aber ist eine etwas längere Unsicherheit mit der noch recht hohen Chance auf einen geordneten Austritt nicht besser, als es ein Scheitern des Abkommens am Samstag gewesen wäre?“, fragte DIHK-Hauptgeschäftsführungsmitglied Ilja Nothnagel.

Lieferketten und Geschäftsbeziehungen seien gerade bei den stark exportorientierten deutschen Betrieben langfristig ausgerichtet. Unsicherheit schade da natürlich. „Ein Brexit mit Abkommen könnte die negativen Folgen für deutsche Unternehmen aber abfedern“, sagte Nothnagel dem Handelsblatt.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer hatte zuvor darauf hingewiesen, dass auch der harte Brexit noch immer nicht vom Tisch sei. „Für die Unternehmen drohen Störungen in den Wertschöpfungs- und Lieferketten durch die Einführung von Zöllen und Zollkontrollen an den Grenzen“, sagte er.

Der deutsche Außenhandel mit Großbritannien sei seit dem Brexit-Referendum bereits deutlich rückläufig. „Der DIHK rät Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich dringend, sich mithilfe der Brexit-Checkliste auf den Brexit vorzubereiten“, mahnte er.

Auch der deutsche Handelsverband BGA forderte Geduld von den Europäern. „Obwohl das Verhalten Großbritanniens extrem nervt, gilt es nun, auf europäischer Seite auf die Zähne zu beißen und nicht die Geduld zu verlieren“, sagte BGA-Präsident Holger Bingmann. Die schlechteste aller möglichen Varianten wäre ein chaotischer Brexit ohne Abkommen.

Die weitere Verzögerung sei aber auch keine gute Nachricht. „Leidtragende sind einmal mehr die Menschen, aber natürlich auch die Unternehmen. Denn damit verlängert sich der lähmende Schwebezustand mit seinen negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft dies- und jenseits des Kanals.“

Mehr: David McAllister zum Brexit: „Es steht Spitz auf Knopf in London“ – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament hält es für möglich, dass das Unterhaus den Brexit-Vertrag nächste Woche bewilligt.

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