Günther Jauch-Talk Der nette Herr Wulff von nebenan

Die Glaubwürdigkeit gilt als wichtiges Kapital eines Bundespräsidenten. Bei Günther Jauch diskutierten Spiegel-Chefredakteur Mascolo und weitere Prominente, ob Christian Wulff diesem Anspruch noch gerecht wird.
  • Gabriela M. Keller
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Moderator Günther Jauch. Quelle: dpa

Moderator Günther Jauch.

(Foto: dpa)

BerlinChristian Wulff ist in den vergangenen Wochen ziemlich oft aufgefordert worden, endlich alle Fakten offen zu legen. Statt dessen aber wird die Wahrheit scheibchenweise serviert. Die halbgaren Erklärungsversuche taugen nicht, die Zweifel zu zerstreuen, und jede Antwort wirft noch mehr Fragen auf, als vorher schon im Raum standen. Dafür hat das ARD-Fernsehpublikum am Sonntag manches über den Präsidenten erfahren, was niemand wissen wollte: Wulff läuft in seinem Urlaub gern in Jeans herum, manchmal holt er sich eine Pizza, und abends trinkt er lieber Saft statt Wein.

So zumindest schilderte es Angela Solaro, eine Jugendfreundin des Präsidenten, bei Günther Jauch. Die bodenständige Süßwarenhändlerin aus Norddeutschland war eingeladen, weil sich Christian Wulff häufiger in ihrer Ferienwohnung als Gast einquartiert hatte. Dass der Präsident gern Ferien bei Freunden macht, ist bekannt. Allerdings dürfte Frau Solaros etwas trostlose Ferienwohnung ziemlich wenig zu tun haben mit der fürstlichen Villa des Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer, in der Wulff seinen umstrittenen Sommerurlaub  2010 verbracht hat.

Insofern trugen die Eindrücke von der Nordsee wenig zum Thema bei. „Der Problem-Präsident – wie glaubwürdig ist Christian Wulff?“ wollte Günther Jauch von seinen Gästen wissen. Interessant waren Angela Soleros Äußerungen aber doch, weil sie indirekt etwas über das Kalkül des Präsidenten im Umgang mit der Öffentlichkeit aussagten:  Wulff habe sie dazu ermuntert, ihn in der Sendung „als Mensch darzustellen“, räumte Solero etwas arglos ein.

Schon in seinem Kriseninterview bei ARD und ZDF am Mittwoch hatte Wulff reumütig bekannt: „Man ist Mensch und man macht Fehler.“ Fehler sind menschlich, also wer wird da nun den Stab über ihm brechen wollen? Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Denn seit Wulff mit dubiosen Anrufen bei der „Bild“-Zeitung von sich reden macht, ist aus der Kreditkrise zusätzlich eine Medienkrise geworden. Und so kam bei Günther Jauch zunächst das Verhältnis zwischen Wulff und den Medien zur Sprache.

„Ihm ist der Gaul durchgegangen“
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48 Kommentare zu "Günther Jauch-Talk: Der nette Herr Wulff von nebenan"

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  • Herr Wulff soll doch bitte zur Entlastung des Volkes über 1000 ebenso überflüssige Politiker aus Berlin und Brüssel zu einem freiwilligen Wüstenausflug ohne Rückreise einladen, - an den Einmalkosten würden sich viele Bürger freiwillig beteiligen.

  • fast das Gleiche habe ich mir sonntag abend auch gedacht,
    was fuer ein "makelloser" bundespraesident unter dem
    BRECHT-motto : hinter der trommel trotten die kaelber,
    das fell fuer die trommel liefern sie selber (lol)

  • Herr WULFF passt zum "bimbes" er passt zum "gaspromgerd"
    also kann er auch bleiben, wir haben doch auch noch andere
    sorgen, meine ICH !

  • Die BW-Bank hat behauptet, die Filiale habe die Kondi-tionen vereinbart, dh sie lagen innerhalb ihrer Kompe-tenz. Noch bessere Konditionen hätte die Filiale näm-lich mit ihrer Zentrale absprechen müssen. Der Festsatz-kredit ist, entsprechende Sicherheiten vorausgesetzt - Herr Wulff sprach bei Jauch von unter 60% Beleihungs-wert - völlig marktgerecht. Hintergrund ist, daß die kostenmäßige Belastung der Bank bei einer Kreditvergabe lt Kreditwesengesetz vom Beleihungswert der Sicherheit abhängt (ab 60% ist die Eigenkapitalbelastung der Bank höher, und der ganze Kredit wird schlagartig teurer). Wir haben bei Herrn Wulff m.E. ausschließlich mit einem "ästhetischen Problem" bzw mit Stilfragen zu tun.

