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Große Twitter-Debatte Deutschlands Top-Ökonomen: Wer ist Keynesianer? Wer ist Ordoliberaler?

Welcher Ökonom gehört zu welchem Lager im Streit um die Staatshilfen? Das Handelsblatt hat eine Einordnung der Vertreter der Zunft vorgenommen. Das Echo darauf ist gewaltig.
08.09.2020 - 15:12 Uhr Kommentieren
Fuest wird den Liberalen und Fratzscher den Neokeynesianern zugerechnet. Quelle: dpa
Clemens Fuest (l.) und Marcel Fratzscher

Fuest wird den Liberalen und Fratzscher den Neokeynesianern zugerechnet.

(Foto: dpa)

Berlin Die große Einigkeit der Ökonomen über Staatshilfen für die Wirtschaft ist vorbei. Vor allem, wenn es um die einfache, aber entscheidende Frage geht: Wer ist für Staatseingriffe und wer eher nicht?

Das Handelsblatt hatte eine Bewertung von führenden Ökonomen veröffentlicht.

Das Echo war gewaltig – und löste unter den Volkswirten eine breite Twitter-Debatte aus.

17 Professorinnen und Professoren haben den Sachverhalt vergangene Woche für das Handelsblatt eingeordnet.

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    Die Tabelle war in Keynesianer, Neokeynesianer, Liberale und Ordoliberale unterteilt – und führte zu vielen Reaktionen bei dem Kurznachrichtendienst.

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    Renommierte Ökonomen wie IW-Chef Michael Hüther oder der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum gefiel die Antwort des Mannheimer Professors Hans-Peter Grüner: „Können wir das bitte auch als Quartett bekommen?“ Sie markierten den Tweet mit einem Herz. Der frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger beließ es bei einem simplen Retweet.

    Manche nahmen es sportlich. Auf einmal schaltete sich der stellvertretende SPD-Chef Kevin Kühnert ein: „Ich wünsche mir eine #EconTwitter-„Elf des Spieltags“. Der Wirtschaftsweise und Gewerkschaftsökonom Achim Truger zeigte Humor: „Das bringt doch nichts. Die Ordos wollen überhaupt nicht spielen, sondern nur über die Regeln diskutieren.“

    Am Tag danach beschied er dem Handelsblatt, „dass wir ein Menge Spaß“ gehabt hätten. Als Wissenschaftler hätte er sich natürlich noch mehr gewünscht.

    Ernsthafter war die Diskussion um den niedrigen Frauenanteil bei den Spitzenökonomen. Ann Cathrin Riedel stellte stellvertretend für viele Reaktionen auf Twitter die berechtigte Frage: „Wo sind eigentlich die Ökonominnen?“

    Das Handelsblatt wird den beiden weiblichen Wirtschaftsweisen Veronika Grimm und Monika Schnitzer, die in der Tabelle mit aufgelistet sind, demnächst Platz anbieten, diese Frage zu beantworten.

    Es meldeten sich auch die zu Wort, die in der Liste nicht auftauchen. Manche waren angeblich froh, nicht dabei zu sein, twitterten aber fleißig über die Tabelle.

    So schrieb der in den USA lehrende Ökonom Rudi Bachmann: „Da bin ich ja – trotz meines ansonsten großen Egos – froh, nicht mit dabei zu sein. Diese Einteilung ist mit Verlaub Quatsch“ – und gab dem Handelsblatt dann hinsichtlich der Lagerbildung recht. Bachmann behauptete: Der Ex-Wirtschaftsweise Bofinger würde den Neokeynesianismus geradezu hassen.

    Die bekannte Professorin Anke Hassel hielt die Einteilung für „großen Quatsch mit Soße“, hatte aber eine ganz eigene Erklärung dafür parat: Das sei nur vor dem Hintergrund des „Schlagabtauschs der Großmeister“ zu verstehen; sie befürchte verhärtete Fronten.

    Dem Ökonomen Paul Welfens fehlte die wichtige Gruppe der „#Schumpeter-#Stiglitz-Ökonomen“. Andere vermissten Vertreter der Modern Monetary Theory. Einzelne Stimmen forderten, auch Marxisten aufzunehmen.

    Bei manchen Ökonomen wie Thiess Büttner aus Erlangen, der einem breiteren Publikum bislang nicht bekannt ist, konnte man sich nicht sicher sein, ob es um die Sache oder verletzte Eitelkeit ging.

    Seine aufstrebende Kollegin Dominika Langemayr sprang ihrem Kollegen bei, wobei sie schon den journalistischen Reiz anerkannte, für die meisten jüngeren Ökonomen das Schubladendenken jedoch ausschloss.

    Wolfgang Schmidt, Finanzstaatssekretär und Hobbyfußballer, gefiel dagegen die Überlegung, Hans-Werner Sinn als klassischen „Zehner“ in der Ökonomen-Elf von Kevin Kühnert mitspielen zu lassen.

    Kühnert schrieb: „Wir müssen im Mannschaftsrat klären, ob Hans-Werner Sinn eigentlich noch auf dem Platz steht. Gegebenenfalls ist da noch ein Platz frei.“

    Mehr: Die große Einigkeit der Ökonomen über notwendige Staatshilfen für die Wirtschaft ist vorbei.

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