Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Hackerangriff FDP fordert Aufklärung von Seehofer in der Datenklau-Affäre

Innenminister Seehofer ist wegen der Ermittlungen im Fall des Datendiebstahls in die Kritik geraten. Am Donnerstag muss er sich den Fragen im Innenausschuss des Bundestags stellen.
Kommentieren
Datenhack: FDP fordert Aufklärung von Innenminister Horst Seehofer  Quelle: AFP
Unter Druck

Horst Seehofer muss den Ermittlungsablauf im Fall des Datenhacks im Innenausschuss darlegen.

(Foto: AFP)

Berlin Der Bundestag verlangt von der Bundesregierung mehr Informationen über die jüngste illegale Veröffentlichung von privaten Daten von Politikern und Prominenten durch einen 20-jährigen Schüler aus Mittelhessen. Bundesinnenminister Horst Seehofer muss den Bundestagsabgeordneten am Donnerstag um 11 Uhr in einer Sondersitzung des Innenausschusses Rede und Antwort stehen. Die Sitzung ist nicht öffentlich.

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae übte im Vorfeld der Sitzung Kritik an Seehofers Plänen zur Verbesserung der Systeme, die früher vor einem solchen Datenleck warnen sollen. Obwohl die Daten bereits vor Weihnachten via Twitter veröffentlicht worden waren, hatten die Sicherheitsbehörden erst in der Nacht auf den 4. Januar davon Kenntnis genommen.

Seehofer kündigte am Dienstag ein verbessertes Frühwarnsystem an. „Seehofers Pläne sind größtenteils alter Wein in neuen Schläuchen, sein Frühwarnsystem bleibt nebulös“, sagte Thomae dem Handelsblatt. „Die FDP-Fraktion wird dem Innenminister deshalb in der Sondersitzung des Innenausschusses auf den Zahn fühlen.“ Noch immer sei nicht klar, wieso das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Zusammenhänge nicht früher erkannt habe und warum sich die Behörden nicht besser ausgetauscht haben.

Als Konsequenz aus dem Datendiebstahl setzt die FDP-Fraktion auf ein Recht auf Verschlüsselung. „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichere Passwörter müssen zudem Standard werden“, forderte Thomae. 

Bei dem Datendiebstahl waren persönliche Daten von rund 1000 Politikern, darunter auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete, politisch aktiven Prominenten und Journalisten im Internet via Twitter veröffentlicht und verbreitet worden. Der Tatverdächtige, der laut den Ermittlungsbehörden noch in seinem Elternhaus wohnt, war am Sonntag identifiziert und zunächst festgenommen worden. Mittlerweile wurde er wieder freigelassen, weil keine Verdunklungsgefahr bestehe.

Laut den Ermittlern war der Mann nur zum Teil durch eigenes Hacken von privaten Accounts an die Daten seiner Opfer gelangt. Wie die „Bild“ berichtet, soll der 20-jährige Tatverdächtige die Daten teilweise im sogenannten Darknet gekauft haben. 

Die FDP verlangte, dass das BSI aus dem Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums herausgelöst werden muss, damit es sich vorbehaltlos dem Ziel der IT-Sicherheit widmen kann. Auch in der Vergangenheit hatte es solche Forderungen wiederholt gegeben, insbesondere weil die Behörde auch auf freiwillige Meldungen von IT-Sicherheitsvorfällen aus der Wirtschaft angewiesen ist.

Vor weiteren Befugnissen für die Sicherheitsbehörden warnte die FDP. In den vergangenen Jahren waren die Befugnisse sukzessiv immer weiter ausgebaut wurden. „Die Bundesregierung darf die Vorgänge nicht zum Anlass nehmen, um unter dem Deckmantel der IT-Sicherheit neue Überwachungsbefugnisse einzuführen“, so Thomae. „Falsche Beweggründe führen schnell zu falschen Gesetzen.“

Startseite

Mehr zu: Hackerangriff - FDP fordert Aufklärung von Seehofer in der Datenklau-Affäre

0 Kommentare zu "Hackerangriff: FDP fordert Aufklärung von Seehofer in der Datenklau-Affäre"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote