Guttenberg im Wortlaut „Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht“

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zieht die Konsequenzen aus der Plagiatsaffäre und ist zurückgetreten. Seine Rücktrittserklärung im Wortlaut, dokumentiert auf Guttenbergs Homepage.
Update: 01.03.2011 - 12:30 Uhr 9 Kommentare

Guttenberg tritt von allen Ämtern zurück

„Ich habe in einem sehr freundschaftlichen Gespräch die Bundeskanzlerin informiert, dass ich mich von meinen politischen Ämtern zurückziehen werde und um meine Entlassung gebeten.

Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens.

Ich gehe ihn nicht allein wegen meiner so fehlerhaften Doktorarbeit – wiewohl ich verstehe, dass dies für große Teile der Wissenschaft ein Anlass wäre.

Der Grund liegt im Besonderen in der Frage, ob ich den höchsten Ansprüchen, die ich selbst an meine Verantwortung anlege, noch nachkommen kann. Ich trage bis zur Stunde Verantwortung in einem fordernden Amt. Verantwortung, die möglichst ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit verlangt: Mit Blick auf die größte Bundeswehrreform in ihrer Geschichte, die ich angestoßen habe und mit Blick auf eine gestärkte Bundeswehr mit großartigen Truppen im Einsatz, die mir engstens ans Herz gewachsen sind.

Wenn allerdings - wie in den letzten Wochen geschehen -  die öffentliche und mediale Betrachtung fast ausschließlich auf die Person Guttenberg und seine Dissertation statt beispielsweise auf den Tod und die Verwundung von 13 Soldaten abzielt, so findet eine dramatische Verschiebung der Aufmerksamkeit zu Lasten der mir Anvertrauten statt.

Unter umgekehrten Vorzeichen gilt Gleiches für den Umstand, dass wochenlang meine Maßnahmen bezüglich der Gorch Fock die weltbewegenden Ereignisse in Nordafrika zu überlagern schienen.

Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten.

Und deswegen ziehe ich – da das Amt, die Bundeswehr, die Wissenschaft und auch die mich tragenden Parteien Schaden zu nehmen drohen -  die Konsequenz, die ich auch von anderen verlangt habe und verlangt hätte.

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9 Kommentare zu "Guttenberg im Wortlaut: „Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht“"

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  • @ Sven

    Respekt!!!

    Strategie zu "daran muß gearbeitet werden!"??

  • @Sven

    Respekt!

    Was ist Deine Strategie? in punkto "daran muss gearbeitet werden"!

  • Ja, es ist schade um Zu Guttenberg.
    Aber vor allem, weil wir, wie sagten Sie "dummen" Wähler nun wieder einen Hoffnungsträger verloren haben.
    Nun sitzen wir da mit den grünen Ulknudeln, den Gutmenschen aller Couleur, die alles schon vorher und nat. besser gewusst haben, den Dosenpfand- und Glühbirnenerfindern, den weltweit Einladern ins deutsche Sozialnetz, den prozessfreudigen IMs, den die SED herbei sehnenden Linken und den Meistern der Betroffenheit im Lager der Grünen, den scheinheiligen Fremdschämern, den steuererhöhenden Großverdienern und sich selbst überschätzenden Abgeordneten, die die Banken per Blankoscheck unterstützen,die kleinen und großen Selbständigen abzocken, als ob alle nur Millionen scheffeln würden, und doch nach der Parlamentsarbeit in die freie Wirtschaft und Aufsichtsratposten wechselnden ach so kompetenten "Kollegen", den Aussitzern, Hinterbänklern, fraktionszwanggebundenen Beifallskundgebenden, den dauerwahlkämpfenden mit der jeweiligen Presse Klüngelnden, den in Untersuchungsausschüssen Erinnerungslückenvortäuschenden, den Vielfliegern mit Hubschraubern und Jets der Bundeswehr und gleichzeitig die Fahrer der Mercedesautos durchs Ausland kutschierenden Abgeordneten, der von Lobbyisten krediteannehmenden Grünen

    Ich lebe in Spanien. Dort war man mit ganz anderen Kalibern von Verfehlungen befasst und schüttelt über die sogenannte Affäre nur den Kopf.
    Merkel hat ihre Glaubwürdigkeit nämlich nicht verloren und war und ist die einzige Politikerin, die Ansehen hier hat.
    Aber die "Sieger" der Sache stehen wieder zur Wahl in diesem Jahr noch 5 mal.
    Wenn nicht noch mehr Leute sich diese rituelle Handlung sparen...
    dann kommen so falsche absolute Mehrheiten wie in Hamburg zustande, bei der die meisten erst gar nicht hingegangen sind.
    Und das war nicht die Schuld von Guttenberg.

  • Selbstgerechtes und peinliches Statement.

    Guttenberg muss weder Soldaten noch seine Familie, Partei oder sonstige Dritte schützen. Es geht nur um seinen Charakter. Er sollte ehrlicherweise einfach mal erklären, dass ihm ein Titel und die öffentliche Wahrnehmung mehr bedeuten als Ehre und Anstand. Ganz schlicht. Das ist der Kern.

