Grünen-Fraktionschef „Wulff hat den Landtag hinters Licht geführt“

Die Kritik an Bundespräsident Christian Wulff gewinnt wieder an Schärfe. Der niedersächsische Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel wirft Wulff nun die Täuschung des Landtags vor - und zwar nach „Strich und Faden“.
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Bundespräsident Christian Wulff ist schon wieder mit schlechten Nachrichten in der Presse gelandet. Quelle: dapd

Bundespräsident Christian Wulff ist schon wieder mit schlechten Nachrichten in der Presse gelandet.

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FrankfurtBundespräsident Christian Wulff kommt aus den negativen Schlagzeilen nicht heraus. Nach Recherchen von tagesschau.de hatte er offenbar weitergehende geschäftliche Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens als bislang eingeräumt. Danach war Geerkens Mandant und Vermieter der Räume einer Rechtsanwaltskanzlei, für die der frühere niedersächsische Ministerpräsident über Jahre tätig war. Der Bundespräsident bestreitet die Vorwürfe.

Der niedersächsische Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel hat Bundespräsident Wulff nun nach diesen jüngsten Berichten vorgeworfen, den Landtag über seine Beziehung mit dem Geschäftsmann Egon Geerkens getäuscht zu haben. „Es wird immer offensichtlicher, dass Wulff nicht nur die halbe Wahrheit gesagt hat, sondern den Landtag nach Strich und Faden hinters Licht geführt hat“, sagte Wenzel der „Frankfurter Rundschau“. Wulff steht seit Wochen in der Kritik, weil er dem Landtag auf die Frage nach einer Geschäftsverbindung mit Geerkens verschwiegen hatte, dass er als Ministerpräsident in Niedersachsen von Geerkens Ehefrau einen Kredit von 500.000 Euro für den Kauf seines Hauses erhalten hatte.

Wulffs Verbindung mit Geerkens über die Rechtsanwaltskanzlei zeige „eine weitere geschäftliche Beziehung, die dem Landtag verschwiegen wurde“, sagte Wenzel der „Frankfurter Rundschau“. Er hoffe, dass nun auch CDU-Abgeordnete erkennen, dass es mit Wulff so nicht weitergehe. „Jeder Beamte, der solche Geschäftsbeziehungen verschweigt, muss mit dem Verlust seines Arbeitsverhältnisses rechnen“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende.

Tagesschau.de zufolge war Wulff über mehr als 15 Jahre in der Kanzlei tätig. Dies belegten zahlreiche Anwaltsschreiben, auf denen Wulff im Briefkopf geführt wurde. Noch im Oktober 2004 vertrat die Kanzlei Geerkens. Zudem war der Unternehmer bis 2007 Vermieter der Kanzleiräume. Im niedersächsischen Landtag hatte Wulff 2010 eine Frage nach geschäftlichen Beziehungen zu Geerkens verneint.

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10 Kommentare zu "Grünen-Fraktionschef: „Wulff hat den Landtag hinters Licht geführt“"

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  • Langsam wird es wirklich unerträglich. Vor allem ist Berichterstattung der Presse unseriös. Warum soll der damalige MP Wulff eine Geschäftsbeziehung im Jahre 2007 zu Herrn G. haben, wenn er viele Jahre vor seiner Zeit als MP in einer Kanzlei beschäftigt war,deren Vermieter oder Mandant Herr G. war oder ist? Völlig absurd! Ein wenig Rechtskenntnis darf man wohl beim HB voraussetzen oder etwa nicht?

  • nach über 200 Kommentaren hat tagesschau.de die Kommentierung beendet.
    Liebe Journalisten: Könnt ihr mal bitte erst dann wieder über diese Affäre schreiben, wenn ihr was WIRKLICH skandalöses herausgefunden habt?
    Die sogenannte Salamitaktik kommt nämlich deshalb zustande, weil ihr immer irgendwelche unwichtigen Details vorschnell veröffentlicht. Ich hätte nie damit gerechnet, dass ein Bobbycar oder ein Briefkopf in der Lage ist, einen Bundespräsidenten zu schädigen... Ernsthaft!?!?

    Ich bin dafür, dass ihr Herrn Wulff in aller Ruhe durchleuchtet und dann am Ende meinetwegen eine komplette Ausgabe Herrn Wulff widmet... aber die jetzige Vorgehensweise ist nur noch nervend!
    Bin dafür, dass Herr Wulff jedem relevanten Chefredakteur ein Bobbycar spendiert. Dann können die sich treffen und ein Bobbycar-wettrennen veranstalten.
    Wie im Kindergarten! Schlagzeilen mit so wenig Substanz kannte ich bisher nur aus dem Sommerloch...

