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Hackerangriff Dieser Mann verbirgt sich hinter Datendieb „G0d“

Der Tatverdächtige wollte die betroffenen Personen offenbar bloßstellen. Es ist nicht das erste Mal, dass er bei den Behörden in Erscheinung tritt.
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Der mutmaßliche Täter brachte sich seine Fähigkeiten offenbar selbst bei. Quelle: dpa
Tweets des inzwischen gesperrten Accounts „G0d“

Der mutmaßliche Täter brachte sich seine Fähigkeiten offenbar selbst bei.

(Foto: dpa)

BerlinMan muss sich den 20-Jährigen, der hinter dem inzwischen gesperrten Twitter-Account „G0d“ oder auch „0rbit“ steckte, den Mann, der die Daten von rund 1.000 Politikern, Prominenten und Journalisten veröffentlichte, wohl als jemanden vorstellen, der viel Zeit vor dem Computer verbringt.

Er wohnt in seinem Elternhaus in Mittelhessen und geht noch zur Schule. Eine Ausbildung in Informatik hat er nicht, sondern sich seine Fähigkeiten nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden in vielen Stunden vor dem Computer selbst angeeignet.

Damit schaffte er es, verschiedene Accounts der Betroffenen selbst zu hacken. Die übrigen Daten seiner Opfer sammelte er sich teilweise aus öffentlichen Quellen zusammen. Allzu fortgeschritten sind seine Fähigkeiten offenbar nicht: Er nutzte keine Schadsoftware, und auch seine Spuren verwischte er offensichtlich nicht besonders geschickt.

BKA-Chef Holger Münch formulierte es am Dienstag so: „Wir können noch deutlich mehr, als wir jetzt einsetzen mussten.“ Auch Hinweise aus der Szene haben offenbar zur Festnahme geführt.

Der Tatverdächtige habe die Vorwürfe „umfassend eingeräumt“ und über eigene Straftaten hinaus Aufklärungshilfe geleistet, sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk am Dienstag. Er sei mangels Haftgründen am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt worden. So habe etwa keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestanden.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Tatverdächtige bei den Behörden in Erscheinung tritt. Nach Angaben von Münch ist der Mann schon vor zwei Jahren wegen des Ausspähens von Daten und wegen Vorbereitungen dazu aufgefallen.

Nun ist er zu weit gegangen. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft, unter anderem wegen Datenhehlerei. Weil der Verdächtige wahrscheinlich unter das Jugendstrafrecht fällt, halten sich die Behörden mit näheren Angaben zu seiner Person zurück.

Tagelang war über das Motiv und die politische Gesinnung des Täters spekuliert worden. Denn auffällig war, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien von den Datenveröffentlichungen betroffen waren, mit Ausnahme der AfD.

Der Täter stamme jedoch nicht aus dem rechtsextremen Milieu, sagte BKA-Chef Münch am Dienstag. Es gebe auch keine polizeilichen oder nachrichtendienstlichen Erkenntnisse, dass er in irgendeiner Form mit politisch motivierter Kriminalität vorher zu tun gehabt habe.

Er habe sich laut eigenen Angaben über Äußerungen der Betroffenen geärgert und wollte sie „bloßstellen“. Münch sprach von einer Generation, die „anders mit Technik umgeht“. Ein „Kinderzimmertäter, der für seine Taten nicht raus muss“, sei kein neues Phänomen. Daher müsse man nun auch über Maßnahmen zur Prävention sprechen.

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