    Erst nach einer solchen Einsicht ist er als Gesprächspartner wieder glaubwürdig.

  • sehr hochwertig, tiefsinnig und qualitativ dieser Beitrag. Das muss man wirklich sagen.....
    Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal den Mund halten

  • Waren und Dienstleistungen sind im Überfluß vorhanden. Weniger Arbeit und mehr Freizeit wäre für die meisten Menschen kein Unheil sondern eine Errungenschaft. Man müßte nur die Verteilung des Nutzens sinnvoll gestalten, und zwar so, daß sich Fleiß wieder lohnt.

    Viele unsinnige Arbeiten könnte man in einem vernünftigen Geldsystem ersatzlos streichen. Der Gesellschaft nützt es nichts, wenn sich Millionen von Menschen nur damit beschäftigen, sich gegenseitig durch Werbung für Produkte, die keiner braucht, zu manipulieren, durch ungebetene Callcenter-Anrufe und Vertreterbesuche gegenseitig zu belästigen oder durch alle möglichen übrigen Gaunereien das Geld abzujagen. Anstatt sinnlose Formulare, Gesetze, Versicherungen, Abmahnungen, Gifte und Gegengifte, CO2-Zertifikate, Waffen, Lügen und sonstige Absurditäten herzustellen, die andere und einen selbst nur drangsalieren, könnte man doch einfach mal die wohlverdiente Freizeit genießen und die über Jahrhunderte geschaffene Technik arbeiten lassen.

    Vernünftige Wirtschaftssysteme existieren schon lange in der Theorie. Man könnte zum Beispiel die Marktwirtschaft einführen, die es aber nur dann geben kann, wenn auch das Geldsystem marktwirtschaftlichen Mechanismen folgt. Aber solche Alternativen werden von den Nutznießern des etablierten Systems natürlich nicht zugelassen.

    Das ist der springende Punkt,daran muß gearbeitet werden den nur das ist zum wohl des Volkes.Und aller Völker

  • Um anderen bei einem demokratichen aufbau helfen zukönnen.Müssen wir selber wieder soetwas Demokratie herstellen. Alle müssen mehr arbeiten, um mehr Geld zu verdienen“, meinen zumindest die Politiker und „Experten“. Aber Geld entsteht nicht durch Arbeit. Es entsteht durch Schulden. Und „verdient“ wird das meiste Geld auch nicht durch eigene Arbeit sondern durch die Arbeit anderer, nämlich durch Zinsen.

    Die arbeitsteilige Wirtschaft und der technologische Fortschritt dienen eigentlich dazu, den Menschen die Arbeit abzunehmen. Und das tun sie so erfolgreich, daß die Menschen immer weniger arbeiten müssen und die Arbeitslosenquote stets wächst. Das „Problem“ daran ist nur, daß dieser Erfolg nicht zu unserem Finanzsystem paßt, das permanentes Wachstum von Schulden benötigt. Und für Schulden muß man schließlich arbeiten. Die allseits nachgeplapperte Forderung nach „mehr Arbeit“ unter dem Motto: „Hätte man bloß nicht die Maschinen erfunden, dann hätten wir alle mehr Arbeit.“ ist – genau wie das Märchen von der Rückzahlung der Staatsschulden – einer der dümmsten und lächerlichsten Schildbürgerstreiche, die es je gab.

  • Einer ist weg.Nun fehlt noch der rest der Lügenbande.Frau Alternativlos Merkel Systemrelevant Kanzlerin.Mitwisser Mittäter,nehmen sie ihre Minister an die Hand und begleiden sie sie auch mit auf dem weg aus Berlin.Ein paar Tage Urlaub in Texas und die finden schon neue Aufgaben für Sie,die kleine warmherzige Bushschwester.Ob schwarz,gelb,rot oder grün Scheiße bleibt Scheiße. Eine private Zentralbank, die Zahlungsmittel ausgibt, ist für die Freiheiten der Menschen eine größere Gefahr als eine stehende Armee.“ (Thomas Jefferson, dritter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika 1801-1809)

    Und genau das ist die EZB und die FED und andere zentral Banken. „Gold ist das Geld der Könige, Silber das Geld der Gentlemen, Tausch ist das Geld der Bauern, aber Schulden sind das Geld der Sklaven.“

    „Der Staatsapparat ist ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat. Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.“ (Ludwig von Mises, 1881 - 1973)

  • Ich ziehe den Hut vor Herrn von Guttenberg als Mensch und Minister. Ich bedauere seinen Rückzug aus der Politik. Die Medien und die "weisen Wissenschaftler" haben es geschafft, dass so ein beliebter Minister bei den meisten der "dummen Bevölkerung" zurücktritt.
    Ich gebe dem Ex-Minister recht, indem er sagt, dass man sich gar nicht für seine Arbeit, sondern nur noch für die Person interessiert, aber ich als Berustätige interessiere mich für sein geleistetes Werk und das fand ich sehr gut.

    Sabine Mosch

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