Guttenberg im Bundestag „Ich bin an der Quadratur des Kreises gescheitert“

Die Opposition hatte Karl-Theodor zu Guttenberg zur Aufklärung der Affäre um seine Doktorarbeit ins Parlament zitiert. Der Minister kam, räumte Hochmut, Fehler und Überlastung ein. Aber mehr nicht.
Update: 23.02.2011 - 14:55 Uhr 10 Kommentare
Unter Beschuss: Guttenberg. Quelle: dapd

Unter Beschuss: Guttenberg.

(Foto: dapd)
Berlin

Die Tatsache, dass seine Doktorarbeit "offensichtlich sehr fehlerhaft" war, habe ein "schlechtes Signal" in die Wissenschaftsgemeinde geschickt, sagte zu Guttenberg in der mit Emotionen aufgeladenen Fragestunde des Bundestages.

Dieses Signal habe nicht aufrecht erhalten werden können, daher habe er seine Universität gebeten, die Doktorarbeit zurückzunehmen, sagt der CSU-Hoffnungsträger. Dafür habe er sich bereits entschuldigt - und diese Entschuldung könne er auch im Bundestag wiederholen.

Er verwahrt sich jedoch gegen den Vorwurf, die Arbeit sei ein Plagiat. Dafür sei Voraussetzung, dass die Arbeit bewusst und vorsätzlich abgekupfert worden sei. Das, so der Minister, sei nicht der Fall. Er habe Fehler gemacht, aber unbewusst und ohne Täuschungsabsicht. Das sei eine "subjektive Einschätzung", die man ihm abnehmen müsse.

In einer sehr persönlichen Erklärung räumt Guttenberg ein, er sei "so hochmütig gewesen zu glauben, mir würde die Quadratur des Kreises gelingen: die hohen Anforderungen der Tätigkeit eines Bundestagsabgeordneten, die Doktorarbeit und die Pflichten eines Familienvaters unter einen Hut zu bringen". Das sei "offensichtlich" eine Überlastung gewesen.

Daher, so Guttenberg, ziehe er die Konsequenzen, und gebe seinen Doktortitel dauerhaft zurück. Es sei allerdings nach wie vor vom wissenschaftlichen Gehalt seiner Arbeit überzeugt.

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10 Kommentare zu "Guttenberg im Bundestag: „Ich bin an der Quadratur des Kreises gescheitert“"

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  • Stimmt nicht. Die Quadratur des Kreises ist eine Aufgabe für Lineal und Zirkel.

  • Jetzt ist es also raus, was es mit dem Freiherr auf sich hat: Gesunder Durchschnitt in dieser Altersklasse. Alles gleichzeitig machen, aber nichts richtig. Sich auf Kosten der ehrlichen Arbeit anderer eine Schaufassade schaffen. Wenn die Lügen auffliegen die Schuld auf andere schieben. Ist doch heutzutage alltäglich und wird sogar erwartet von einem so genannten Leistungsträger.

  • Ihr Deutschen, ihr ward und seid nicht alle so.
    Und mit Genugtung und ohne Bedauern muß ich fest stellen.

    Die meißten von euch waren, sind und werden verkommen bleiben.

    Das ist eure typische Eigenart. Selbst in Zeiten größten Wohlstandes leistet ihr euch diese Offenbarung.

  • Wann werden sich unsere Politiker und die Medien endlich wieder um die wirklich wichtigen Dinge kümmern?

  • Pappalapapp, an keiner Uni wird die Quadratur des Kreises verlangt. Die Arbeit soll nur in einem ordentlichen Zustand ohne Glimmstengel-Brandstellen, Rotweinflecken und Fettabdrücken eingereicht werden.

  • Mir kommen die Tränen Herr ....Guttenberg. Sie hätten sich von Frau Dr. Merkel zeigen lassen sollen, wie man die Quadratur des Kreises berechnet, schließlich ist sie ja Physikerin.

  • Ich muss sagen, dass es sehr erstaunlich ist, wie einfach sich das deutsche Volk von der Opposition missbrauchen lässt. Wie eine aufgescheuchte Masse jagen sie alle jemanden hinterher, der gerade hingehangen wird. Demokratie kann halt auch andersherum funktionieren.
    Ich glaube, dass wir wichtigere Probleme haben, als um uns eine Hand voll Fußnoten zu streiten und dass Herr Guttenberg ein guter Politiker ist, den Deutschland sehr gut brauchen kann. Vielleicht sollte man den Neid nicht in einer fingierten Debatte ausleben!

  • Guttenberg wird an der Quadratur der Überheblichkeit scheitern, im Kreis dreht er sich jetzt schon.

  • Das war alles, was Herr v. G.pexiert und wie damit umgegangen ist ohne Frage indiskutabel. Und auch die damit verbundne Aufforderung, sein Amt zur Verfügung zu stellen, ist keineswegs unsachlich. Unerträglich ist allerdings die deutsche Presse, die
    eine abstoßende, menschenverachtende Hetz- und Hexenjagd daraus macht. Herr Jörges,der durchaus auch gute Medienbeiträge zu produzieren weiß, benimmt sich z. B.
    so, daß man nur noch an Herrn Schnitzler mit seinem schwarzen Kanal erinnert wird.
    Das alles grenzt im Rechtsstaat an Amtsanmaßung, denn zuallererst sind die Uni Bayreuth und äußerstenfalls die Staatsanwaltschaft zuständig und die Presse ist kein
    Hilfsorgan dieser zuständigen Institutionen.Man hat hier das Gefühl, man ist im Rußland von Herrn Putin.

  • "Der Minister betont, alle Dienstleistungen und Informationen, die er vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages erhalten habe, in den Fußnoten "präzise" und ausreichend benannt zu haben."

    Schön, also auch bestätigt, dass der Steuerzahler Guttenbergs Dissertaionszeit mitfinazierte.

    Ich denke wir werden noch ganz andere Zugeständnisse bekommen

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