Handelsblatt Business Monitor Manager klagen über ausbleibende Reformen

Schwarz-Gelb regiert an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei. Das belegt eine Umfrage unter 600 Führungskräften. Sie fordern ein einfacheres Steuerrecht und Bürokratieabbau – und noch ein Thema treibt die Manager um.
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Die Führungskräfte sehen viele ihrer Anliegen von der Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Vize Philipp Rösler nicht berücksichtigt. Quelle: dpa

Die Führungskräfte sehen viele ihrer Anliegen von der Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Vize Philipp Rösler nicht berücksichtigt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie wichtigsten Aufgaben, die die nächste Bundesregierung angehen sollte, sind aus Sicht der Wirtschaft die Vereinfachung des Steuerrechts und der Abbau von staatlicher Bürokratie. Das ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt Business Monitors. 89 Prozent der Befragten nannten den Abbau von staatlicher Bürokratie als sehr wichtige oder wichtige Aufgabe, um die sich die nächste Bundesregierung verstärkt kümmern sollte. Für jeweils 85 Prozent der interviewten Manager gehören die Vereinfachung des Steuerrechts und die Verbesserung des Bildungs- und Ausbildungssystem zu den besonders vordringlichen Aufgaben.

Für die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa zwischen dem 21. August und dem 5. September 631 Führungskräfte der deutschen Wirtschaft befragt.

Großen Handlungsbedarf sehen die Manager in der Abhöraffäre US-amerikanischer und britischer Geheimdienste. 66 Prozent der befragten Führungskräfte halten die Strategie der Bundesregierung im Kampf gegen die Ausspähung von Daten für unzulänglich. Sie sind der Meinung, dass weitreichendere Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssten. 81 Prozent der Manager gehen davon aus, dass ausländische Geheimdienste gezielt Betriebsgeheimnisse deutscher Unternehmen ausforschen. Aus diesem Grund ergreifen sie Gegenmaßnahmen: So achten 73 Prozent der Manager bewusst darauf, dass sich die Server, über die die Unternehmen ihren Datenverkehr abwickeln, in Deutschland befinden.

Obwohl die Führungskräfte viele ihrer Anliegen von der aktuellen Bundesregierung nicht berücksichtigt sehen, präferieren die Manager dennoch nach der Wahl eine Fortsetzung der Koalition aus CDU/CSU und FDP. 52 Prozent der Manager wäre ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis am liebsten, 28 Prozent plädieren für eine Große Koalition, sechs Prozent für Schwarz-Grün und nur vier Prozent für ein rot-grüne Regierung nach der Bundestagswahl am 22. September.

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15 Kommentare zu "Handelsblatt Business Monitor: Manager klagen über ausbleibende Reformen"

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  • Das EU-Parlament ist kein Verein !

    Es ist ein Moderner unantastbarer "ADELSTAND" !!!

    "Manager klagen über...."

    Ja, aber auch:

    Arbeitnehmer ,Arbeitgeber, Familien, die Jugend, die Rentner, die Arbeitslosen, die Hartz IV Empfänger, die Kommunen, die Kranken, die Steuerzahler und viele mehr klagen im unserem Land + Europa !

    Ich bin der Meinung, die "Politik" hat unser Land und Europa gegen die Wand gefahren.

    Der Rammbock ist schon in Sichtweite !

  • Womit wir dann folgerichtig wieder bei der AfD sind. Die anderen Parteien wollen ja noch mehr EU und Euro.

  • Die Suche wird nur halbherzig angegangen, ebenso die Suche nach einem #Neuland, dass als sicher für Kinder, Familien, Bürger und Firmen gilt. Aber wie soll sich was ändern, wenn die etablierten Parteien, nicht mit Parteien, wie der Alternative für Deutschland (AfD) oder Piraten reden bzw. sie ignorieren: http://www.piratenpartei-nrw.de/2013/09/05/die-arroganz-der-macht-cdu-politiker-redet-nicht-mit-neuen-parteien

    Die Wahlergebnisse der aktuellen Umfrage lassen es zu. Gibt es für viele Wähler nur SPD als Alternative zu CDU, während FDP, Grüne und LINKE zu Recht in Ihren Umfragen ertrinken?

    Ich glaube, die meisten haben Angst vor eine großen Koalition, denn die wäre der Reformstau schlecht hin!

  • Ein einfaches Steuerrecht und weniger Bürokratie, da ht die Wirtschaft ja Recht, aber dann sollte die Witschaft vorrangig mal Brüssel kritisieren.
    Dieser hochkriminelle Verein gehört abgeshafft

  • bürokratieabbau hat in BRD schon immer gut funktioniert. Um ein gesetz zu vereinfachen, dass vorher auf eine din a4 seite passte, werden 20 neue din a4 seiten benötigt. halt der Michel.

  • Bürokraten vergrößern die Bürokratie! Das ist Fakt. Wäre es anders, würden die Mitgliederzahlen des Bundestages und des EU-Parlaments mindestens um 50 % kleiner. Die Beamtenzahl im Bundestag müsste erst eimal auf 1/3 begrenzt werden, um überhaupt neue und weitreichende Entscheidungen fürs Volk treffen zu können. Unsere Parlamente sind leider beamtenunterwandert und dadurch bevormundend.

  • Wenn die Manager ein einfaches verständliches Steuerrecht, weniger Bürokratie und bessere Schulbildung möchten, so ist das ja im Interesse aller Bürger. Aber dann sollten sie nicht Schwarz-Gelb wählen, sondern die AfD.

    Dann klappt das auch.

  • "Obwohl die Führungskräfte viele ihrer Anliegen von der aktuellen Bundesregierung nicht berücksichtigt sehen, präferieren die Manager dennoch nach der Wahl eine Fortsetzung der Koalition aus CDU/CSU und FDP. "
    Warum wohl? Bei dieser Regierung funktioniert der Lobbyismus, die Gewinne werden privatisiert und die Verluste sozialisiert. Bei einer neuen Regierung müssten die Kanzler / Politiker Flüsterer erst wieder einmal von vorne anfangen

  • Muss man wohl nicht Ernst nehmen.
    Denn Manager sind die einzigen Profiteure Merkelscher Politik. Wahrscheinlich soll es eben nicht so plakativ transparent stehen bleiben! Und ein bisschen Kritik kann ja nie schaden!

  • „REFORM“ => bedeutet weiterer ABBAU von Arbeitnehmer- und Bürgerrechten!!!
    Bei wem soll diese REFORM dann stattfinden???
    Wieder beim Steuerzahler und Arbeitnehmer?
    Wieder bei Kranken, Arbeitslosen und sozial Schwachen?

    @ Budestag/Bundessrat >> Reformiert erstmal das Geld-, Pensions- und Bankensystem. Schafft die Leiharbeit ab, und sorgt für ausreichend hohe Tariflohnabschlüsse. Stellt das Sozialsystem auf ein bedingungsloses Grundeinkommen um. Schafft Gesetze, die die Einwanderung in die deutschen Sozialsysteme verhindert. Reformiert das Parmalent auf 300 Parlamentarier, anstatt es weiter auszubauen. Schafft ein faires Wahlsystem und beschließt endlich das Anti-Korruptionsgesetz. Streicht die ganzen Steuersubventionen und organisiert endlich eine gerechtere Verteilung der volkswirtschaftlichen Gewinne.
    Desweiteren sind Volksabstimmungen schon lange überfällig und müssen zukünftig durchgeführt werden.
    Rückbau des technokratischen und teuren EU und Eurowahnsinns, inklusive aller Bankenrettungspakete.
    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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