  • Wäre Wulff so bespitzelt worden wie die LINKEN wäre das nicht passiert.

  • Ach was, wer mit Banken gegen das Rechtsempfinden der BürgerINnen paktiert, hat wegen seiner allseits erworbenen Qualifikation beim Durchstechen des Gemeinwohls, beileibe das Recht, seine erworbenen Kenntnisse ausleben zu dürfen. Dahingehend darf es gewissermaßen den Anschein haben, den Pflichten seiner Rechte Genüge geleistet zu haben. Ergo, wie soll da ein Mensch ohne Bezüge klarkommen? Hier wird aber nun viel zu viel verlangt. Bedenken sollten die "LeistungsträgerINnen" unterer Chargen, im deutschen Slang benannten "Knalltüten", es wäre dem Amt abträglich, würde (ja das mit der Würde einhergeht) aus dem Präsidentenpaar eine gesetzlich verankerte Bedarfsgemeinschaft entstünde. Gewiß, bei soviel partizipierenden, ersichtlichen Freuden mit Freunden, bleibt ihm hoffentlich wenigstens das erspart. Ohnehin, eine hypthekarische Absicherung seiner "Hütte" wurde bereits vortrefflich in Szene gesetzt. Wer jetzt noch meckert, der kennt diese, unsere Leit- und Leistungsgesellschaft erst dann, wenn er/sie den entsprechenden Studiengang belegen möchte. Von wollen oder Willen sollte ein Normalo Abstand wahren. Die Bedienermentalität in diesem, unserem Lande, geschaffen von einem schwarzen Kanzler, deklariert als "Die Wende", hat Hochkonjunktur. Weiter betrieben von EnkelINnen. Das Gute liegt doch sehr nahe, wenn es stets gereicht wird. Da wird der "Wendekanzler" noch Jahre zusehen dürfen. Ich gönne es ihm nun wirklich, inklusive des ein oder anderen schmerzlichen Verlustes beim Abgang. Und das ohne irgendwelche Hintergedanken.

  • Wulff war also für eine Kanzlei tätig, die von Geerkens angemietet war. Wulff gehörte die Kanzlei zwar nicht, Geerkens war auch nicht sein Mandant - aber man hängt es einfach ihm an.

    Den Grünen fehlen wohl die richtigen Wahlkampfthemen, also versuchen sie weiter, über Wulff Frau Merkel zu treffen. Ein schäbiges Spiel.

  • Wozu Ehrensold, wenn er keine Ehre hat.

  • Zitat:
    "Allerdings könne niemand Wulff zwingen, sein Amt aufzugeben. Ein Problem dabei sei, dass er ohne materielle Absicherung dastünde, wenn er jetzt zurücktreten wurde, sagte Arnim. „Nach dem Gesetz über die Ruhebezüge des Bundespräsidenten stünde ihm der Ehrensold in Höhe seiner Amtsbezüge nicht zu.“ Für einen Rücktritt aus persönlichen Gründen sei kein Anspruch auf Ehrensold vorgesehen. Auf die Pensionsansprüche aus seiner Tätigkeit als Ministerpräsident müsste Wulff noch bis zu seinem 60. Lebensjahr warten."

    Aha. Wuff hat über seine Verhältnisse gelebt und kann nicht zurücktreten, weil er dann keine Absicherung hätte. Köhler ist auch zurückgetreten; wenn Köhler auch keine Ansprüche hat, könnte Wuff sich ein Beispiel an Köhler nehmen. Und jedem kleinen Hansel, der wegen eines Brötchens, eines Pfandbons im Wert von wenigen Cent oder einer Bulette aufgrund "massiv zerstörten Vertrauens" entlassen wird, darf man seine Existenz zerstören.

    Wenn das nicht zweierlei Maß ist, dann weiß ich es auch nicht. Bankster, Mänätscher und Proll-litiker können in diesem Land tun und lassen, was sie wollen, ihnen passiert nichts.

  • Völlig neue Erfahrung, ein Mülleimer als Bundespräsident.

  • Wulff und kein Ende. Wird so langsam langweilig. Der tritt doch NIE zurück! Braucht das Geld für seine teure Blondine. Pension würde nicht ausreichen, wenn's dann keine kostenlosen Reisen mehr geben würde. Also wird weiterhin "gewulfft" was das Zeugs hält.

  • ....ach ja, jetzt mal wieder das Ganze links herum...

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