Guttenberg-Affäre Biedenkopf weist Merkel zurecht

Merkels Rückendeckung für Plagiator Guttenberg sorgt für Unmut in der CDU. Sachsens Ex-Ministerpräsident Biedenkopf stößt sich an ihrer Aussage, sie habe den Minister nicht als wissenschaftlichen Mitarbeiter eingestellt.
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Kurt Biedenkopf: „Der Mensch wird gemessen, nicht das Amt. Und der Mensch ist auch nicht teilbar.“ Quelle: ap

Kurt Biedenkopf: „Der Mensch wird gemessen, nicht das Amt. Und der Mensch ist auch nicht teilbar.“

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Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf kritisiert Kanzlerin Angela Merkels (beide CDU) Umgang mit den Plagiatsvorwürfen gegen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Biedenkopf unterstützt die Wissenschaftler, die sich mit einer Protestnote an Merkel gewandt haben: „Ich teile in vollem Umfang das, was dort gesagt wird“, sagte Biedenkopf am Montag dem ZDF-Hauptstadtstudio. Biedenkopf kritisierte Merkels Aussage, sie habe keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt, sondern einen Minister: „Der Mensch wird gemessen, nicht das Amt. Und der Mensch ist auch nicht teilbar“, sagte Biedenkopf. „Wenn Guttenberg mich am Anfang gefragt hätte, hätte ich ihm empfohlen ins Glied zurückzutreten.“

Biedenkopf teilt die Einschätzung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, dass die Plagiatsaffäre weitreichende Folgen habe: „Das ist ein Sargnagel an der Glaubwürdigkeit der politischen Klasse.“ Er glaube zu Guttenberg nicht, dass der bei der Erstellung seiner Dissertation lediglich Fehler gemacht habe: „Ich kann nicht eine Dissertation schreiben mit Zweidrittel plagiierten Stellen, ohne das zu wissen.“ Er sehe nicht, wie Guttenberg den über ihm liegenden „chatten loswerden“ wolle. Er frage sich, wie zu Guttenberg die große Aufgabe der Neuordnung der Bundeswehr „wirklich bestehen will“.

Kanzlerin Angela Merkel hatte sich trotz wachsender Kritik aus den eigenen Reihen am Montag abermals hinter ihren Verteidigungsminister gestellt. Sie zeigte aber zugleich Verständnis für die Empörung des deutschen Wissenschaftsbetriebs über die Plagiatsaffäre. „Das ist ein in der Wissenschaft sehr ernster Vorgang“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Über den Betrugsvorwurf habe jedoch nicht die Kanzlerin, sondern die Universität Bayreuth zu befinden. „Und diese Klärung gilt es abzuwarten.“ In der Union wuchs aber die Kritik an Guttenberg.

Guttenberg selbst wollte sich nicht zu den Plagiatsvorwürfen äußern. „Meine Arbeitskraft, was die Bundeswehr anbelangt, ist vollends gegeben. Ich habe dieses Amt auszuführen und will das auch mit Freuden tun“, sagte er in München. Im Vordergrund stehe nun die Bundeswehrreform, bei der ab kommender Woche wichtige Entscheidungen anstünden.

Doktorvater geht auf Distanz
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15 Kommentare zu "Guttenberg-Affäre: Biedenkopf weist Merkel zurecht"

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  • Peter Scholz: Nein, mit ihren komsichen Frauen die sie da um sich versammelt hat, kann sie es, mit andferen ncht.

  • Vielleicht das HB mal prüfen wer der Anonyme Benutzer ist. Denn offensichtlich sind die "vielen" naonymen Benutzer die auf einmal heir sind, ein und die selbe Person.
    Einfach albern. Ordentliche Menschen haben so was nciht nötig

  • Herrn Biedenkopf hat in der Sache sicher recht. Er sollte sich jedoch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Suchet so
    werdet ihr finden! Auch bei ihm! Stichwort "IKEA", als er
    noch in Sachsen politisch aktiv war.
    Für die Masse der Bevölkerug stellt sich nun die Frage, wer war der Insider, der hier gezielt gesucht und die Sache ans "Licht" gebracht hat. Kam er aus dem "schwarzen"
    oder einem andersfarbigen Lager? Wieviele "akademische"
    Grade sind auf diese oder ähnliche Weise noch zustande gekommen?

  • Einersits:Schade, daß ein mann mit Ecken und Kanten das so wichtige Amt aufgeben muß.
    Schlimm aber, daß er als Grund dafür eine Medienkampagne gegen seine Person als Hauptgrund nennt. Besser, er hätte endlich die Bagatellisierung seiner "handwerklichen Fehler" und den "Blödsinn" revidiert, indem er sich klar einsichtig gezeigt hätte und sich für diese Verniedlichung der Rechtsbrüche und Lügen, die ihm letztlich zum Verhängnis wurde, öffentlich entschuldigt hätte. Das wäre Größe. So hat seine Rücktrittsrede für mich einen üblen Beigeschmack.

  • Alle die zu KTzG halten, müssen im Kopf krank sein. In Deutschland ist es also wieder möglich, dass ein Betrüger angebetet wird. Sind wir wieder so weit? Ich befürchte, da ist noch mehr möglich. Und das beginnt wieder in Bayern.

  • Alle die zu KTzG halten, müssen im Kopf krank sein. In Deutschland ist es also wieder möglich, dass ein Betrüger angebetet wird. Sind wir wieder so weit? Ich befürchte, da ist noch mehr möglich. Und das beginnt wieder in Bayern.

  • Hat Merkel je eine Frau weggebissen?

  • Er muss zurücktreten,ansonsten wird die politik,noch mehr
    ungläubig!!wie sie sowieso schon ist!!

  • Und noch etwas: Gott ist kein Mann, es ist eine Frau und die heißt Merkel. Das Gilscamp sind ihre Jünger.

  • "Deutschland hat keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft für alle Ewigkeit . . .“

    (Angela Merkel in einem Vortrag am 16.6.2005 zur 60 Jahr Feier der CDU.)

    Damit es nur jeder weiß: Merkel hat ihre eigene Verfassung.

    Ich will sie nicht!!!

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