  • Die BW-Bank hat behauptet, die Filiale habe die Kondi-tionen vereinbart, dh sie lagen innerhalb ihrer Kompe-tenz. Noch bessere Konditionen hätte die Filiale näm-lich mit ihrer Zentrale absprechen müssen. Der Festsatz-kredit ist, entsprechende Sicherheiten vorausgesetzt - Herr Wulff sprach bei Jauch von unter 60% Beleihungs-wert - völlig marktgerecht. Hintergrund ist, daß die kostenmäßige Belastung der Bank bei einer Kreditvergabe lt Kreditwesengesetz vom Beleihungswert der Sicherheit abhängt (ab 60% ist die Eigenkapitalbelastung der Bank höher, und der ganze Kredit wird schlagartig teurer). Wir haben bei Herrn Wulff m.E. ausschließlich mit einem "ästhetischen Problem" bzw mit Stilfragen zu tun.

  • Die BW-Bank hat behauptet, die Filiale habe die Kondi-tionen vereinbart, dh sie lagen innerhalb ihrer Kompe-tenz. Noch bessere Konditionen hätte die Filiale näm-lich mit ihrer Zentrale absprechen müssen. Der Festsatz-kredit ist, entsprechende Sicherheiten vorausgesetzt - Herr Wulff sprach bei Jauch von unter 60% Beleihungs-wert - völlig marktgerecht. Hintergrund ist, daß die kostenmäßige Belastung der Bank bei einer Kreditvergabe lt Kreditwesengesetz vom Beleihungswert der Sicherheit abhängt (ab 60% ist die Eigenkapitalbelastung der Bank höher, und der ganze Kredit wird schlagartig teurer). Wir haben bei Herrn Wulff m.E. ausschließlich mit einem "ästhetischen Problem" bzw mit Stilfragen zu tun.

  • Es gibt keinen "Skandal", sondern nur ein Blätterrauschen einerseits und ein nicht souverän Agierender andererseits. Ich behaupte, die interessierte Seite wird solange behaupten "es sind noch Fragen offen", solange es keinen Rücktritt gibt. Beim Thema Rücktritt geht es m.E. auch nicht um Herrn Wulff, sondern parteipolitisch um die Regierung. Und während sich hier alle (= veröffentlichte wie öffent-liche Meinung) um ein faktisches Nichts im Wasserglas aufregen, wird hinter unserem Rücken die Transferunion zementiert, die noch den Enkeln unserer Enkel das Wasser abgraben wird....unverantwortlich!

  • Es gibt keinen "Skandal", sondern nur ein Blätterrauschen einerseits und ein nicht souverän Agierender andererseits. Ich behaupte, die interessierte Seite wird solange behaupten "es sind noch Fragen offen", solange es keinen Rücktritt gibt. Beim Thema Rücktritt geht es m.E. auch nicht um Herrn Wulff, sondern parteipolitisch um die Regierung. Und während sich hier alle (= veröffentlichte wie öffent-liche Meinung) um ein faktisches Nichts im Wasserglas aufregen, wird hinter unserem Rücken die Transferunion zementiert, die noch den Enkeln unserer Enkel das Wasser abgraben wird....unverantwortlich!

  • Es gibt keinen "Skandal", sondern nur ein Blätterrauschen einerseits und ein nicht souverän Agierender andererseits. Ich behaupte, die interessierte Seite wird solange behaupten "es sind noch Fragen offen", solange es keinen Rücktritt gibt. Beim Thema Rücktritt geht es m.E. auch nicht um Herrn Wulff, sondern parteipolitisch um die Regierung. Und während sich hier alle (= veröffentlichte wie öffent-liche Meinung) um ein faktisches Nichts im Wasserglas aufregen, wird hinter unserem Rücken die Transferunion zementiert, die noch den Enkeln unserer Enkel das Wasser abgraben wird....unverantwortlich!

  • Verehrte Frau Steer,

    Goebbels bitte mit "bb" nicht mit "pp".
    Verzeihen Sie bitte diese kleine Korrektur,
    war nicht böse gemeint.
    Mit besten Grüßen

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