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Grünes Gewölbe Experten vermuten veraltete Sicherheitstechnik in Dresden – Kunstdiebe werden brutaler

Nach dem Jahrhundert-Diebstahl von Dresden dürften viele deutsche Museen nun in puncto Sicherheit nachbessern. Doch für Museen ist das eine schwierige Sache.
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Spektakulärer Kunstraub im Grünen Gewölbe

Düsseldorf Lange Zeit galt das Grüne Gewölbe in Dresden als gut gesichert – bis Diebe am Montag Juwelengarnituren von kaum schätzbarem Wert stahlen. Es ist der größte Kunstdiebstahl der jüngeren Geschichte.

Am frühen Morgen sieht ein Wachmann auf den Bildern der Überwachungskamera, wie ein Mann mit einer Axt auf eine Panzerglasvitrine einhackt. Das Vorgehen der Täter belegt einen Trend, den Kulturverantwortliche mit Sorge beobachten: Kunstdiebe gehen zunehmend mit roher Gewalt vor.

Eigentlich sollte das aber keinen Unterschied machen. In Dresden war jedoch wohl nicht alles auf dem modernsten Stand der Sicherheitstechnik. Der namhafte Diamantenhändler Ulf Breede weiß aus Erfahrung, dass gepanzerte Scheiben kaum zu zertrümmern sind. Bei ihm hatten Diebe versucht, mit einem Gullideckel die Scheibe einzuwerfen. Das Unterfangen misslang.

Dass es in Dresden klappte, das Sicherheitsglas zu zerschlagen, deuten Experten als Hinweis auf eine veraltete Ausstattung. Der gleichen Meinung ist Kunstversicherer Stephan Zilkens: „Mechanisch und elektronisch scheint die Sicherung nicht ausreichend vorhanden gewesen zu sein.“

Nach dem Fall von Dresden dürften viele deutsche Museen nun nachbessern. Viele Verantwortliche aus der Branche wenden sich an Sicherheitsunternehmen wie etwa den Essener Dienstleister Kötter, der auf seiner Webseite mit dem Slogan wirbt: „Museumsdienste sind eine Kunst für sich.“ Nähere Details zur angedeuteten Kunstfertigkeit gibt es keine. Die Branche verweist in geschäftsüblicher Verschwiegenheit auf die Verbände.

„Es ist wichtig zu verstehen, dass Verträge mit Museen ganz individuell ausgehandelt werden“, sagt Silke Wollmann vom Bundesverband für Sicherheitswirtschaft. Modernste Technik und Sicherheitspersonal seien notwendig, aber kein Allheilmittel. Auch Museumsbesucher nur ohne Taschen und Jacken eintreten zu lassen mag Vandalismus vorbeugen. Ein Einbruchschutz sei das jedoch alles nicht.

Bauliche Sicherheit entscheidend

Schließlich passen manche Phiolen locker in Hosentaschen. Oft gebe es für den Sicherheitsdienstleister die Anweisung, nicht selbst zuzugreifen, sondern den Einbruch nur zu melden. Genau das dürfte wohl auch in Dresden passiert sein.

Die Idee dahinter: Die Kunstdiebe nach Möglichkeit beim Verlassen des Museums zu fassen, damit innerhalb der Ausstellung kein weiterer großer Schaden entsteht, wenn die Täter sich wehren. Nur wurden die Täter in Dresden eben nicht direkt gefasst.

Museumsbundpräsident Köhne ist auch Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe und höchst vertraut mit dem Thema Sicherheit von Exponaten. Bauliche Sicherheit spiele eine große Rolle, erläutert er. Die Museumsträger arbeiteten zu diesem Zweck jeweils zusammen mit Bauämtern, Baubehörden und zuständigen Stellen.

„Da ist es schon so wie bei einem Eigenheim, dass man natürlich auch nicht alle zwei Jahre ein Update machen kann.“ Aber auch er versichert: „Man ist einfach gehalten, die Abläufe immer wieder zu überprüfen und zu schauen, dass zumindest die Mittel und Möglichkeiten, die man hat, auch funktionieren.“ Vor allem in der Kommunikation.

Eines ist klar: Sicherheit in Museen ist eine schwierige Aufgabe. Auf der einen Seite geht es darum, Kunst sicher wegzuschließen, auf der anderen aber auch darum, Kunst möglichst gut sichtbar für Besucher zu präsentieren. „Wir sind eben kein Banksafe. Und das bringt ein gewisses Risiko mit sich“, sagt Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes.

Die Deutsche Burgenvereinigung, die älteste private Denkmalorganisation in Deutschland, zeigt sich angesichts des Falls aus Dresden schockiert. Präsident Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg kritisiert, dass viele Museen ihre kostbaren Exponate zu schlecht sicherten. Kunsträubern würde so ihr Handwerk zu leicht gemacht.

Mehr: Die Juwelendiebe von Dresden sind wohl der organisierten Kriminalität zuzurechnen. Die Polizei zählt inzwischen 91 Hinweise. Versichert sind öffentliche Museen nur in Bayern.

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1 Kommentar zu "Grünes Gewölbe: Experten vermuten veraltete Sicherheitstechnik in Dresden – Kunstdiebe werden brutaler"

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  • Die Prioritäten für möglichst sicheren Schutz sind bekannt. Mechanischer Schutz ist wirkungsvoller als Elektronik und weitgehend sabotagesicher.
    Wachpersonal muss kompetent und motiviert sein, kann das von preisgünstigen Kontraktoren unter allen denkbaren Umständen sichergestellt werden?