Grundsatzrede Außenminister Maas präsentiert strategisches Konzept für die Trump-Ära

Immer mehr setzt die Politik des US-Präsidenten der Bundesregierung zu. Der Außenminister strebt einen Paradigmenwechsel im Verhältnis mit den USA an.
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In seiner Europarede fordert der Außenminister ein geeintes und solidarisches Europa. Quelle: dpa
Heiko Maas

In seiner Europarede fordert der Außenminister ein geeintes und solidarisches Europa.

(Foto: dpa)

BerlinEs ist eine Zäsur, ein Bruch mit 70 Jahren bundesdeutscher Außenpolitik. Erstmals in der Geschichte der Republik hat das Auswärtige Amt so etwas wie ein strategisches Konzept für den Umgang mit den USA formuliert. Die Freundschaft zu den USA, von Adenauer eingeleitet und von all seinen Nachfolgern gepflegt, weicht einer „balancierten Partnerschaft“.

Das neue Konzept umriss Außenminister Heiko Maas am Mittwoch in seiner ersten Grundsatzrede. Das eigentliche Thema war Europa, doch der wichtigste Adressat waren wohl die USA.

„Balancierte Partnerschaft“ bedeutet: Zusammenarbeit, wo Schnittmengen von Werten und Interessen verbleiben. Und Auseinandersetzung, wo die USA „rote Linien überschreiten“. Konfliktstoff gab es zuletzt genug. Die Aufkündigung des Irandeals etwa, den die Bundesregierung als Gefährdung ihrer Sicherheitsinteressen wertet. Oder die Verhängung von Stahlzöllen, die aus Sicht der Europäer ein wirtschaftspolitischer Akt der Aggression sind.

Maas weiß, dass Deutschland der Herausforderung, seine Interessen gegen die Amerikaner zu behaupten, nicht gewachsen ist. Deshalb kleidete Maas seine USA-Strategie in ein Plädoyer für ein geeintes, souveränes und solidarisches Europa. Er unterstrich, dass er keinen Bruch mit Amerika anstrebe. Dass es aber darum gehe, in Streitfragen ein selbstbewusstes europäisches „Gegengewicht“ zu schaffen.

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